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Die 10 besten Fototipps

Madonna del Sasso in Orselina, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30 mm, 25 mm KB, 1/90s, f/6.7, ISO 100, Stativ

Madonna del Sasso in Orselina - besser fotografieren lernen

Die 10 besten Fototipps helfen Ihnen schnell für bessere Bildergebnisse. Einer davon ist negativer Raum, auch Leerraum, in einem Bild. Den braucht es zum Beispiel, um dem Hauptmotiv mehr Gewicht zu verleihen. Sie erfahren mehr über die Schnappschussfotografie. Zu beiden Themen später mehr. Ich zeige Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ansprechendere Fotos schiessen können.

Besser Fotos schiessen

Wenn Sie Fotos in Zeitschriften anschauen, dann hat Ihnen auf den ersten Blick ein Bild gefallen, oder sie haben es als langweilig empfunden. Die Entscheidung, ob ein Betrachter ein Bild mag, fällt folglich in Bruchteilen einer Sekunde.

Abgesehen vom persönlichen Geschmack gibt es ein paar Regeln, die helfen, ein Bild zu schiessen, welches den Betrachtern eben in die Augen springt. Hier ein paar Tipps dazu – aber: keine Regel ohne Ausnahme!

Tipp 1: Lichteinfall – die 10 besten Fototipps

Achten Sie darauf, woher das Licht kommt. Auf der sicheren Seite ist, wer das Licht im Rücken hat. Aber oft wirkt ein anderer Lichteinfall für ein bestimmtes Motiv noch besser. Haben Sie auch Mut, einmal gegen das Licht zu fotografieren. Wenn Sie Personen bei Gegenlicht ablichten wollen, schalten Sie folglich das Motivprogramm Gegenlichtaufnahme oder den Aufhellblitz ein.

In den Morgen- und frühen Abendstunden ist das Licht am intensivsten.

Sonnenstrahlen und Nebel im Wald - die 10 besten Fototipps
Sonnenstrahlen im Nebelwald, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-4.5 18-105 mm, 27 mm KB, 1/180s, f/6.7, ISO 100

» PhotoPills – die mächtige App für alle, die fotografieren

Tipp 2: Mutig weg von der Mitte – die 10 besten Fototipps

Natürlich gibt es Sujets, die müssen in der Bildmitte positioniert werden. Aber immer nur Mitte wirkt langweilig. Versuchen Sie demnach, das wichtigste Detail des Bildes im rechten oder linken Bilddrittel zu platzieren. Sie werden erstaunt sein, was das ausmacht. Das gleiche gilt für Horizonte: Legen Sie diesen ins untere oder obere Drittel – je nach Wichtigkeit der Bildaussage.

Fotografen teilen das Aufnahmebild mit gedanklichen Linien in Dritteln. Auf die Schnittpunkte der Linien legen sie danach das Hauptmotiv. Den Hilfs-Raster goldener Schnitt können Sie bei vielen Kameras zuschalten.

Rosenblüte Rosenwoche Bischofszell - Weg von der Mitte
Rosenblüte, Nikon D750, Sigma f/3.5 105 mm Makro, 1/350s, f/5.6, ISO 200

» Fotografieren in der goldenen Stunde

Der Goldene Schnitt und die Drittel-Regel

Das wohl bekannteste und älteste Gestaltungsmittel ist der Goldene Schnitt. Dieser teilt das Bild, bzw. eine Strecke in einen bestimmten Verhältnis (zum Beispiel 5:8) auf, was eine harmonische Proportion zur Folge hat.

Bei der Drittel-Regel wird das Bild durch waagrechte und senkrechte Linien geteilt. Wichtige Bildelemente werden folglich auf den Schnittpunkten der beiden Linien positioniert. Ein einfaches Beispiel ist die Position eines Horizontes: Im unteren Drittel des Bildes, wenn die Wolken oder der Himmel bildwichtigstes Motiv ist, im oberen Drittel, wenn der Vorder- und Mittelgrund betont werden kann.

