Fotokurs Fotolexikon

Motivprogramme

Sonnenstoren No 1, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 70mm KB, 1/800s, f/7.1, ISO125

Sonnenstoren Number 1 - Motivprogramme

Motivprogramme sind die kleinen Helferlein, wenn Sie mit den Einstellmöglichkeiten einer Kamera nocht nicht so vertraut sind. Sie optimieren mit Standardeinstellungen Ihr Bild.

Motivprogramme – die kleinen Heferlein

Motivprogramme helfen Ihnen, bei verschiedenen Aufnahmesituationen die richtigen Einstellungen vorzunehmen. Wo Sie früher manuell in die Belichtungsmessung und Verschlusszeitregelung eingreifen mussten, um mit Erfahrungswerten ein falsch belichtetes Bild zu vermeiden, nehmen Ihnen die Motivprogramme die meisten Entscheidungen ab. So wird die Trefferquote von gut belichteten Bildern entscheidend erhöht. Trotzdem finde ich es wichtig, wenn Sie hinter diese Entscheide sehen. So werden Sie Ihre Erfahrungen ausbauen und auch mal korrigierend eingreifen können. Und wenn Sie den Zusammenhang von Verschlusszeit, Blende und ISO-Wert verstehen, werden Sie gestaltend eingreifen können.

Fachhochschule spiegelt sich in Rathausfassade St. Gallen - Motivprogramme

Fachhochschule spiegelt sich in der Rathausfassade in St. Gallen, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200mm und Sigma 1.4x Konverter, 420mm KB, 1/500s, f/4, ISO100

Ich stelle Ihnen ein paar Programme, welche auf den meisten Digitalkameras vorhanden sind:

Porträt: Mit dieser Einstellung lassen sich gute Porträts knipsen. Die Kamera stellt die Verschlusszeit und Blende so ein, dass sich der Hintergrund möglichst vom wichtigen Hauptmotiv (Gesicht, Brustbild…) abhebt. Oft wird ein Aufhellblitz eingesetzt.

Manuell: Zoomen (ca. 80-100mm Brennweite), grosse Blendenöffnung(ca. f/4 bis f/5.6) verwenden). Hintergrund weit vom Objekt entfernt. Ruhigen Hintergrund wählen.









Nachtporträt: Person oder Personengruppe in der Dämmerung oder nachts vor Kulisse ablichten. Belichtung wird auf Kulisse errechnet (lange Verschlusszeit, je nach Lichtverhältnissen) und der Blitz hellt die Person/en im Vordergrund auf. Evt. Stativ nötig (Verwacklungsgefahr), Person nicht zu weit weg (Blitzreichweite!).

Manuell: Belichtung auf Hintergrund vornehmen, evt. Stativ verwenden, Aufhellblitz einstellen.

Schneestrukturen mit dem Handy fotografiert

Schneestrukturen im Sonnenlicht mit dem Smartphone fotografiert
Samsung Galaxy S4, 4.2mm, 31mm KB, 1/2300s, ISO50

Strand/Schnee: Beide Motive werden bei normaler Belichtung zu dunkel abgebildet, weil der Belichtungsmesser auf ein mittleres Grau geeicht ist. Dieses Motivprogramm korrigiert um einen oder zwei Blendenstufen, damit der Schnee auch wirklich weiss bleibt.

Manuell: Belichtungskorrektur nötig: +1.0 / +1.5 / +2.0 EV, allenfalls Weissabgleich anpassen.

Fotografieren im Schnee – Wie bleibt der Schnee auch schneeweiss?

Sehen in der Dunkelheit - Zug mit Langzeitbelichtung

Sehen in der Dunkelheit – Langzeitbelichtung, Nikon D5300, Sigma f/2.8-4 17-70mm, 39mm KB, 30s, f/6.7, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Nachtaufnahme: Wenn die Lichtverhältnisse knapp werden, wählen Sie diese Einstellung für Landschaften, Gebäudeaufnahmen etc. Stativ verwenden, denn mit den nötigen langen Verschlusszeiten wird sonst alles verwackelt.

