Fotopraxis

Fotografieren im Urlaub

Fotografieren im Urlaub, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200mm, 210mm KB, 1/750s, f/3.3, ISO400

Fotografieren im Urlaub

Fotografieren im Urlaub? In diesem Artikel gebe ich Ihnen Tipps, was Sie für welchen Einsatz einpacken könnten. Eine Checkliste und Tipps für tolle Urlaubsfotos finden Sie ebenfalls! Klick!

Fotografieren im Urlaub

In der Urlaubszeit haben Sie sicher viel Freiraum, um mit der Kamera auf Motivjagd zu gehen oder Sie möchten Ihre Reise mit aussagekräftigen Bildern dokumentieren. Wer mehr als ein paar Tage unterwegs ist, muss das Fotografieren im Urlaub etwas planen. Was gibt es ärgerliches, als wenn der Akku im dümmsten Moment leer oder die Speicherkarte voll ist?

Welches Kameramodell muss mit? Fotografieren im Urlaub

  • Keine einfache Frage. Es kommt darauf an, was Sie mit Ihren Fotos vorhaben. Wenn Sie eine Reise einfach dokumentieren möchten, werden Sie mit einer kleinen, leichten Kompaktkamera glücklich sein. Haben Sie hohe Qualitätsansprüche an Ihre Bilder und legen Sie Wert auf schnelles Scharfstellen (Fokussieren), sind Sie mit den sehr flexibel einsetzbaren System- oder Spiegelreflexkameras besser bedient. Dazwischen gibt es ein Kamerasegment, die Bridge-Kameras, welche von der Qualität der Bildsensoren, der Flexibilität, dem Preis und dem Gewicht zwischen den kleinen Kompakten und den grossen Spiegelreflexkameras liegen. Zudem gibt es Kompaktkameras mit Halbformat-Sensoren aus dem teureren Preissegment.
  • Wenn Sie die Wahl zwischen Voll- und Halbformatkamera haben, würde ich die letztere mitnehmen: Die ganze Ausrüstung wird dann deutlich leichter und Sie sind viel mobiler damit unterwegs.
  • Wenn ich mit wenig Gepäck verreisen möchte, packe ich die Edel-Kompakte Sony DSC-RX100iii ein. Sie hat eine sehr gute Optik mit einem f/1.8-2.8 24-70mm-Zoom und erreicht eine sehr gute Bildqualität mit dem 20-Megapixel-Sensor. Zudem kann ich im RAW-Format fotografieren, was mir immer wichtig ist. Hier zwei Beispielbilder mit der Sony RX100iii:
Vorplatz-Idylle mit Kompaktkamera fotografiert

Vorplatz-Idylle, Sony DSC RX1003, f/1.8-2.8 24-70mm, 26mm KB, 1/250s, f/4, ISO125

Bügelflaschen vor Tessiner Haus

Bügelflaschen vor Tessiner Haus, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 40mm KB, 1/80s, f/4, ISO125









