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Blaue Stunde

Ascona by night - Nachtaufnahme zur blauen Stunde, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30mm, 18mm KB, 30s, f/11, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Ascona by night - Nachtaufnahme zur blauen Stunde

Die blaue Stunde

Die blaue Stunde nennt man die Zeitspanne zwischen Sonnenuntergang und Nacht, bzw. zwischen Nacht und Sonnenaufgang.

Im Gegensatz zu Nachtaufnahmen werden in der blauen Stunde die Konturen der Umgebung und die Schatten durch das helle Licht des Himmels noch genügend ausgeleuchtet und wirken daher plastischer. Der Kontrastumfang ist noch relativ gering.

Die Kombination des blauen Lichtes mit dem warmen Kunstlicht aus den Gebäuden ergibt einen tollen Kontrast und intensiv farbene Bilder. Die Lichtverhältnisse ändern sich aber in der blauen Stunde von Minute zu Minute. Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang wird Goldene Stunde genannt.

Die blaue Stunde - Telefonzelle in Magadino

Die blaue Stunde – Telefonzelle in Magadino, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-4.5 18-105mm, 45mm KB, 3s, f/22, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Technische Voraussetzungen

  • Für die schwachen Lichtverhältnisse benötigen Sie für Ihre Kamera eine stabile Unterlage, am besten ein Stativ.
  • Ein Funk- oder Drahtfernauslöser ist sehr praktisch. Die Kamera kann aber bei langen Belichtungszeiten auch mit dem Selbstauslöser (auf 2s Verzögerung eingestellt) gesteuert werden.
  • Die Schärfeneinstellung wird durch das schwache Licht schwierig. Eine manuelle Einstellmöglichkeit ist von Vorteil (System- und Spiegelreflexkamera, Edelkompaktkameras).
  • Die spärlichen Lichtverhältnisse erfordern längere Belichtungszeiten oder eine erhöhte Empfindlichkeitseinstellung, die jedoch auf die Qualität Auswirkungen hat. Da Sie mit einem Stativ lange belichten können, erreichen Sie mit der tiefstmöglichen Einstellung – in der Regel ISO100 – die beste Bildqualität. Die Farben sind bei dieser Einstellung viel lebendiger und die Bilder werden knackig scharf.




Tonhalle St. Gallen zu Beginn der blauen Stunde

Tonhalle St. Gallen zu Beginn der blauen Stunde, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 27mm KB, 8s, f/20, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Die blaue Stunde – Kameraeinstellungen

  • Spärliches Licht erfordert Objektive mit hoher Lichtstärke, kombiniert mit einem guten Bildstabilisator – oder einem Stativ.
  • Fotografieren Sie wenn möglich im RAW-Format. Sie haben damit die Möglichkeit, Bildrauschen zuhause zu korrigieren und mehr Korrekturmöglichkeiten bei falschen Belichtungen oder misslungenem Weissabgleich.
  • Wenn Sie im JPG-Format fotografieren, wählen Sie die höchste Auflösung und die Einstellung fine.
  • Stellen Sie den BIldstabilisator aus. Er könnte dazu führen, dass eine unnötige Korrekturbewegung das Bild verzittert. Im Bildvergleich zwei Stativaufnahmen, links ohne Bildstabilisator, rechts mit.
Kirchturm von Ascona

Kirchturm von Ascona links ohne rechts mit Bildstabilisator auf Stativ

  • Stellen Sie den ISO-Wert auf ISO100 oder ISO200.
  • Wählen Sie, wenn Sie eine grossen Schärfentiefen haben möchten, eine kleine Blendenöffnung von f/11 oder f/16. Diese führt bei punktuellen Lichtquellen zu einem schönen Blendenstern und die Objektive liefern bei diesen Werten in der Regel die beste Bildqualität.
  • Schalten Sie bei Belichtungszeiten länger als 1/30s die Spiegelvorauslösung ein. Die Aufnahme erfolgt dann leicht verzögert – dann, wenn die Kameraerschütterung abgeklungen ist.
  • Stellen Sie mit Hilfe der Live-View manuell scharf. Benutzen Sie allenfalls die Lupenfunktion +.
  • Mit dem Stativ können Sie bei einem hohen Dynamikumfang mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen erstellen und zuhause am PC zu einem HDR-Bild kombinieren.
die blaue Stunde am Ende - Tonhalle St. Gallen

Tonhalle St. Gallen am Ende der blauen Stunde, Ende der blauen Stunde, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5,6 18-105mm, 27mm KB, 10s, f/18, ISO400, Stativ, Spiegelvorauslösung





Praktische Tipps für die blaue Stunde

  • Die blaue Stunde dauert in unseren Breitengraden etwa 30 bis 45 Minuten.
  • Mit einer App – Android Blaue Stunde – lassen sich die Zeiten nach Ort exakt bestimmen.
  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die besten Ergebnisse (künstliche Beleuchtung und Helligkeit des Himmels etwa gleich) gegen Ende der Blauen Stunde aufkommen.
  • Nehmen Sie alle paar Minuten weitere Bilder auf. Die Lichtstimmung – der Mix zwischen natürlichem und künstlichen Licht – ändert sich relativ schnell und die Wirkung können Sie zuhause am PC sehr einfach vergleichen.
  • Die folgenden drei Bilder (la rotonda, Locarno) habe ich zu unterschiedlichen Uhrzeiten aufgenommen, welche ich in der Bildbeschreibung angebe. Klicken Sie auf ein Vorschaubild und navigieren Sie mit der Pfeiltaste durch die drei Zeitpunkte. Das App gab die blaue Stunde von 21:03 bis 21:39 an. Auf dem ersten Bild von 21:26 stimmt die Stimmung noch überhaupt nicht, erst gegen Ende dieser Zeitspanne, um 21:34 weisen Himmel und beleuchtete Flächen eine ähnliche Helligkeit auf. Intensiv werden die Farben kurz nach Ende der blauen Stunde, um 21:43, wenn der Himmel dunkler ist als die beleuchteten Flächen.

» Langzeitbelichtungen

» Fotografieren in der Stadt

DigiSpick – das pratkische Handout

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