Weg von der Mitte - die 10 besten Fototipps - Sneakers am Strand

Tipp 3: Aufnahmestandpunkt ändern

Bilder knipsen heisst einfach drauflos zu fotografieren. Achten Sie vor dem Drücken des Auslösers auf den Bildhintergrund. Sind störende Gegenstände im Bild? Wächst aus dem Kopf der Person eine Strassenlampe? Machen Sie folglich einen Schritt nach rechts, nach links. Wie wirkt sich das auf den Bildausschnitt aus? Gehen Sie bei Kindern oder Tieren auf deren Augenhöhe. Fotografieren Sie einmal aus einem sehr tiefen Standpunkt aus: Kamera auf den Boden stellen. Sie werden von der neuen Perspektive überrascht sein.

Überlegen Sie sich: Was kann ich auf dem Bild weglassen? Was ist nicht nötig?

die 10 besten Fototipps - Herbst - Herbstblätter am Zweig
Herbstblätter, Nikon D750, Sigma f/2.8 70-200 mm, 130 mm KB, 1/250s, f/8, ISO 180

Stürzende Linien

Wenn Sie aus der Froschperspektive ein Bild knipsen, dann werden in Wirklichkeit parallele Linien zu in der Ferne zusammenführende. Dies nennt man stürzende Linien. Bei Gebäuden kann man stürzende Linien kaum vermeiden. Wenn Sie also ein Bauwerk so fotografieren, dann bewusst extrem nahe an das Gebäude gehen.

die richtige Perspektive finden - Bundesgericht St.Gallen
Die richtige Perspektive finden, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16 mm, 16 mm KB, 1/1000s, f/8, ISO 100

» Online Fotokurs – kompakt und schnell fotografieren lernen

Tipp 4: Scharf stellen – die 10 besten Fototipps

Obwohl die Kameras heute mit Elektronik vollgestopft sind, gibt es immer wieder unscharfe Aufnahmen. Wenn sich das Sujets nicht in der Mitte beim Messfeld für den Autofokus befindet, sind Probleme vorprogrammiert. Achten Sie darauf, dass sich beim Antippen des Auslösers das Hauptsujet hinter dem Schärfemessfeld befindet. Bleiben Sie mit dem Finger am halb gedrückten Auslöser und wählen danach den definitiven Bildausschnitt. Die Schärfe bleibt gespeichert. Nun können Sie den Auslöser ganz drücken und das Bild auslösen.

Bei schwierigen Situationen hilft eine manuelle Fokussierung. Das geht bei den meisten Kompaktkameras nicht.

Tipp 5: Blendenwert und Schärfentiefe

Je grösser der Blendenwert (Beispiel: f/16), desto grösser ist die Schärfentiefe. Damit ist der Bereich vor und hinter dem Sujet gemeint, welcher noch scharf abgebildet ist. Bei Landschafts– und Architekturaufnahmen ist eine grosse Schärfentiefe wichtig, bei Portraits lässt man den Hintergrund mit einer kleinen Schärfentiefe (und kleinem Blendenwert, zum Beispiel: f/5.6) verschwimmen.

Während bei Spiegelreflexkameras und Systemkameras viele Kombinationen möglich sind, haben Kompaktkameras oft nur zwei Einstellungen zur Auswahl. Am einfachsten bedienen Sie sich mit den Motivprogrammen, welche die korrekten Voreinstellungen übernehmen.

Herbstblatt im Gegenlicht
Herbstblatt im Gegenlicht, Nikon D7000, Nikkor Micro f/3.5 85 mm, 127 mm KB, 1/250s, f/8, ISO 400

Freistellen des Fotomotivs

Meist handelt es sich hier um ein Motiv, welches vor einem neutralen Hintergrund zur Geltung kommen soll: Im Beispiel der unscharfe Hintergrund. Dies bezeichnet man als Freistellen.

