Fotopraxis

Naturfotografie

Natur im Einklang, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/125s, f/11, ISO100

Natur im Einklang

Naturfotografie eignet sich für alle, die gerne fotografieren: Sowohl Anfänger, wie auch Fortgeschrittene kommen mit der Naturfotografie auf ihre Kosten. Und die Natur haben Sie vor Ihrer Haustüre.

Naturfotografie

Naturfotografie ist sehr beliebt. Die meisten Menschen halten sich ja auch gerne in der Natur auf. Dieser Motivbereich ist riesig. Er beinhaltet sowohl Landschafts-, wie auch Tieraufnahmen, Aufnahmen von einzelnen Pflanzen, Steinen, Pilzen, Blätter, Vulkane, Gewässer aller Art – einfach alles, was Sie in der Natur vorfinden.

Im Bereich der Naturfotografie arbeiten Sie in der Regel mit dem vorhanden Licht. Ein Blitzgerät würde die Stimmung schnell zerstören. In diesem Artikel zeige ich Ihnen einige Motivgruppen mit kurzen Erläuterungen dazu. Bei jedem Bereich gibt es einen Link zum Einzelthema, in dem ich detailiierter auf Kameraeinstellungen und Ausrüstungstipps eingehen kann.

Naturfotografie und Wetter

Natur fotografieren Sie nicht nur bei Sonnenschein. Gerade Wetterumstürze – zum Beispiel das Licht nach einem Sommergewitter – führen zu ganz besonderen Stimmungen, die nicht alltäglich sind. Sobald Sie bei Regenwetter unterwegs sind, wird es wichtig, dass Sie Ihre wertvolle Ausrüstung entsprechend schützen. Bei sehr kalten Temperaturen machen die Akkus sehr schnell schlapp. Da ist Ersatz sehr gefragt.

Gerade im Herbst und Winter, wenn Nebel herrscht, lohnt es sich, mit der Kamera unterwegs zu sein. Ab und zu erwischen Sie genau den Moment, wenn der Nebel lichtet und die Sonne sich wieder den Weg zum Boden durchgekämpft hat. Die Stimmung ändert sich innerhalb weniger Sekunden. Zwischen den beiden nächsten zwei Aufnahmen ist keine Minute vergangen:

Naturfotografie - Nebelstimmung

Nebelstimmung in Winterbäume, Nikon D5300, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 72mm KB, 1/125s, f/11, ISO100

Naturfotografie - Winterstimmung

Winterbäume, Nikon D5300, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 72mm KB, 1/180s, f/11, ISO100

Das spezielle Licht suchen – Naturfotografie

Egal, ob Sie ganze Landschaften, einen Flusslauf, ein Tier oder eine Pflanze fotografieren: Das Motiv gewinnt unheimlich, wenn die Lichtstimmung besonders ist. Vor allem die frühen Morgen- oder späten Abendstunden (Goldene Stunde) bringen warme Farbtöne, aber auch längere Schatten und lassen das Motiv plastischer wirken. Zudem bringt ein tiefer Sonnenstand – was übrigens im Winter sehr ausgeprägt ist – viel mehr Möglichkeiten, im Streif- oder Gegenlicht zu fotografieren.

Das Glitzern der Tautropfen auf den Gräsern im Herbst war nur für wenige Minuten in dieser Intensität sichtbar. Der Hintergrund war für einen kurzen Moment noch in Schatten gehüllt. Für die Unschärfekreise – auch Bokeh genannt – benötigen Sie eine grosse Blendenöffnung (kleiner Blendenwert wie f/4). Durch den kleinen Schärfentiefenbereich der Telebrennweite von 300mm versank der Vorder- und Hintergrund in Unschärfe.

Spitzlichter im Gras - Bokeh Effekt

Spitzlichter im Gras, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200mm EX DG APO HSM, 200mm KB, 1/500s, f/4, ISO100









Tiere fotografieren – Naturfotografie

Wenn Sie Tiere fotografieren möchten, bekommen Sie in einem Zoo oder Tierpark das perfekte Übungsfeld. Für diesen Bereich der Naturfotografie benötigen Sie eine lange Brennweite von 400 bis 600mm, um die Tiere wirklich nahe genug ablichten zu können. Denken Sie nicht, solche Aufnahmen können Sie als Schnappschuss machen. Es braucht Zeit, den richtigen Aufnahmestandpunkt und die richtigen Lichtverhältnisse zu treffen. Zudem etwas Glück, dass sich die Tiere am geplanten Ort auch zeigen. Hinter einer solchen Aufnahme steckt viel Aufwand.

mongolischer Wolf im Tierpark

mongolischer Wolf im Tierpark, Nikon D750, Sigma f/5.0-6.3 150-600mm, 400mm KB, 1/400s, f/6, ISO450, Einbeinstativ

