Einstellungen für Nachtaufnahmen
Wenn Sie mit Ihrer Kamera und einem Stativ im Dunkeln Aufnahmen machen, werden Sie erstaunt sein, wie viel Kreativität dieser Teilbereich der Fotografie enthält und welche Faszination dahinter stecken kann.
Für Nacht- oder Langzeitaufnahmen müssen Sie kein Profi sein: Praktisch jede Digitalkamera weist die Möglichkeit auf, Langzeitaufnahmen zu knipsen. Dafür benötigen Sie entweder ein entsprechendes Motivprogramm "Nachtaufnahmen" und / oder die Möglichkeit, Blende und Verschlusszeit manuell zu steuern. Ganz hilfreich ist auch ein Stativ, welches für verwacklungsfreie Fotos sorgt. Einen Fern- oder Drahtauslöser brauchen Sie nicht unbedingt, ist jedoch, wie Sie noch sehen werden, ein komfortables und lohnendes Zubehör.
Sicherer Stand
Damit ein Bild mit langer Verschlusszeit nicht durch Zitterbewegungen der Kamera unbrauchbar wird, benötigen Sie für die Digitalkamera einen sicheren Standplatz. Dies kann eine Mauer, ein Autodach oder eine andere, ebene und stabile Auflagefläche sein. Mit einem Tischstativ oder einem normalen Stativ sind Sie unabhängig von solchen Hilfsflächen.
Korrekte Belichtung
Ihre Digitalkamera wird automatisch die mutmasslich richtige Belichtung berechnen. Trotzdem werden Sie mehrere Aufnahmen machen müssen, weil dominante Lichter (Strassenlampen, Autoscheinwerfer, Mond...) den Belichtungsmesser irre führen können. Korrigieren Sie deshalb die automatisch berechnete Belichtung mit der Korrekturtaste +/-.
Wenn Sie ohne Motivprogramm arbeiten möchten, stellen Sie die Kamera manuell ein. Das haben inzwischen auch einfache Modelle in ihrem Funktionsumfang. Meist ist diese Funktion am Wählrad oder einer Taste mit einem roten "M" markiert. Wählen Sie eine mittlere Blendenöffnung (f8, f11) aus und stellen Sie die Verschlusszeit so ein, dass die Kamera eine korrekte Belichtung berechnet. Experimentieren Sie mit verschiedenen Einstellungen.
Sehr kleine Blendenöffnung (f16, f22 oder mehr) machen aus hellen Lichtquellen sternartige Lichtspitzen, sehr lange Belichtungszeiten lassen die Autolichter Streifen zeichnen.
Erschütterungsfreies Auslösen
Damit das Bild nicht durch geringste Kamerabewegungen unscharf wird, sollten Sie einen Fern- oder Drahtauslöser verwenden. Beim Abdrücken des Bildauslöseknopfes würde die Erschütterung der Kamera reichen, das Bild zu verwackeln. Falls Sie keinen Drahtauslöser haben, können Sie den eingebauten Selbstauslöser aktivieren. Nach den üblichen 10 Sekunden löst die Digitalkamera das Bild automatisch aus. Das geht allerdings nur, wenn Ihre Kamera eine so lange Verschlusszeitwahl aufweist.
Exklusivere Modelle erlauben die "bulb"-Einstellung. Mit ihr und einem Draht- oder Fernauslöser kann der Verschluss der Kamera beliebig lang offen gehalten werden.
- Nikon D7000, 30 mm (45mm KB), 3 s, f 22, ISO 100, mit Stativ
- Nikon D7000, 18 mm (27 mm KB), 30 s, f 22, ISO 100, + 1.0, mit Stativ
Spiegel-Vorauslösung
Spiegelreflexkameras klappen bei der Aufnahme den Spiegel hoch und geben dem einfallenden Licht den Weg frei auf das Negativ oder den Bildsensor. Allein diese kleine Erschütterung könnte reichen, das Bild zu verwackeln. Stellen Sie an Ihrer Kamera, falls das möglich ist, die Spiegelvorauslösung ein. Der Verschluss öffnet sich erst eine Sekunde nach Hochklappen des Spiegels.
Bildstabilisator ausschalten
Wenn Sie Ihre Kamera auf einem Stativ oder einer stabilen Unterlage fixiert haben, stellen Sie den Bildstabilisator aus. Da die Kamera ruhig bleibt, könnte der Bildstabilisator mit den "Gegenbewegungen" das Bild unscharf machen.
Aufnahmetipp
Wenn Sie eine lange Belichtungszeit wählen, können Sie, falls plötzlich störende Lichtquellen (Autos...) ins Bild zu fahren drohen, einen dunklen Karton vor das Objektiv halten. Damit wird die "Störung" nicht auf das Bild gebannt. Dieser Tipp ist vor allem bei Feuerwerken hoch im Kurs!






