Kaufberatung

Welche Objektive kaufen?

Welche Objektive kaufen? Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 460 mm KB, 1/500s, f/9.5, ISO 560

Welche Objektive kaufen?

Welche Objektive kaufen? Diese Frage stellt sich allen, die sich intensiver mit dem Fotografieren beschäftigen und ihre Ausrüstung erweitern wollen. In diesem Artikel geht es um die Wahl der Brennweite, bzw. den Verwendungszweck eines Objektivs. Haben Sie sich dafür schon entschieden? Dann gehen Sie direkt zum Thema Tipps zum Kauf von Objektiven.

Der Vorteil der System- oder Spiegelreflexkamera ist die Möglichkeit, das Objektiv je nach Motiv auszutauschen.

Welche Objektive kaufen? Welche Objektive brauche ich?

Wenn Sie Ihre erste Spiegelreflexkamera kaufen, werden Sie sich wohl für ein kostengünstiges Kit (Kameragehäuse mit Objektiv) entscheiden. Die Nikon-Gehäuse (Nikon D5300, D7000, D7100…) werden zum Beispiel mit einem Nikkor f/3.5-5.6 18-105 mm Zoom angeboten. Sie erhalten damit ein preisgünstiges Objektiv, welches für den Anfang die wichtigsten Brennweitenbereiche abdecken wird und zudem qualitativ schon recht gut ist.

Sobald Sie sich spezialisieren oder neue Motivbereiche entdecken, werden Sie sich für andere Objektive interessieren. Die Abbildungsqualität eines Objektivs ist wichtig. Der beste Kamerabody (Gehäuse) nützt Ihnen nichts, wenn Sie ein schlechtes Objektiv davor setzen. Meist lohnt es sich, mehr in ein Objektiv zu investieren als in einen besseren Body. Das Vergleichen von Testberichten in Fotozeitschriften kann Ihnen dabei viel helfen.

Ich zeige Ihnen auf, für welche Motivgruppen die unterschiedlichen Objektive in Frage kommen und auf was Sie beim Kauf achten sollten.

Normalobjektive

AF-S FX NIKKOR 50mm f/1.8G Normalobjektive
AF-S FX NIKKOR 50 mm f/1.8G Normalobjektive

Als Normalobjektiv bezeichnet man eine Brennweite, welche der Diagonalen des Aufnahme-Bildformates entspricht. Beim klassischen Kleinbildformat (24 mm x 36 mm) beträgt die Bild-Diagonale 43 mm. Beim Kleinbildformat bezeichnet man die 50 mm als Normalbrennweite.

Wenn Sie eine Kamera mit kleinerem Bildsensor (Halbformat, Micro-Four-Thirds u.a.) verwenden, entspricht der dadurch kleinere Bildausschnitt einer grösseren Brennweite. Mit dem Crop-Faktor berechnet man die verlängerte Brennweite. Eine 35 mm-Festbrennweite entspricht an einer Halbformatkamera von Nikon (DX) ungefähr einer 50 mm-Normalbrennweite (35 mm x 1.5 = 52 mm), bei Canon APS-C-Sensoren 56 mm (1.6 x 35 mm = 56 mm). Bei einem Micro-Four-Thirds-Sensor wäre das eine Brennweite von 25 mm, welche durch den Corp-Faktor 2 zu einer „Normalbrennweite“ von 50 mm würde.







Weitwinkelobjektive

Welche Objektive kaufen? Tokina f/2.8 11-16mm Weitwinkelzoom
Welche Objektive kaufen? Tokina f/2.8 11-16 mm Weitwinkelzoom

Welche Objektive kaufen? Ein Weitwinkelobjektiv weist eine kürzere Brennweite auf als das Normalobjektiv. Dadurch wird der Bildausschnitt vergrössert und Sie bringen viel mehr Motiv auf Ihr Bild. Je kleiner die Brennweite, desto grösser wird der Schärfentiefenbereich. Diese Objektive eignen sich besonders für Landschaften und Architekturfotografie.

Die Weitwinkelobjektive teilt man in leichte und starke Weitwinkelobjektive ein.

Ein leichtes Weitwinkelobjektiv weist eine Brennweite von 28-35 mm (Kleinbild = KB) auf. Dadurch sind die Verzeichnungen (Verzerrungen gegen den Bildrand) kleiner. » Tamron f/1.8 35 mm

Das Superweitwinkel im Brennweitenbereich von 10-24 mm bringt einen extrem grossen Bildwinkel und aussergewöhnliche Perspektiven.

