Fototechnik

ISO-Einstellung

ISO-Einstellung Fotografieren im Zoo: Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600mm, 600mm KB, 1/400s, f/8, ISO2800, Einbeinstativ

ISO-Einstellung Fotografieren im Zoo

Die ISO-Einstellung sorgt im Zusammenspiel mit Blendenwert und Verschlusszeit für eine korrekte Belichtung eines Digtialbildes. Dies bezeichnet man als Belichtungsdreieck.

ISO, ein Standard der Internationalen Organisation für Normung ISO steht in der Fotografie für die Lichtempfindlichkeit der Sensoren oder in der analogan Fotografie des Filmmaterials.

ISO-Einstellung und Lichtempfindlichkeit

Die Empfindlichkeit, welche der analoge Film oder der digitale Sensor aufweist, wird mit ISO, DIN oder ASA angegeben. 100 ASA = 21 DIN = 100/21 ISO. Je empfindlicher der Bildträger nun ist, desto weniger Licht ist nötig, um ihn korrekt zu belichten. Höhere Zahlen bedeuten eine höhere, niedrigere Zahlen eine niedrigere Empfindlichkeit.

Es ist ein riesiger Vorteil, dass Sie in der digitalen Fotografie die Empfindlichkeit für jede Aufnahme neu einstellen können. Früher mussten Sie sich für einen Film entscheiden oder zwei Gehäuse mit je einem hoch- und schwachempfindlichen Film herumschleppen.




ASA ISO DIN Blende bei Verschlusszeit 1/30s
50 50/18 15 f/4
100 100/21 21 f/5.6
200 200/24 15 f/8
400 400/27 27 f/11
800 800/30 30 f/16
1600 1600/33 33 f/22
3200 3200/36 36 f/32

Weniger Licht – höhere Empfindlichkeit

Wenn Sie den Sensor der Digitalkamera empfindlicher eingestellt haben – also den ISO-Wert erhöhen -, dann können Sie bei wenig Licht noch aus der Hand fotografieren. Trotzdem sollten Sie nicht unnötigerweise eine zu hohe ISO-Einstellung verwenden, da die Schärfe abnimmt, die Farben an Brillanz einbüssen und Bildrauschen entsteht.

Wenn Sie die ISO-Zahl an Ihrer digitalen Kamera erhöhen, müssen die Lichtmengen, die auf die Fotodioden des Sensors fallen, verstärkt werden. Sie können sich das wie bei den alten Tonbandkassetten vorstellen: Je stärker die Lautstärke eingestellt wurde, desto grösser war das (Hinter-)Grundrauschen. Bei den digitalen Bildern macht sich dieses Grundrauschen als Störpixel oder Bildrauschen bemerkbar.

Ein weitere Nachteil einer hohen ISO-Einstellung an einer Digitalkamera: Der Dynamikumfang sinkt und die Farbwiedergabe sowie die Farbdetails leiden stark.

Grössere Sensorflächen mit Heimvorteil

Je kleiner der Sensor, desto stärker fällt das Bildrauschen ins Gewicht. Kompakt- und Spiegelreflexkameras sind meist auf ISO100 eingestellt. Einige Modelle passen die Empfindlichkeit bei schlechten Verhältnissen automatisch an. Diese automatische ISO-Einstellung kann man deaktivieren oder auf gewünschte Werte reduzieren. So haben Sie eine bessere Kontrolle über die Bildqualität.

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Wenn Sie oft bei sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografieren, so können Sie an Ihrer Kamera die ISO-Automatik einstellen und die Grenzbereiche festlegen (zum Beispiel von ISO100 bis ISO1600). Die Kamera wählt dann je nach Lichtverhältnissen die nötige ISO-Zahl aus.

Bei ISO200 anstatt 100 können Sie die Verschlusszeit halbieren (zum Beispiel von 1/60 auf 1/125s), um Verwacklungen zu vermeiden oder Bewegung besser einfrieren zu können. Oder Sie können alternativ die Blendenöffnung um eine Stufe schliessen (zum Beispiel von f/4 auf f/5.6), um den Schärfentiefenbereich zu erhöhen.