Objektive für die Spiegelreflexkamera

  • Festbrennweiten sind qualitativ besser als Zoomobjektive. Letztere sind dafür viel flexibler und Sie müssen anstelle von drei Objektiven nur eines mitnehmen. Das reduziert das Gewicht der Ausrüstung enorm.
  • Wenn Sie an einem Ort fotografieren, in dem viel Staub oder Sand verweht wird (Meer, Steppen…) verzichten Sie auf ein ausfahrbares Zoom-Objektiv. Der feine Sand bleibt gerne zwischen dem ausfahrbaren Tubus für immer stecken. Greifen Sie zu Festbrennweiten.
  • Je nach Ihren Qualitätsansprüchen entscheiden Sie sich für das eine oder andere. Für Landschaftsfotografien benötigen Sie kurze Brennweiten von 18 bis 35mm, für Portraits sind 80 – 100mm ideal, für Tierfotografie 300mm und mehr.
  • Mit einem Zoom von 18 bis 105mm können Sie den grössten Teil der Motive in den Griff kriegen. Wenn Sie gerne Details heranzoomen, erweitern Sie Ihren Brennweitenbereich bis 200 oder 300mm.
  • Eine Alternative wäre auch ein Reisezoom oder Reiseobjektiv 18-300mm. Damit haben Sie den ganzen grössten Brennweitenbereich abgedeckt und müssen nur ein Objektiv mitnehmen. Reisezooms sind leicht, schwächeln aber in der Qualität und Lichtstärke. Wenn Sie gerne Motive mit einer Offenblende schön isolieren wollen, wählen Sie ein Zoom mit kleinerem Brennweitenbereich und höherer Lichtstärke. Das Tamron Reisezoom f/3.5-6.3 16-200mm wiest in der Telestellung (200mm) eine Offenblende von f/6.3 auf. Das deutlich schwerere (und teurere) Sigma f/2.8 70-200m die Offenblende f/2.8. Mit dem Sigma benötigen Sie deshalb 6x weniger Licht (f/2.8 statt f/6.3). Das ist nicht zu vernachlässigen.
  • Minimalistisch unterwegs sein? Wie wäre es einmal mit dem Verzicht auf eine grosse Ausrüstung und nur mit einer 35- oder 50mm-Festbrennweite unterwegs zu sein? Motive dafür finden Sie überall – und Sie schulen damit Ihr Auge für das besondere Bild. Besonders für Städtefotos mach ich die 35-er-Linse an der Nikon D7000 Halbformatkamera oder die 50-er-Linse an der Nikon D750 Kleinbildkamera.
  • Wenn Sie vor allem Landschaften fotografieren wollen, benötigen Sie Weitwinkelbrennweiten von mindestens 18-35mm (Halbformatkameras) oder 27-50mm (Kleinbildformat). Ultraweitwinkel (11-16mm Halbformat, 15-24mm Vollformat) ermöglichen tolle Bildeffekte.
  • Fotografieren Sie Tiere in der freien Wildbahn oder in einem Tiergarten? Dann benötigen Sie viel Brennweite. Ein Zoom der Grösse 150-600mm deckt den grössten Teil ab. In Kombination mit einer Halbformatkamera erreichen Sie damit 225-900mm. Das ist nicht zu viel, um einen Löwen nah vor die Linse zu bringen. » Wildlife-Fotografie
  • Wenn Sie sich für EINE einzige Brennweite entscheiden müssen / wollen, wählen Sie das 35-mm-Objektiv.

Welches Zubehör brauche ich?

  • Egal, für welches Kameramodell Sie sich entscheiden: Genügend Speicherplatz in Form von Speicherkarten und Speichertanks, mobilen Festplatten oder USB-Sticks sowie leistungsfähige Akkus oder Batterien müssen mit ins Reisegepäck.
Spiegelungen und stürzende Linien - Rathaus St. Gallen

Rathaus St. Gallen, Nikon D7000, Nikkor f/1.8 35mm, 52mm KB, 1/45s, f5.6, ISO100

Speicherkarten

  • Es gibt eine Menge von unterschiedlichen Speicherkarten. Achten Sie unbedingt auf die Bauart (SD, SSD, MicroSD,…..). Im Handel werden Karten mit höherer Schreibgeschwindigkeit (Speichertempo) angeboten. Wenn Sie oft Serienaufnahmen machen, macht das Sinn. Sonst werden Sie auch mit dem günstigeren Modell gut über die Runden kommen.
  • Ich empfehle Ihnen, statt einer Speicherkarte zwei oder mehrere zu kaufen. Geht einer die Luft aus, haben Sie Ersatz dabei. Zudem sind zwei Speicherkarten mit je 16 GB Speicherplatz viel günstiger als eine mit 32 GB.
  • Wenn Sie keine Möglichkeit haben, die Bilder auf dem Computer zu sichern, können Sie einen so genannen Bildtank mitnehmen. Das ist eine externe Festplatte, auf die Sie die Fotos von der Kamera direkt oder über Kartensteckplätze sichern können. Doppelt genäht hält besser! Ich erstelle immer noch eine zweite Sicherung, bevor ich die Speicherkarten für den nächsten Einsatz formatiere. Für den Transfer der Daten benötigen Sie das USB-Kabel (Kamera-Computer) und evt. Kamera-TV zum Begutachten der Aufnahmen an einem TV-Gerät im Hotel.
Nottreppe an Geschäftshaus - Architekturdetails herausarbeiten

Nottreppe an Geschäftshaus – Architekturdetails herausarbeiten, Sony DSC-RX1003, Zeiss f/2.8-4 24-70mm, 24mm KB, 1/400s, f/5.6, ISO125