Der Extremfall der Weitwinkelobjektive ist das Fisheye. Mit einem Blickwinkel von bis zu 180 Grad entstehen durch die grossen Verzeichnungen tolle Effekte und Sie bekommen eine ganze Skyline auf ein einziges Bild. Der Einsatzbereich ist dadurch aber sehr beschränkt, der Effekt nicht oft einsetzbar.

Meine Wahl: Wenn Sie mit einer Halbformatkamera fotografieren, lohnt sich die Anschaffung eines Super-Weitwinkelobjektiv. Mit dem Tokina f/2.8 11-16 mm habe ich ein Objektiv mit relativ grosser Lichtstärke und – mit dem Crop-Faktor umgerechnet – ein 16-24 mm-Objektiv.

» Warum ein Weitwinkel-Zoom kaufen?

Teleobjektive – Welche Objektive kaufen?

Mit Teleobjektiven holen Sie sich Ihr Motiv näher heran. Der Bildausschnitt ist kleiner. Wir unterscheiden zwischen leichten Teleobjektiven von etwa 80 – 140 mm Brennweite, einem Standardbereich von 140 bis 300 mm und den Superteles mit noch längerer Brennweite.

Das leichte Tele mit 80-140 mm eignet sich perfekt für Portraitfotografie, da die geringe Schärfentiefe Personen vor einem Hintergrund isolieren kann und die Brennweite kaum zu Verzeichnungen führt.

Mit einem Standard-Zoombereich von 140-300 mm sind Sie für Tier-, Reise- und Sportfotografie gut ausgerüstet. Sie holen sich die Motive näher heran oder können einen kleineren Bildausschnitt (Detailaufnahmen) wählen.

Mit einem Superteleobjektiv von mehr als 300 mm können Sie scheue Tiere formatfüllend einfangen oder Sportler nahe heranholen. Als Beispiel für eine Vollformatkamera: Das Sigma f/5-6.3 150-600 mm. Durch den sehr kleinen Bildausschnitt und die schwere Optik wird es immer schwieriger, aus der Hand zu fotografieren. Bei solchen Brennweiten ist ein Stativ (oder ein Einbeinstativ) nötig, um scharfe Aufnahmen zu erreichen.

Meine Wahl:

Ich verwende an der Nikon D5300 / D7000 – Halbformatkamera ein Nikkor f/3.5-4.5 18-105 mm Zoom (27-157 mm KB) und ein Nikkor f/4.5-5.6 55-300 mm Telezoom (78-450 mm KB). Mit dem Sigma f/2.8 70-200 mm Tele-Zoom habe ich zudem ein hervorragendes Objektiv, welches zwar rund 1 kg wiegt, aber qualitativ hochstehend ist. Die Lichtstärke von f/2.8 über den ganzen Brennweitenbereich ist toll. Dieses kann ich auch an der Vollformatkamera Nikon D750 verwenden.

Zoom-Objektive – Welche Objektive kaufen?

Welche Objektive kaufen? Nikkor f/4.5-5.6 55-300mm-Zoom
Nikkor f/4.5-5.6 55-300mm-Zoom

Vor Jahrzehnten arbeitete man vor allem mit Festbrennweiten. Zoom-Objektive gab es noch wenige. Ihre Qualität lag deutlich unter den der Festbrennweiten. Inzwischen gibt es hochwertige Zoom-Objektive und preisgünstige Alternativen mit guter Abbildungsqualität.

Zoom-Objektive sind immer ein Kompromiss: Die Optik muss für verschiedene Brennweitenbereiche optimiert werden. In der Regel ist die Abbildungsqualität in den Endbereichen der Zoom-Einstellung am geringsten.

Zoomobjektive mit kleinen Brennweitenbereichen (z.B. 18-50 mm) sind den Zooms mit grossen Brennweitenbereichen (z.B. 18-300 mm, sogenannte Reise-Zooms) qualitativ überlegen. Dafür müssen Sie öfters die Optik wechseln und tragen viel Material mit sich herum. Zudem ist es auch eine Preisfrage.

Sehr beliebt ist der Brennweitenbereich 70-200 mm. Ich habe das ein Kilo schwere Sigma f/2.8 70-200 mm sowohl an der D7000, D5300 wie D750 sehr gerne. Die Abbildungsqualität ist hervorragend und die durchgehende Offenblende von f/2.8 lässt mich Motive perfekt isolieren.