Je grösser der ISO-Wert, desto anfälliger werden die Bilder auf Bildrauschen. Schlechte Sensoren beginnen bereits bei ISO200 oder 400 zu rauschen. Viele Kameras bieten die Funktion Rauschunterdrückung an, um diesen unterwünschten Effekt zu reduzieren.

Kleinbildformat-Sensoren erreichen bezüglich Bildrauschen bei höherer ISO-Einstellungen die besten Ergebnisse.

ISO-Einstellung im Zoo - Chamaeleon
ISO-Einstellung im Zoo – Chamäleon: Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600mm, 600mm KB, 1/180s, f/6.3, ISO6400, Einbeinstativ
Schlange im Vivarium bei ISO6400 und Kleinbildsensor
Schlange im Vivarium mit Kleinbildsensor fotografiert, Nikon D750, Sigma Macro f/3.5 105mm, 1/125s, f/6.7, ISO6400

Wenn Sie mit dem RAW-Format fotografieren, können Sie ein allfälliges Bildrauschen mit dem RAW-Konverter oder mit einem RAW-Entwickler wie Adobe Photoshop Lightroom feiner korrigieren, als dies die Kameraelektronik macht.

Welche ISO-Einstellung für welche Motivsituation?

Für Anfänger ist es manchmal schwierig, zu entscheiden, bei welchen Motiven nun welche ISO-Einstellung am optimalsten wäre.

  • Bewegung fotografieren: Fotografieren Sie Motive, die in Bewegung sind, müssen Sie eine kurze Verschlusszeit wählen. Oft erfordert das eine Erhöhung der ISO-Einstellung auf ISO400 bis ISO1600.
  • Bei Partys und Konzerten finden Sie in der Regel sehr schwache Lichtverhältnisse vor. Ein Blitzlicht würde die Atmosphäre zerstören. Erhöhen Sie, je nach Kamerasensor und Qualitätsanspruch an die Bilder den Wert auf ISO3200 oder mehr. Mit einer Vollformat-Sensor-Kamera können Sie gut auf eine ISO-Einstellung von 6400 gehen.
  • Bei langen Brennweiten (400mm, 600mm oder mehr) – zum Beispiel in einem Zoo – müssen Sie mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten. Das erfordert eine erhöhte ISO-Einstellung von 400 bis 800.
  • Bewegungsunschärfe von fliessendem Wasser können Sie mit langen Verschlusszeiten und der tiefesten ISO-Einstellung  – allenfalls kombiniert mit einem Neutraldichte-Filter – einfangen.
  • Landschaften oder Motive mit vielen, kleinen Details fotografieren Sie mit einem ISO-Wert von 100 oder 200. Der Sensor weist bei diesen Einstellungen die beste Leistung bezüglich Detailwiedergabe und Farbqualität auf.
ISO-Einstellung im Zoo
ISO-Einstellung im Zoo: Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600mm, 550mm KB, 1/400s, f/6.7, ISO2200, Einbeinstativ, ISO-Automatik
ISO-Einstellung Langzeitbelichtung
ISO-Einstellung Langzeitbelichtung: Nikon D750, Sigma f/1.8 35mm, 30s, f/5.6, ISO100, ND-Graufilter, Stativ

ISO-Automatik abhängig von der Belichtungszeit

Viele Kameras weisen in den tiefen ihrere Menüs eine ISO-Automatik mit vordefinierter Mindest-Belichtungszeit auf. Fotografieren Sie zum Beispiel mit einer Festbrennweite von 50mm, so wählen Sie als Mindest-Verschlusszeit 1/50 oder besser noch 1/125s.

Nun regelt die Kamera-Automatik selbst, ob die Lichtverhältnisse noch ausreichen oder die ISO-Einstellung erhöht wird. Vorteil: Ihnen gehen keine Motive durch die Lappen, falls die Lichtverhältnisse sich plötzlich stark verändern.

» ISO-Automatik korrekt einstellen

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» Das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert





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