Akkus – Fotografieren im Urlaub

  • Ich kaufe jeweils gleich einen zweiten Akku für ein Kameramodell. So habe ich immer einen Reserve-Akku dabei. Die Akkus der Spiegelreflexkamera halten locker für 600 bis 900 Bilder oder mehr. Hier trumpfen die grösseren und schwereren Spiegelreflex-Modelle über die spiegllosen Systemkameras.
  • Wenn Sie in einer Gegend Ferien machen, in der die westlichen Standards noch nicht umgesetzt wurden, ist es wichtig, dass Sie passende Batterien, bzw. Akkus mit dabei haben. Achten Sie darauf, dass Sie das Ladegerät für die Akkus an das entsprechende Stromnetz anschliessen können (250 / 110 Volt…). Ein Universalstecker für die unterschiedlichen Steckdosen der Welt ist dann ebenfalls unerlässlich.
  • Viele Funktionen, die viel Energie brauchen, können Sie an der Kamera abstellen oder mindestens reduzieren. Die Live-View benötigen Sie bei einer Spiegelreflexkamera nur, wenn Sie in schwierigen Situationen scharf stellen wollen. Schalten Sie diesen Energiefresser aus. Ob ein geknipstes Bild auf dem Display angezeigt werden soll und wie lange können Sie bequem über das Kameramenü einstellen.
  • Reduzieren Sie die Zeitspanne, in der Ihre Kamera in den Standby-Modus gehen soll. Das spart ebenfalls eine Menge Strom.
Nachtaufnahmen Ascona zur Blauen Stunde

Nachtaufnahme Ascona, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30mm, 18mm KB, 17s, f/11, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Fotozubehör – Fotografieren im Urlaub

  • Je nachdem, was Sie vorhaben und wie Sie reisen, wird ein Stativ (Langzeitaufnahmen, spezielle Effekte, Panorama-Aufnahmen, Makro- und Nahfotografie, Wischeffekte von Wasser…) in Frage kommen.
  • Dazu einen Fern- oder Kabelauslöser.
  • Die meisten Kameras haben ein Blitzgerät eingebaut, welches für die meisten Situationen ausreichend ist. Die Sensoren der Spiegelreflexkameras haben derart Fortschritte gemacht, dass es möglich ist, an einer Party ohne das kalte Licht der Blitzgeräte zu fotografieren. Wenn Sie für das Ausleuchten von Gegenlichtaufnahmen oder für spezielle Anlässe ein Blitzgerät benötigen, kommt dies ins Gepäck. Dazu gehören passende Batterien oder Akkus (inkl. Ladegerät).
  • Ein Polarisationsfilter gehört für Spiegelreflex-Fotografen immer ins Gepäck. Wenn Sie auf Spezial-Effekts schwören, packen Sie Graufilter / Neutraldichtefilter mit ein. Denken Sie daran, allenfalls nötige Adapterringe für andere Objektiv-Durchmesser einzupacken.

» Checkliste Fotoausrüstung zum Downloaden

Abendstimmung auf dem Lande, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/125s, f/11, ISO100

Einstellungen an der Kamera

  • Geben Sie den Digitalbildern einen eigenen Namen! Jede Datei wird mit 8 Zeichen (davon vier für die Nummerierung)+ Dateiendung gespeichert. Beispiel: NIK_0099.jpg. Die ersten vier Zeichen können Sie in der Regel selbst festlegen. So können Sie Ihre Dateien schon am Namen erkennen. Beispiel: Urlaub 2012 = U12_0000.jpg.
  • Die Bildnummern können Sie ebenfalls unter dem Benutzermenü auf Null zurücksetzen. Befinden Sie sich im Urlaub in einem Land einer anderen Zeitzone, ändern Sie unbedingt Datum / Uhrzeit.
  • Mit GPS-Modulen kann Ihre Kamera den Standort der Bildaufnahme lokalisieren und mitspeichern. Das erleichtert bei Rundreisen das Ordnen zuhause.

