Fototechnik

Verschlusszeit

Kette am See, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 157mm KB, 1/60s, f/13, ISO100

Verschlusszeit Steinach im Herbst

Wenn Sie Ihre Augen schliessen und dann ein Auge kurz öffnen und wieder schliessen, haben Sie die Systematik des Kameraverschlusses oder der Verschlusszeit nachgespielt.

Die Verschlusszeit – auch Belichtungszeit genannt – regelt nebst der Blende den Lichteinfall. Ist die Verschlusszeit doppelt so lang, so fällt doppelt so viel Licht auf Film oder Bildsensor.

Die Verschlusszeit beschreibt, wie lange der Vorhang der Kamera offen ist und damit Licht auf den Aufnahmesensor oder Film fällt. Sie regelt aber nicht nur die Menge des einfallenden Lichtes. Sie kann auch schnelle Bewegungen scharf abbilden. Wir sprechen von eine Bewegung einfrieren.

Autofahrt durch Tunnel - lange Verschlusszeit
Autofahrt durch Tunnel, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 24mm KB, 1/20s, f/2.2, ISO125

Werte der Verschlusszeiten

Verschlusszeiten werden in ganzen, halben oder Drittels-Schritten angegeben: Ganze Schritte: 30s, 15s, 8s, 4s, 2s, 1s, 1/2s, 1/4s, 1/8s, 1/16s, 1/30s, 1/60s, 1/125s, 1/250s, 1/500s, 1/1000s, 1/2000s, 1/4000s. Moderne Kameras erlauben Langzeitaufnahmen von einer Minute, manuell sogar unbegrenzt und oft kurze Verschlusszeiten bis von 1/4000s oder 1/8000s für Sportfotografie.

Wenn Sie im Programmmodus Zeitautomatik A oder Av, Blendenautomatik S oder Programmautomatik P fotografieren, ist die Verschlusszeit immer mit der Blende gekoppelt.

Wenn Sie den Blendenwert um eine Stufe senken (von f/8 auf f/5.6), wählt die Kamera eine kürzere Verschlusszeit, damit die Belichtung optimal ausfällt. Würde bei einem höheren Blendenwert (f/8 statt f/5.6) die Verschlusszeit gleich bleiben, würde halb so viel Licht auf den Aufnahmesensor fallen und das Bild wäre unterbelichtet.

Nur wenn Sie im manuellen Modus M fotografieren, können Sie Blende und Verschlusszeit unabhänig voneinander wählen.

Wahl der Verschlusszeit

Kurze Verschlusszeiten werden meist bei schnellen Bewegungen (Sport-, Tierfotografie…), bei sehr hellen Lichtverhältnissen (Strand, Schnee…) und langen Brennweiten gewählt, um das Motiv scharf abbilden zu können.




Lange Verschlusszeiten verwendet man bei schlechten Lichtverhältnissen (Nachtaufnahmen, Museum…) oder bei bewusst gewollter Unschärfe (fliessender Bach…).

Kurze Verschlusszeit am Wasserfall
Wasserfall, Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/90s, f/4.8, ISO100
Lange Verschlusszeit am Wasserfall
Wasserfall, Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/20s, f/9.5, ISO100

Verwackelte Bilder vermeiden

In der Zeit der analogen Fotografie galt die Regel, dass Sie den Kehrwert der Brennweite als Minimal-Verschlusszeit wählen sollten. In der Digitalfotografie ist das anders – und auch besser: Die Bildstabilisatoren lassen bei ruhiger Kamerahaltung scharfe Bilder zu, die zu analogen Zeiten komplett verwackelt waren. Testen Sie selber bei unterschiedlichen Brennweiten aus und wählen Sie eine möglichst kurze Verschlusszeit. Alternativ können Sie mit einem Stativ fotografieren.

Praxistipp:

Wählen Sie zur Sicherheit immer mehr als den Kehrwert der verwendeten Brennweite. Wenn Sie mit 50mm-Objektiv fotografieren, wählen Sie mindestens 1/50s Verschlusszeit. Beachten Sie auch, dass eine Halbformatkamera die Brennweite durch den Crop-Faktor verlängert und Sie die Verschlusszeit auch etwas kürzer wählen müssen.

» Bewusst mit der Unschärfe gestalten

» Das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert

» DigiSpick – die Handouts zu ausgewählten Themen zum Ausdrucken





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