Mit einer möglichst offenen Blende (kleiner Blendenwert, zum Beispiel f/2.8 bei 200 mm Brennweite) und Scharfstellen auf das Hauptmotiv kann ein unruhiger Hintergrund folglich in eine ruhige Fläche verwandelt werden. So kommt das Hauptmotiv zur Geltung. Das gleiche Prinzip wird auch bei der Portraitfotografie angewendet, wo man zusätzlich eine etwas längere Brennweite (z.B. 100 mm) verwendet. Eine grössere Brennweite reduziert den Schärfentiefenbereich und unterstützt das Freistellen eines Motivs.

Eine kurze Brennweite vergrössert die Schärfentiefe und ermöglicht Aufnahmen von Landschaften, die vom Vorder- bis zum Hintergrund akzeptabel scharf abgebildet sind.

Je kleiner der Sensor, desto grösser die Schärfentiefe. Mit einem winzigen Sensor einer Smartphone-Kamera ist freistellen kaum möglich. » Geringe Schärfentiefe erreichen

Eicheln am Boden - Fotografieren im Herbst
Eicheln am Boden, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200 mm, 225 mm KB, 1/250s, f/2.8, ISO 100

Tipp 6: Qualitätseinstellungen – Die 10 besten Fototipps

Tipp 6 der 10 besten Fototipps: Die heutigen Speicherkarten (512 MB, erhältlich 14.99 €) ab weisen für wenig Geld viel Speicherplatz für Ihre Bilder auf. Lassen Sie deshalb die Qualitätseinstellungen der Bilder auf der höchsten Stufe. Wenn Sie später einen kleineren Bildausschnitt wählen wollen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Während teurere Kameras die Bilder in einem Rohformat (RAW-Format) speichern, werden die Bilder bei anderen Kameras im JPG-Format gespeichert. Die Dateien werden dabei mehr oder weniger komprimiert – die Bilder brauchen weniger Speicherplatz. Stellen Sie die Bildqualität auf Large ein und wählen Sie die höchstmögliche Auflösung.

Wenn für Sie die Weiterverarbeitung der Fotos (Korrekturmöglichkeiten) wichtig sind, fotografieren Sie im RAW-Format. Ich kann Ihnen dieses Rohformat nur empfehlen!

» Bessere Fotos machen – der Kinder-Fotokurs von digitipps.ch

Tipp 7: Bildausschnitt grosszügig wählen

Sie haben bei Tipp 6 die beste Bildqualität eingestellt. Wählen Sie beim Fotografieren den Bildausschnitt leicht grösser, als Sie ihn danach wirklich brauchen. So können Sie am Computer den besten Ausschnitt auswählen und Ihr Bild endgültig zuschneiden. Die Monitore der Kameras zeigen oft nicht ganz genau 100% des aufgenommen Bildes. So haben Sie eine kleine Reserve und schneiden folglich nicht unbeabsichtigt wichtige Details weg.

Tulpen aus der Froschperspektive mit Blendenstern
Tulpen und Blendenstern, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30 mm, 23 mm KB, 1/400s, f/14, ISO 200

Leerraum – negativer Raum ausloten

Oft wirkt ein Motiv erst, wenn negativer Raum – so bezeichnet man Bildteile ohne konkrete Informationen – mit dem positiven Raum (Ihrem Motiv) im Gleichgewicht stehen. Die blauen Palette füllen im Beispiel das Bild bei Weitem nicht aus. Der gelbe Hintergrund führt neben dem nicht mittig positionierten Hauptmotiv zu einer Ausgewogenheit. » Weitere Informationen und Übungen zum negativen Raum

Farbe ins Spiel bringen - Industriequartier - Die 10 besten Fototipps
Industriehinterhof, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105 mm, 72 mm KB, 1/250s, f/8, ISO 100

Tipp 8: Verwacklungsgefahr

Die Automatikprogramme der Kameras wählen in der Regel eine Verschlusszeit, die ein verwacklungsfreies Bild gewährleisten. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann es vorkommen, dass der Verschluss wegen des spärlichen Lichtes länger geöffnet werden muss. Eine Aufnahme aus der Hand ist dann oft nicht mehr möglich. Bildstabilisatoren ermöglichen heute Freihandaufnahmen, die früher zu verwackelten Bilder geführt hätten. Machen Sie deshalb mehrere Aufnahmen und vergleichen Sie die Qualität.