Manuell: Im manuellen Modus Belichtung messen, Kamera auf ein Stativ montieren. Selbstauslöser wählen (Erschütterung beim Auslösen per Fingerdruck vermeiden). Eventuell Belichtungskorrektur mit +/- – Taste.

Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen – Ausrüstung und Einstellungen

Workshop Bildgestaltung - Tulpe auf weissem Hintergrund

Tulpe in Weiss, Nikon D750, Sigma f/2.8 105mm Makro EX DG OS HSM, 1/4s, f/19, ISO100, Stativ, Fernauslöser

Nahaufnahme: Ideal für Pflanzen, Insekten und andere kleine Objekte. Durch den nahen Fokus wird der Hintergrund sanft verschwommen. Bei meiner Kompaktkamera kann ich mit der Weitwinkel-Einstellung bis auf eine Distanz von 4 cm ans Motiv. Stativ empfohlen, weil schon die kleinste Bewegung der Kamera bewirken kann, dass sich das Motiv ausserhalb des eingestellten Schärfenbereichs befindet.

Manuell: Meist nur mit speziellen Objektiven – sogenannten Makroobjektiven – möglich. Mit dem Smartphone können Sie meistens ebenfalls sehr nahe an ein Motiv.

Nahaufnahmen richtig gemacht. Ich zeige, auf was Sie achten müssen.

hoher Kontrastumfang bei Gegenlicht - Baum im Herbstnebel

Hoher Kontrastumfang bei Gegenlicht, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/250s, f/8, ISO100, tonemapped mit PhotomatixPro

Sonnenauf-/untergang: Belichtung wird auf die herrschenden intensiven Farbtöne eingestellt und korrigiert.

Manuell: Belichtungskorrektur nötig: +0.5 / +1.0 / +1.5 / +2.0 EV. Weissabgleich manuell einstellen.

Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge fotografieren – Tipps und Tricks.

Landschaft: Optimal zur Verstärkung der Farben, Konturen und Kontraste von Landschaften, Wäldern, Wolkengebilden etc. Kleiner Blendenwert garantiert eine grosse Schärfentiefe.

Manuell: Weitwinkelobjektiv, kleine Blendenöffnung wählen (f/8, f/11, f/16 oder f/22).

Im Artikel Landschaftsfotografie gehe ich detailliert auf die Kameraeinstellungen ein.

Innenaufnahme ohne Blitz

Küche in Tessiner Haus, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-4.5 18-105mm, 27mm KB, 1/6s, f/3.5, ISO400

InnenaufnahmenInnenaufnahme: Für stimmunsvolle Bilder bei unterschiedlicher Beleuchtung (Kerzen, Tageslicht, Kunstlicht). Oft wird ein Stativ nötig (Verwacklungsgefahr). Die Kamera löst keinen Blitz aus. Das würde die Lichtstimmung zerstören.

Manuell: Belichtungsmessung, Stativ.

Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel Innenaufnahmen mit Pfiff.

hoher Kontrastumfang bei Gegenlicht - Baum im Herbstnebel

Hoher Kontrastumfang bei Gegenlicht, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/250s, f/8, ISO100, tonemapped mit PhotomatixPro

Gegenlicht/Aufhellblitzen: Optimal bei schwierigen Lichtverhältnissen (Licht kommt aus der Gegend des Motivs). Motiv wäre bei einer normalen Belichtung total im Schatten und kaum erkennbar. Die Digitalkamera zündet zusätzlich zur gemessenen Belichtung den Blitz und hellt Motiv auf.

Manuell: Bei schwierigen Verhältnissen eine Belichtungsreihe erstellen. Blitz nur bei Portraits gebrauchen. Kleine Blendenöffnung wählen – führt zu schönem Blendenstern.

Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel Gegenlichtaufnahmen.

Wenn Sie im RAW-Format fotografieren, können Sie die Farbstimmungen, die Motivprogramme über Ihre Bilder legen, verlustfrei und rückkehrbar ausprobieren und anwenden.

» Das Belichtungsdreieck

» Workshop Bildgestaltung






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