Kinder-Fotokurs

Fotografisch sehen lernen – Fotokurs für Kinder

Pflastersteine, Samsung Galaxy S4, 31mm KB, 1/100s, f/2.2, ISO80

Bodenstrukturen mit Smartphone fotografiert

Fotografisch sehen lernen kannst du trainieren. Du lernst dann, mit dem Blick für gute Fotos durch die Gegend zu laufen und tolle Motive zu finden. Ich zeige dir, wie du das üben kannst.

Back button focus - Methode, der fotografische Blick

Der fotografische Blick, Nikon D5300, Nikkor f/4.5-5.6 55-300mm, 450mm KB, 1/250s, f/5.6, ISO1000

Fotografisch sehen lernen – Fotokurs für Kinder 3

Du hast dich nun mit den Funktionen deiner Kamera vertraut gemacht. Jetzt lernst du deinen Blick schärfen für Dinge, denen du sonst vielleicht noch gar keine Beachtung geschenkt hast.

Haben dir deine Eltern auch schon erzählt, wie es auf den ersten Spaziergängen mit dir war? Als du das erste Mal mit kleinen Schritten deine nahe Umgebung erkundet hast? Frag doch mal nach! Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich mit meinen Kindern unterwegs war. Für mich als Erwachsener war das zuerst ziemlich langweilig, bis ich angefangen habe, mit dem Blick der kleinen Kinder die Umgebung unter die Lupe zu nehmen. Und plötzlich sah ich auch überall schöne Steinchen, kleine Schneckenhäuschen, Spinnen, farbige Papierchen, lustige Holzformen und dergleichen. Und genau den Blick brauchst du als guteeFotografin oder guter Fotograf!

Strick und Knoten am Bootssteg

Strick am Bootsteg, Sony DSC-RX1003iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 56mm KB, 1/800s, f/4.5, ISO125

Fotoauftrag: Bodenstrukturen und Muster sammeln

  • Nimm deine Kamera und gehe aus dem Haus.
  • Wähle an einer Kompaktkamera eine mittlere Zoom-Stellung. In der Weitwinkelstellung würden wohl deine Füsse oder Schuhe auf dem Bild erscheinen! Das kann auch lustig aussehen.
  • Wenn du mit dem Smartphone fotografierst, musst du halt selber näher ans Motiv gehen. Die Zoom-Funktion würde ich beim Smartphone nicht verwenden. Die nimmt nur einen Ausschnitt aus dem Bild heraus.
  • Beobachte den Boden beim Rundgang sehr genau.
  • Fotografiere immer Ausschnitte des Bodens von oben herab. Halte dabei die Kamera immer gerade zum Untergrund. Man nennt das parallel – wie auf der Grafik unten gezeigt.
Kamera parallel zum Motiv ausrichten

Kamera parallel zum Motiv ausrichten

  • Findest du Muster oder Dinge, die sich zum Fotografieren lohnen? Eine weisse Begrenzungslinie auf dem Basketballplatz? Ein Schachtdeckel, ein weggeworfenes Kaugummipapier auf Asphalt, Pflastersteine, eine Baustellenmarkierung, Strassenmarkierung, Gartenschlauch, Kieselsteine, Gras, Herbstblätter…
  • Wenn die Sonne scheint, kannst du auch Schattenbilder auf dem Boden suchen.
  • Sammle möglichst viele unterschiedliche Muster
  • Wähle nach dem Rundgang die drei Bilder, welche dir am besten gefallen aus und zeige sie den andern. Erkläre ihnen, warum dir gerade dieser Ausschnitt besonders gut gefällt.
  • Schau dir die Ergebnisse deiner Kollegen oder Kolleginnen an. Was finden sie besonders schön? Was hatten sie entdeckt? Welche Ideen haben sie umgesetzt? So schulst du deinen Blick für das besondere Motiv weiter – oder eben fotografisch sehen lernen! Klick!

In diesem Slider (Diashow) bekommst du ein paar Bodenaufnahmen zu sehen. Wenn du eine länger betrachten willst, fährst du mit der Maus über das Bild. Dann bleibt es stehen.

  • Zaunschatten auf Pflastersteinen
  • Pflastersteinmuster
  • Schachtdeckel
  • Schattenspiel eines Zauns
  • Markierungen auf Strassenschwelle
  • Schachtdeckel Detailaufnahme
  • Schachtdeckel-Muster
  • Schattenspiel auf Asphalt

 

Warum nur Bodenbilder sammeln?

  • Beim Fotografieren wird ein Motiv, welches du dreidimensional – also räumlich – siehst auf ein flaches Bild reduziert. Es braucht ein paar Tricks, dass ein Bild auch räumlich wirkt.
  • Mit Bodenstrukturen musst du dich überhaupt noch nicht darum kümmern, weil diese in Wirklichkeit auch flach – mehrheitlich zweidimensional – sind.
  • Ich freue mich auf ein Feedback!

Perspektive – von wo aus guckst du?

Ein Vogel sieht im Flug alles von oben. Wenn du von oben herab fotografierst, nennt man das die Vogelperspektive (Kamera nach unten kippen).

Wenn du aus der Augenhöhe fotografierst, wird das Normalperspektive genannt. Die meisten Fotos entstehen so.

Wenn du die Kamera gegen den Himmels kippst, entsteht die Froschperspektive. Also so, wie der Frosch die Welt sieht… 🙂

Probiere immer unterschiedliche Perspektiven aus. Die Normalperspektive wirkt oft langweilig, weil sich die Menschen das gewohnt sind. Und die meisten fotografieren auch aus dieser Position heraus.

Aufgabe: Verschiedene Perspektiven ausprobieren

  • Such dir verschiedene Motive und mache Fotos aus der Frosch-, der Normal- und der Vogelperspektive.
  • Zeigt einander die Bilder. Die anderen müssen erraten, um welche Perspektive es sich handelt.

Bildbeschriebung – genau sehen lernen

  • A beschreibt B sein selbstgemachtes Bild möglichst genau. B versucht sich das Bild vorzustellen und darf auch Rückfragen stellen. Am Schluss darf B das Bild angucken.
  • Was hat sich B anders vorgestellt? Was hat gepasst? Eignet sich auch sehr gut als Spiel, wenn ihr im Restaurant oder sonst wo lange warten müsst…

» Zum Teil 4 – Die richtige Lichtmenge

Fotokurs für Kinder - Übersicht

» Teil 1: Kinder lernen fotografieren | » Teil 2: Die ersten Schritte mit der Kamera

» Teil 3: Fotografisch sehen lernen | » Teil 4: Die richtige Lichtmenge

» Teil 5: Bewegungen fotografieren | » Teil 6: Bessere Fotos machen

» Teil 7: Fotoideen sammeln | » Teil 8: Bildersammlung pflegen

» Fotoprojekt für Schulkinder


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