» Checkliste Kameraeinstellungen zum Downloaden

Tipps für tolle Fotos – Fotografieren im Urlaub

  • Stimmen Sie sich mit einem Reiseführer oder mit dem Internet auf Ihren Ferienort ein. Welche fotogenen Sujets sind zu erwarten? Zu welcher Tageszeit ist das Licht für ein Fotomotiv am besten?
  • Schauen Sie sich am ersten Tag am Postkartenstand um, was für tolle Sujets die Ferienregion bietet – oder stöbern Sie im Internet. So können Sie gezielter auf Sujet-Jagd gehen…
  • Wiederholen Sie eine Fototour während einer anderen Uhrzeit nochmals. Die Beleuchtung hat dann geändert und andere Motive werden ins rechte Licht gerückt. Die Morgen- und Abendstunden bringen meist stimmigere Aufnahmen durch längere Schatten der tiefstehenden Sonne.
  • Machen Sie immer zwei Aufnahmen vom gleichen Motiv. Je nach Aufnahmebedingungen ist eines schärfer geraten und Sie können das andere aussondern.
  • Fotografieren Sie viel. Der Vorteil der Digitalfotografie ist, dass Sie schlechte Bilder gleich wieder löschen können. Machen Sie vom gleichen Motiv mehrere Aufnahmen von verschiedenen Standorten, unterschiedlichen Bildausschnitten oder unter verschiedenen Perspektiven.
  • Nehmen Sie sich aber auch einmal besonders viel Zeit für ein Motiv. Umrunden Sie es. Wechseln Sie die Position und den Bildausschnitt. Überlegen Sie sich, wie Sie das Motiv perfekt aufs Bild bekommen. Ein tolles Bild bringt Ihnen mehr als 200 wenig aussagekräftige Schnappschüsse.
  • Speichern Sie Ihre Bilder wenn möglich im RAW-Format (Roh-Datei-Format). Dabei werden alle Bildinformationen praktisch unverarbeitet gespeichert. Nachteil: Grosse Bilddatei (20 MB bei 16 Mio Pixel), Bild muss vor der Weitergabe in anders Format konvertiert werden. Vorteil: Weissabgleich, Farbtemperatur, Belichtungskorrekturen können bequem und verlustfrei am PC vorgenommen werden, grösserer Dynamikumfang mit bis zu 14 bit.
  • Wenn Sie Ihren Laptop oder Ihr Tablet mit in die Ferien nehmen, speichern Sie darauf das Benutzerhandbuch im pdf-Format. So können Sie bequem nachschauen, wenn Sie etwas wissen müssen und brauchen kein Buch mitzuschleppen. Oder Sie speichern das PDF auf Ihrem Smartphone. Dann ist die Anleitung immer mit dabei.
  • Misten Sie Ihre Aufnahmen regelmässig aus. Löschen Sie unscharf geratene oder überhaupt misslungene Bilder. Schärfevergleiche lassen sich zwar am Computer optimal vergleichen, aber bereits die Vergrösserung am Kameradisplay gibt erste Aufschlüsse.
  • Verwenden Sie zur Abwechslung einmal ein Panoramabild. Die meisten entstehen zwar in der Horizontalen, es geht aber – bei hohen Motiven – auch vertikal! (Panorama mit Photoshop Elements)
Rohrspitz - Abendstimmung am Bodensee

Rohrspitz – Abendstimmung am Bodensee, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30mm, 15mm KB, 1/160s, f/11, ISO100, HDR-Bearbeitung Lightroom

» Schnappschuss oder Fotografieren?

Urlaubstagebuch mit Retro-Effekt

Möchten Sie nur Ihr Smartphone mitnehmen? Machen Sie das! Mit dem Retro-Camera-App fotografieren Sie sich ein spezielles Reisetagebuch. Sie müssen sich weder um eine Brennweite, eine Blende oder ein Verschlusszeit kümmern. Nur das Motiv ist wichtig. Urlaub der besonderen Art.

Fotografieren im Urlaub

Hinterhofidylle, Samsung Galaxy S4, RetroCamera-App, The Little Orange Box

Nach dem Urlaub

  • Nehmen Sie sich – am besten an einem Regentag – nochmals reichlich Zeit, um die umfangreiche Bildersammlung zu sichten und zu ordnen. Behalten Sie nur wirklich gelungene Aufnahmen. Versehen Sie diese mit Stichworten (Tags).
  • » Datensicherung Ihrer Fotos

» Digitaler Workflow: Bilder importieren, Aussortieren, Verschlagworten

» Motive in der Stadt

» Einfach fotografieren – ohne Technik-Kenntnisse

» Pfiffige Kinderfotos machen






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