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HDR-Aufnahmen

HDR-Aufnahme Sonnenblumenfeld, Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/125s, f/11, ISO100

Sonnenblumenfeld im Gegenlicht - HDR-Aufnahme

HDR-Aufnahmen – High Dynamic Range – hoher Kontrastumfang

HDR-Aufnahmen: HDR ist die Abkürzung für High Dynamic Range und bezeichnet Aufnahmen mit hohem Kontrastumfang. Im Gegensatz zum menschlichen Auge können das analoge Filmmaterial und die digitalen Sensoren keinen so grossen Dynamikumfang abbilden. Sie kennen das: Ein Bild im Gegenlicht bildet entweder das Sonnenlicht und den Himmel korrekt, das Sujet davor schwarz ab, oder das Sujets ist korrekt belichtet und der Himmel überbelichtet flau. Der Kontrastumfang beschreibt die Bandbreite zwischen den dunkelsten und hellsten Stellen, die noch Zeichnung aufweisen.

Den hohen Kontrastumfang in den Griff bekommen

Bei normalen Aufnahmen spricht man von LDR-Aufnahmen (Low-Dynamic-Range). HDR-Aufnahmen sind erst mit der digitalen Fotografie und der anschliessend folgenden Bildbearbeitung möglich geworden. Durch den erwähnten hohen Kontrastumfang wirken HDR-Aufnahmen oft surrealistisch, weil die Schattenpartien genügend Zeichnung aufweisen und die Lichter trotzdem brillant und nicht überstrahlt wirken.

HDR-Aufnahme Kirche von Magadino aus vier Bildern

Kirche in Magadino im Abendlicht
Nikon D7000, Nikkor f/3.5-4.5 18-105mm, 31mm KB, 6s, f/8, ISO100, Stativ (HDR-Aufnahme aus 4 Bildern)

Für was eignen sich HDR-Aufnahmen?

Bei allen Sujets, die einen grossen Kontrast aufweisen (Schatten & Sonne, Nachtaufnahmen mit starken Lichtquellen, Sujets im Gegenlicht, usw) können Sie mit einer HDR-Nachbearbeitung mehr Zeichnung aus Ihren Bildern herausholen.

Abendstimmung - hyperfokale Distanz bei Vollformatsensor

Abendstimmung, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30mm, 15mm KB, 1/90s, f/16, ISO100

Wie entstehen HDR-Aufnahmen?

Mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen werden in einem digitalen Bildbearbeitungsprogramm aufeinandergelegt. Sie können sich die einzelnen Bilder wie Folien vorstellen. Aus jeder Folie werden nun die korrekt belichteten Bereiche ausgewählt und, indem man die Folien wieder aufeinanderlegt, zu einem optimalen Bild zusammengefügt. Sie können dabei zwischen einer automatischen oder manuellen Korrektur auswählen. Letztere wird genauer, ist jedoch sehr zeitaufwändig.

Tipps für HDR-Aufnahmen

Damit Sie die einzelnen Aufnahmen perfekt zusammenführen können, gibt es einige Dinge zu beachten:

  • Die Aufnahmen müssen vom exakt gleichen Standort, mit exakt dem gleichen Bildausschnitt und der exakt gleichen Brennweite geknipst werden. Deshalb benötigen Sie ein Stativ oder eine stabile Unterlage.
  • Auf dem Stativ schalten Sie den Bildstabilisator immer aus.
  • Den ISO-Wert für alle Aufnahmen gleich einstellen.
  • Wählen Sie Blendenvorwahl und damit immer die gleiche Blende für alle (Teil-)Aufnahmen. Damit haben Sie immer die gleiche Schärfentiefe.
  • Fotografieren Sie, falls möglich, im RAW-Modus (Rohdaten-Modus). Sie haben eine grössere Auswahl an Bearbeitungs- und Korrekturmöglichkeiten.
  • Verwenden Sie bei längeren Verschlusszeiten Spiegelvorauslösung und einen Fern- oder Kabelauslöser. So verhindern Sie allfällige Erschütterungen des Kameragehäuses, welche zu Unschärfe führen könnte. Alternativ, dafür etwas umständlicher, können Sie mit dem Selbstauslöser arbeiten.
  • Stellen Sie manuell scharf. So bleibt die Schärfeebene für alle (Teil-)Aufnahmen gleich.
  • Ermitteln Sie die optimalen Einstellungen für eine Belichtung. Machen Sie zuerst ein Testbild.
  • Korrigieren Sie dann in halben, ganzen oder doppelten Belichtungs-Schritten die Aufnahmen. Beispiel: – 2.0 EV, normal, + 2.0 EV (EV = Exposure Value, Korrekturschritte mit +/- Taste). Je nach Sujets benötigen Sie mehr oder weniger Aufnahmen.
  • Je nach Kamera können Sie eine Belichtungsreihe herstellen. Wenn Sie diese mit dem Selbstauslöser starten, werden die drei entsprechenden Aufnahmen aufgenommen.
  • In der am stärksten minus-korrigierten Aufnahme weisen die hellsten Stellen eine gute Zeichnung auf, in der stärksten plus-korrigierten Aufnahme weisen die dunkelsten Stellen optimale Zeichnung auf.
  • Wenn Sie sich mit dem Histogramm auskennen, ist das der bessere Weg: Beim hellsten Bild muss das Histogramm im linken Drittel, im dunkelsten Bild in der rechten Hälfte leer sein.
Einzelaufnahmen für HDR-Aufnahmen

Einzelaufnahmen für HDR-Aufnahme

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Alternative bei RAW-Aufnahmen

Wenn Sie mit dem RAW-Format fotografieren, was ich Ihnen nur empfehlen kann, können Sie auch aus einer korrekt belichteten Aufnahme ein HDR-Bild herstellen, wenn der Kontrastumfang nicht extrem gross ist. Rohformat-Dateien können Sie mit einem RAW-Konverter verlustfrei um bis zu zwei Belichtungsstufen + und – korrigieren. Stellen Sie dann von Ihrem Bild mit dem RAW-Konverter zwei bis drei Bilder mit Unterbelichtung und zwei bis drei Bilder mit Überbelichtung her. Diese Bilder benutzen Sie für das HDR-Bild.

» Überbelichtungen vermeidenUnterbelichtungen vermeiden



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