Wenn Sie kleine Tiere ganz gross herausbringen wollen, benötigen Sie ein Makroobjektiv. Dies ermöglicht Ihnen, ganz nahe an das Tier heranzukommen, da der Naheinstellbereich viel kürzer ist. Eine Brennweite von ca. 100mm hilft, doch noch genügend Abstand von kleinen Tieren zu haben, damit Sie diese nicht erschrecken. Nahaufnahmen benötigen ein ganz spezielles Nowhow: Idealerweise üben Sie das zuhause, bevor Sie mit so einem Objektiv in die Natur ziehen. Im Artikel Makrofotografie erfahren Sie, auf was Sie besonders achten müssen und welche Gesetze bei der Makrofotografie gelten. So reduziert sich der Schärfentiefenbereich im Makrobereich schnell auf wenige Millimeter – oder noch weniger. Da ist genaues Fokussieren das A und O.

Das folgende Bild – ein Blatt im Gegen- oder Durchlicht – habe ich im botanischen Garten fotografiert. Damit die Schärfentiefe trotz Naheinstellung möglichst gross wurde, habe ich das Sigma Makro f/2.8 105mm auf f/19 abgeblendet. Das genaue Scharfstellen macht ein Stativ fast unerlässlich.

Gegenlicht und Blattadern

Blattadern im Durchlicht, Nikon D750, Sigma Makro f/2.8 105mm, 1/8s, f/19, ISO800, Stativ, Spiegelvorauslösung

Naturfotografie am Wasser

Wasser kann ein ganz spezielles Gestatungselement in der Naturfotografie sein. Vor allem Langzeitbelichtungen von Fliessgewässern geben dem Motiv einen besonderen Touch. Auch Spiegelungen haben immer wieder ihren Reiz – vor allem im Herbst mit den farbigen Bäumen.

Wenn Sie am Tag Langzeitbelichtungen machen wollen, benötigen Sie in der Regel einen Neutraldichtefilter (auch Graufilter genannt). Dieser schluckt Licht und ermöglicht je nach Dichte eine entsprechende Verlängerung der Verschlusszeit.

Fliessspuren von Wasser

Fliessspuren von Wasser, Nikon D7000, Nikkor f/1.8 50mm, 75mm KB, 1/3s, f/11, ISO800, ND-Filter, Stativ, Spiegelvorauslösung

Vollmondnacht am Lago Maggiore

Vollmondnacht am Lago Maggiore, Sony DSC RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 24mm KB, 28s, f/5.6, ISO100, Stativ

Ausrüstungstipps und Kameraeinstellungen für Naturfotografie

Tiere im Tierpark oder in freier Natur fotografieren:

  • lange Brennweite, ideal 300-600mm KB, mein Favorit: Sigma f/5.0-6.3 150-600mm an Vollformatkamera oder Nikkor f/3.5-4.5 55-300mm an Halbformatkamera.
  • Einbeinstativ, um das schwere Objektiv abzustützen und den Bildausschnitt genauer vornehmen zu können, erleichtert Wartezeit, bis Tier in die Kamera blickt
  • Zeitautomatik A mit Blendenvorwahl, ISO-Automatik mit kurzer Verschlusszeit
  • Bildstabilisator ein

Landschaften fotografieren:

  • Weitwinkelobjektiv von 15-34mm KB, mein Favorit: Tamron f/2.8 15-30mm an Vollformatkamera, Tokina f/2.8 11-16mm / Nikkor f/1.8 35mm an Halbformatkamera
  • Stativ, um mit kleinen Blendenöffnungen arbeiten und den Bildausschnitt perfekt festelgen zu können
  • Polarisationsfilter
  • Bildstabilisator aus (wenn Sie ein Stativ verwenden)
  • Zeitautomatik A mit Blendenvorwahl, mittlere Blende von f/8 bis f/11 (Sweet-Spot)

Makrofotografie:

  • Makroobjektiv, kann auch als Festbrennweite verwendet werden. Erlaubt eine sehr kurze Naheinstellgrenze und einen Abbildungsmassstab von 1:1 oder grösser.
  • Stativ
  • Bildstabilisator aus (wenn Sie ein Stativ verwenden)

Fliessspuren am Wasser:

leuchtendes Herbstblatt

leuchtendes Herbstblatt, Nikon D750, Nikkor f/1.8 50mm, 1/350s, f/5.6, ISO100

Bilder gestalten – den fotografischen Blick schulen

Damit Ihre Naturbilder überzeugend wirken, benötigen Sie nicht nur die optimale Lichtstimmung, den perfekten Platz, sondern auch das Auge für die Bildgestaltung. Nur etwa 1/5 macht die Kameraausrüstung aus.

» Den fotografischen Blick schulen

» Schnappschuss oder Fotografieren?

» Warum im RAW-Format fotografieren?






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