Ist das Licht spärlich, so stützen Sie Ihren Arm oder Ihre Hand an einem Türbogen, auf einem Tisch etc. auf. Noch besser ist ein Stativ – oder sie platzieren die Kamera auf einem festen Untergrund und lösen das Bild danach mit dem (erschütterungsfreien) Selbstauslöser aus.

Tipp 9: Näher herangehen – die 10 besten Fototipps

Dieser ist einer meiner Favoriten und Sie können Ihn schnell und unkompliziert umsetzen: Die Zoom-Objektive erlauben es, Sujets vom gleichen Standort aus zu sich zu ziehen. Gehen Sie bei Detailaufnahmen näher an das Sujet heran und verändern Sie folglich den Bildausschnitt.

Möchten Sie ein Gebäude fotografieren, so gehen Sie zum Beispiel einmal weiter weg. So verhindern Sie stürzende Linien. Diese können aber, nahe am Gebäude aufgenommen, ein tolles Gestaltungselement sein.

Retro Engel in St. Galler Altstadt - Die 10 besten Fototipps
Retro Engel in St. Galler Altstadt, RetroCamera-app, The little Orange Box

Tipp 10: Das Auge führen

Eine wichtige Gestaltungstechnik ist das Führen der Augen mit Hilfe von Linien. Das kann ein Zaun, eine Strasse, ein Fluss, eine Häuserreihe usw. sein. Die Führungslinie lässt das Auge des Betrachters folglich ins Bild hineingleiten. Je nach Motiv kann das Auge des Betrachters zu einem besonderen Bildpunkt hingezogen werden.

Verwischeffekt bei Wellen - Die 10 besten Fototipps
Kette und Wellen am Ufer, Nikon D7000, Nikkor f/1.8 35 mm, 5 2mm KB, 1/20s, f/13, ISO 100, Stativ

» Kinder lernen Fotografieren – Fotokurs für Kids | » Motiv mit Photoshop Elements freistellen

Bilder ordnen & ausmisten – Die 10 besten Fototipps

Nach einer Fotopirsch haben Sie viele Aufnahmen auf Ihrer Speicherkarte. Kämmen Sie danach am Computer die Bilder durch. Löschen Sie Aufnahmen, die nicht mehr zu retten sind oder die Sie nicht benötigen. Langweilige Aufnahmen lassen sich allenfalls durch die Auswahl eines anderen Ausschnittes aufpeppen.

Versehen Sie Ihre guten Bilder mit Schlagwörtern (so genannte Tags) und legen Sie sie folglich in aussagekräftige Ordner oder Alben an. Picasa, ein kostenloses Google-Programm (wird leider nicht mehr weiterentwickelt), hilft Ihnen dabei weiter. Wenn Sie mehr Möglichkeiten zum Sortieren haben möchten, ist Photoshop Elements eine gute und günstige Alternative. Mit Photoshop Lightroom haben Sie zusätzlich den RAW-Konverter (Bildentwickler) gleich integriert und können so von mächtigen Korrekturmöglichkeiten profitieren.

Das Bearbeiten und Organisieren der Bilder am PC bezeichnen wir als „Digitaler Workflow„.

Die 10 besten Fototipps - Treppe mit farbigen Markierungen
Treppenstufen, Huawai P10, 27 mm KB, 1/100s, f/2.2, ISO 80

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