GIMP

Alte Fotos und Bilder einscannen

Alte Fotos und Bilder richtig einscannen und mit GIMP bearbeiten

Alte Fotos und Bilder einscannen

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie mit dem kostenlosen Bildbearbeitungs-Programm GIMP alte Fotos und Bilder einscannen können.

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Alte Fotos und Bilder einscannen

Schon vor dem Computerzeitalter haben sich viele Fotos angehäuft. Einen Teil davon möchten Sie nachdrucken oder einfach Digitalisieren. Mit einem Scanner ist das kein Problem. Ist das alte Foto einmal eingescannt, gibt es mit Bildbearbeitungsprogrammen danach viele tolle Gestaltungsmöglichkeiten.

Um Fotos und Papierbilder einzuscannen, brauchen Sie keinen teuren Scanner. Schon die günstigen Modelle bieten hier gute Qualitäten und Sie können ohne grossen finanziellen Aufwand Ihre alten Fotos digitalisieren. Wenn Sie aber Wert auf Top-Qualität legen, dann vergewissern Sie sich vor dem Kauf eines Foto-Scanners über dessen Qualitäten, Schärfe und Auflösungsvermögen.

alte Fotos und Bilder einscannen - Ausgangsbild 10x7cm zum Scannen mit GIMP
Ausgangsbild 10 x 7cm zum Scannen mit GIMP

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Schritt für Schritt – Alte Fotos und Bilder einscannen

Wenn Sie alte Fotos und Bilder einscannen wollen, gibt es ein paar Punkte zu beachten, damit die Nacharbeit nicht zu aufwändig wird:

  • Verwenden Sie für die Arbeit fuselfreie, dünne Handschuhe aus Baumwolle aus dem Fachhandel.
  • Mit einem Pinsel, ideal sind weiche, buschige Fotopinsel, entfernen Sie vorher allfällige Fremdkörper wie Haare oder Staub auf den Bildern. Alternativ oder für hartnäckige Teile nehmen Sie einen Luftdruckspray. Je besser die Reinigung vor dem Scannen, desto weniger Aufwand haben Sie folglich für die Bildüberarbeitung.
  • Fassen Sie die Fotos nur am Rand an. Es könnten sonst Fingerabdrücke auf den Fotos entstehen. Hat es solche, können Sie diese mit einem weichen, fusselfreien Tuch vorsichtig abwischen. Die Gefahr, dass Sie damit Kratzer hinterlassen, ist jedoch sehr gross.
  • Reinigen Sie wenn nötig das Aufsichtsglas Ihres Scanners zuerst mit einem Blasebalg, danach mit einem Mikrofastertuch und einem Glasreiniger. Blasebalg deshalb, weil kleinste Sandkörnchen auch mit einem Mikrofasertuch Ihr Scannerglas beschädigen können.

Start: Alte Fotos und Bilder einscannen

  • Legen Sie nun das Foto mit der Bildseite nach unten auf die Scanner-Glasscheibe.
  • Richten Sie das Papierbild in der oberen rechten Ecke des Scanners genau aus.
  • Schliessen Sie die den Deckel des Scanners. Achten Sie darauf, dass Ihr Foto dabei nicht verrutscht.
  • Sie können nun den Scanning-Vorgang mit einem Knopfdruck am Gerät oder über ein mit dem Scanner mitgeliefertes Scan-Programm starten. Je nach Hersteller wird sich die Benutzeroberfläche unterschiedlich gestalten. Die wichtigsten Schritte werden jedoch ähnlich sein.
  • Wenn Sie mit dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP arbeiten, können Sie den Scanvorgang unter DateiErstellenScanner/Kamera (GIMP 2.8), bei älteren GIMP-Versionen unter DateiHolen direkt starten.

Alte Fotos und Bilder einscannen GIMP

  1. Gehen Sie in GIMP im Menü auf DATEI und wählen Sie
  2. ERSTELLEN. Gehen Sie zum Unterpunkt
  3. SCANNER/KAMERA…

Nun wählen Sie einen angeschlossenen Scanner aus.

Alte Fotos und Bilder einscanner Scannerauswahl

Nun öffnet sich das Scanner-Menü. Dieses sieht je nach Modell und Fabrikat unterschiedlich aus. Im Beispiel finden Sie die Einstellungen von Epson Perfection V600 Photo mit Windows-Betriebssystem.

Einstellungen am Scanner vornehmen

  • Sie können den Scanvorgang mit diversen Einstellungen optimieren. Wenn Sie Farbbilder einscannen wollen, stellen Sie unter Bildtyp 24-Bit-Farbe oder 48-Bit-Farbe ein. Für Schwarz-Weiss-Bilder wählen Sie nicht etwas Schwarzweiss, sondern Graustufen-16-Bit oder Graustufen-8-Bit. Mit Bit wird die Farbtiefe beim Scanning-Vorgang angegeben.
  • Für das Beispielbild, ein altes Schwarz-Weiss-Foto mit 9.9 x 7.0 cm Grösse wähle ich 16-Bit-Graustufen.

