Bildaufbau

Bildgestaltung und Bildwirkung

Fensterbögen an Altstadthaus, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 58mm KB, 1/250s, f/4, ISO125

Bildgestaltung und Bildwirkung - Fensterbögen an Altstadthaus

Bildgestaltung und Bildwirkung wird einem nicht in die Wiege gelegt. Der Fotograf oder die Fotografin muss sich damit befassen, um bewusst in die Gestaltung eingreifen zu können.

Bildgestaltung und Bildwirkung

Die Bildaufteilung und der Bildausschnitt tragen viel zu einer ausgewogenen Bildwirkung bei. Ich zeige Ihnen einige Möglichkeiten auf, möchten Sie aber auch ermuntern, Regeln zu brechen und immer wieder einmal zu experimentieren.

Goldener Schnitt

Der Goldene Schnitt ist eine Bildaufteilung, welche schon in alten Kulturen verwendet wurde. Es teilt eine Strecke im Verhältnis von ca. 5:8 auf. Wichtige Bildflächen werden in diesem Verhältnis geteilt oder Sie setzen das Hauptmotiv auf den Schnittpunkt zweier 5:8-Linien.

Goldener Schnitt - Schnecke auf blauem Stuhl

Schnecke im Goldenen Schnitt, Nikon D7000, Nikkor Micro f/3.5 85mm, 127mm KB, 1/125s, f/9.5, ISO1100

Drittelregel

Die Drittelregel ist eine leicht umsetzbare Variante des Goldenen Schnittes, in welcher das Bild horizontal wie vertikal in drei gleichbreite Streifen geteilt wird. Das Motiv können Sie nun auf die Schnittpunkte der Drittellinien setzen. So kommt das Motiv von der Mitte weg. Weil der Autofokuspunkt normalerweise in der Bildmitte arbeitet, verleitet es, das Hauptmotiv mit dem Fokuspunkt scharf zu stellen. Oft macht man sich deshalb gar keine Gedanken zu anderen, vielfach besseren Alternativen.

Eine Aufteilung von einem Drittel zu zwei Dritteln wirkt bei Flächen meist sehr ausgewogen. Ist der Himmel mit den Wolkenbildern wichtig, bekommt er zwei Drittel, das Ufer einen. Möchten Sie den Uferbereich betonen, machen Sie es umgekehrt und nehmen einen Drittel für den Himmel und zwei für den Uferbereich.

Drittelregel - Schnecke auf blauem Stuhl - Bildgestaltung und Bildwirkung

Drittelregel mit Schnecke, Nikon D7000, Nikkor Micro f/3.5 85mm, 127mm KB, 1/125s, f/9.5, ISO1100


Horizont

  • Eine leicht schiefe Horizontlinie kann ein Bild zerstören. Achten Sie darauf, dass der Horizont waagrecht im Bild liegt. Dabei kann das Gitternetz im Sucher oder in der Live-View-Ansicht helfen. Smartphone-Apps, Kompakt- und Spiegelreflexkameras haben einen virtuellen Horizont, den man zur Hilfe einblenden kann.
  • Kontrollieren Sie am PC, ob der Horizont waagrecht ist. Wenn nicht, korrigieren Sie diesen. » Schiefer Horizont korrigieren
  • Liegt das Motiv und der Horizont mittig im Bild, gibt es für das Auge keinen Schwerpunkt. Das Bild wirkt harmonisch, vielfach aber auch langweilig.
  • Setzen Sie den Horizont auf die untere Drittellinie, wenn Ihnen der Himmel oder die Wolkenbilder wichtiger sind. Auf der oberen Drittellinie platziert, bekommt der Uferbereich mit dem Vordergrund mehr Dominanz und wirkt dominanter.
Tiefer Horizont - Bildgestaltung und Bildwirkung

Tiefer Horizont, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 50mm, 75mm KB, 1/750s, f/11, ISO100

Symmetrien

  • Asymmetrie wirkt oft spannend und dynamisch, während Symmetrie eher die Ruhe und Ausgewogenheit ausstrahlt.
  • Manchmal wirken symmetrische Bilder besonders gut, wenn wirklich alles stimmt. Aber ein kleines unsymmetrisches Motiv im symmetrischen Bild kann zusätzliche Spannung ins Bild bringen.
  • Üben Sie den Blick für Symmetrien, indem Sie sich auf einem Fotoausgang nur auf dieses Thema konzentrieren. Sie werden feststellen, dass das viel mehr Spass macht, als nach allem Möglichen Ausschau zu halten. » Mit Symmetrien gestalten
  • Bei Asymmetrischen Aufnahme ist es wichtig, dass Sie das Auge führen. Sei es mit Linien, mit gleichen Motiven, die sich zu einer Linie vereinen – zum Beispiel: Hintereinander stehende Bäume einer Allee – oder mit punktuellen Eyecatcher. » Linien führen das Auge
Symmetrie in der Kirche von Mogno

Symmetrie in der Kirche von Mario Botta in Mogno TI, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/2s, f/8, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung, tonemapped mit PhotomatixPRO

Freiräume

Wenn Sie ein Motiv besonders gut platzieren wollen, dann lassen Sie in Blick- oder Bewegungsrichtung genügend Platz als Freiraum.

Mofafahrerin - mit Leerraum gestalten

Mofafahrerin, Nikon D7000, Sigma f/2.8-4 17-70mm, 1/60s, f/9.5, ISO100, Mitzieheffekt

Bildausschnitt

  • Bildgestaltung und Bildwirkung braucht Zeit und bewusstes Herangehen an das Thema. Einerseits sollen Sie sich auf die Bildaufteilung – Horizont, goldener Schnitt, Symmetrien, Drittelregel, Freiräume in Blickrichtung konzentrieren -, andererseits ist es aber auch wichtig zu kontrollieren, ob der Ausschnitt optimal gelegt ist. Können Sie diesen noch etwas enger fassen – näher herangehen?
  • Hat es Bildteile, die Sie noch ausblenden möchten?
  • Störende Motive, die in das Bild hineinragen?
  • Werden Bildteile unvorteilhaft abgeschnitten?
  • Wenn Sie Motive anschneiden, dann bewusst stark. Ein leichter Anschnitt sieht nicht nach Absicht aus.
  • Schnitte durch Augen und Gelenke sollten Sie vermeiden. Das empfinden wir als stossend.
  • Fassen Sie einen Bildausschnitt möglichst eng. Je enger der Ausschnitt, desto stärker die Bildaussage.
Christbaumkugeln ganz nah - Bildgestaltung und Bildwirkung

Christbaumkugeln – klar, oder?, Nikon D5300, Sigma Micro f/2.8 105mm, 157mm KB, 1/3s, f/3.5, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Rahmen – Bilder einrahmen

  • Bilder brauchen Begrenzungen. Wenn Sie ein Motiv mit Himmel fotografieren, können Sie durch den Einbezug eines Rahmens wie Äste, ein Torbogen das Bild optisch begrenzen. Das gibt der Bildaussage eine Stabilität und hindert das Auge daran, das Bild zu verlassen.
  • Wenn der natürliche Rahmen für die Bildaussage wichtig ist, sollten Sie diesen ebenfalls scharf abbilden, ist er das nicht, kann er auch in der Unschärfe verschwinden.
Abendstimmung in St. Gallen

Abendstimmung in St. Gallen, Nikon D7000, Tokina f/2.8-4 11-16mm, 22mm KB, 1/350s, f/9.5, ISO100

» Tamron SP 35 mm f/1.8 Di VC USD

» Einfach fotografieren – ohne Technik-Kenntnisse

» Den fotografischen Blick schulen

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