Eine Festbrennweite wird ein Zoom in Sachen Abbildungsqualität immer überragen, aber es ist natürlich viel komfortabler, mit einem oder zwei Zooms durch die Gegend zu streifen als mit einem schweren Rucksack voll unterschiedlicher Festbrennweiten. Zudem birgt ein häufiger Objektivwechsel auch die Gefahr, dass Staub auf dem Sensor eingefangen wird.

Standard-Zoom

Wenn Sie eine neue Kamera kaufen, bekommen Sie ein Kit-Objektiv dazu. Meist sind das Standard-Zooms von 18-105 mm oder von 18-70 mm. Für den Anfang die perfekte Einsteigerlösung.

Reise-Zoom – Welche Objektive kaufen?

Sie sind vor allem für Hobbyfotografen ausgerichtet und werden für Halbformat- oder Micro-Four-Thirds-kameras hergestellt. Bridgekameras besitzen meist auch ein Reise-Zoom, welches fix verbaut ist. Die Preise sind im Vergleich zum erhaltenen Brennweitenbereich moderat. So erhalten Sie Reise-Zooms mit einem riesigen Brennweitenbereich von 18-300 mm (entspricht bei einer Halbformat-Kamera 27-450 mm).

Durch den grossen Brennweitenbereich werden aber auch die Kompromisse in Sachen Qualität und Lichtstärke grösser und Sie können keine durchgehende Offenblende erwarten. Dafür haben sie EIN Objektiv und schützen die Kamera vor Staub, der beim Wechseln immer eindringen kann.

Festbrennweiten – Welche Objektive kaufen?

Im Gegensatz zu den sehr flexiblen Zoom-Objektiven weisen Festbrennweiten wie der Name schon verrät eine fixe Brennweite auf. Der Vorteil einer Festbrennweite ist die deutlich bessere Abbildungsqualität und die grössere Lichtstärke. 50 mm-Objektive weisen eine Offenblende von f/1.2, f/1.4 oder f/1.8 auf. Damit können Sie mit Schärfe und Unschärfe perfekt spielen und tolle Effekte erzielen. Besonders der bei Offenblende entstehende Bokeh-Effekt ist hier speziell zu erwähnen.

Meine Wahl: Sehr gerne arbeite ich mit dem Nikkor f/1.8 50 mm-Objektiv (75 mm KB) und dem Nikkor f/1.8 35 mm-Objektiv (52 mm KB). Das Tamron f/1.8 35 mm weist sogar einen integrierten Bildstabilisator auf und ist an einer DX-Kamera von Nikon eine Normalbrennweite, an einer Vollformatkamera wie die Nikon D750 ein Weitwinkelobjektiv.

Während Sie mit einem Zoom bei der Wahl des Bildausschnittes einfach am Zoom-Ring drehen können, müssen Sie mit einer Festbrennweite die Aufnahmeposition ändern. Deshalb bringt die Verwendung einer Festbrennweite immer auch eine intensivere Auseinandersetzung mit der Perspektive, dem Aufnahmestandpunkt und des Bildausschnittes mit sich. » Unterwegs mit einer Festbrennweite

Makroobjektive – Welche Objektive kaufen?

Nikkor Micro f/3.5 85mm Makroobjektiv für Halbformat
Nikkor Micro f/3.5 85mm Makroobjektiv für Halbformat

Wenn Sie so nahe an das Motiv können, dass dieses mindestens in der Grösse 1:1 auf dem Bildsensor abgebildet werden kann, spricht man vom Makrobereich, andernfalls vom Nahbereich.

Makroobjektive sind so gebaut, dass Sie einen sehr kurzen Naheinstellbereich haben und kleine Motive formatfüllend abbilden können. Mit dem Nikkor Micro f/3.5 85 mm und einer Nikon D5300 können Sie einen Bildbereich von 16×23 mm (Sensorgrösse Halbformat) fotografieren. Das ermöglicht Ihnen spektakuläre Aufnahmen. Mit der Brennweite von 85 mm haben Sie zudem noch genügend Abstand zu ihrem Motiv. » Makro-Spezial

Das beschriebene Makroobjektiv von Nikon eignet sich mit der 85 mm Brennweite (127 mm KB) sehr gut als Portraitobjektiv und weist praktisch keine Verzeichnungen auf.

Meine Wahl: Nikkor Micro f/3.5 85 mm Makroobjektiv, Sigma Makro f/2.8 105 mm für KB.

» Tipps für den Kamerakauf – Checkliste

» Tipps zum Kauf eines Objektivs

» Lichtstärke eines Objektivs

» Kaufberatung: Bequemer, wasserdichter Fotorucksack mit viel Platz für Ihre Ausrüstung









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