Alte Fotos und Bilder einscannen Graustufen 16 bit» Mit welcher Auflösung Fotos und Dias einscannen?

Alte Fotos und Bilder einscannen: Die optimale Auflösung

  • Bevor Sie nun Ihr Lieblingsfoto einscannen, müssen Sie die optimale Auflösung für den Scanning-Vorgang einstellen. Die Auflösung wird mit ppi (Pixel pro Zoll, das heisst pro 2.54 cm) oder dpi (Druckpunkt pro Zoll) angegeben. Je grösser die ppi-Zahl, desto detailreicher wird das eingescannte Bild und desto grösser wird auch die digitale Bilddatei.
  • Wenn Sie ein kleines Foto haben und dies etwas vergrössern wollen, wählen Sie eine höhere Auflösung. Für ein Foto der Grösse 9 x 13 cm, von welchem Sie noch einen Ausschnitt festlegen wollen, wählen Sie 600 ppi.
  • Das Foto im Beispiel, welches ich zum Scannen verwendet habe, hat die Grösse von 9.9 x 7.0 cm. Scanne ich dieses mit 200 dpi Scan-Auflösung ein, kann ich das Bild in einem Word-Dokument in Originalgrösse verwenden und drucken.
  • Wenn ich es für einen Fotodruck in gleicher Grösse verwenden möchte, benötige ich schon 300 dpi Scan-Auflösung.
  • Möchte ich das Bild vergrössert drucken können oder davon einen Ausschnitt wählen, entscheide ich mich für 600 oder sogar 800 dpi. Mit 800 dpi-Scan-Auflösung wäre bereits ein Druck in A4-Grösse möglich.

Zur Berechnung der Scan- und Druckauflösungen habe ich verschiedene Tools programmiert, welche Ihnen die Rechnerei ersparen:

» Optimale Scan-Auflösung berechnen

» Mögliche Ausdruckgrösse eines Digitalbildes berechnen

» Bildauflösung berechnen

Scannereinstellungen Fotos einscannen

  1. Auflösung in dpi einstellen.
  2. Mit der Maus über das zu scannende Foto einen Rahmen ziehen (auch mehrere Fotos mit einem Scan möglich).
  3. Grösse des Zielbildes mit der aktuellen Auflösung (2) wird angezeigt: 3085 x 2163 Pixel, ca. 13 MB Grösse im TIFF-Format.

Nach dem Scannen

Nun können Sie den Scanvorgang auslösen. Achten Sie darauf, dass der Deckel perfekt geschlossen ist und kein Streulicht einfallen kann.

Nach dem Scannen öffnet sich das Bild in GIMP. Speichern Sie Ihr Bild ab. Dazu eignen sich die speziellen Formate Ihrer Software (GIMP .xcf, PaintProShop: .psp). Solche Formate haben den Vorteil, dass Ebenen und Filter mitgespeichert werden. Wenn Sie das Bild nur noch leicht verändern wollen, speichern Sie es im JPEG-Format ab. Möchten Sie hingegen Ihr Bild in Photoshop Lightroom bearbeiten, dann wählen Sie das weniger komprimierte TIFF-Format. Die Datei wird dabei grösser, aber Sie haben folglich auch einen etwas grösseren Bearbeitungsspielraum als beim JPG-Format. Das TIFF-Bild können Sie danach in Lightroom ins DNG-Format konvertieren.

Brauchen Sie Ihr Bild für das Web, eignet sich das PNG- oder JPEG-Format gut.

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Eingescannte Bilder optimieren

Wenn Sie alte Fotos und Bilder einscannen, werden Sie sich sicher die Zeit nehmen, Ihre Lieblingsbilder danach mit einem Software zur Bildbearbeitung zu optimieren. Das lohnt sich immer, wie die beiden Beispiele zeigen:

Das zweite Bild ist kontrastreicher, die fahlen Schatten der Bäume werden durch eine kleine Helligkeitskorrektur danach satt wiedergegeben.

Diese Korrekturmöglichkeit finden Sie in GIMP unter Farben und Helligkeit/Kontrast.

Kontrast in GIMP einstellen

Davor gab es auf den Kleidern der mittleren Person auf dem Originalbild viele kleine schwarze Flecken. Diese habe ich danach wie Staub- oder Sensorflecken korrigiert. » Staub- und Sensorflecken entfernen

Vergessene Schuhe am Strand

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