Fototechnik

Weissabgleich

Mischlicht, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 45mm KB, 3s, f/11, ISO100, Stativ

Weissabgleich bei Aufnahmen im Mischlicht

Weissabgleich und Farbtemperatur sind wichtige Parameter für ein natürlich farbigs Bild. Ich zeige in diesem Artikel, wie Sie natürliche Farbgebung erreichen können.

Kerzenlicht bei 2800 Kevin Weissabgleich
Kerzenlicht 2800 Kelvin, Nikon D5300, Sigma Micro f/2.8 105mm, 157mm KB, 1/30s, f/3.2, ISO640, Stativ

Farbwahrnehmung und Weissabgleich

Unsere Farbwahrnehmung ist sehr subjektiv und für einen Vergleich nicht verlässlich. Während wir die Farbe Weiss immer als weiss interpretieren und sehen, beinhaltet die Farbe weiss unter Tageslicht Anteile von Blau, während es bei Kerzenlicht Rot enthält.

Die Kameraelektronik kann je nach Umgebungslicht feststellen, um welche Farbtemeperatur es sich handelt und mit einer automatischen Weissabgleich-Einstellung reagieren. Je nach Motiv kann es sein, dass Ihr Ergebnis auf dem Kameradisplay ganz anders aussieht, als sie es erwartet hätten. Wenn Sie mit einer Kamera fotografieren, die Bilder im RAW-Format speichern kann, können Sie am Computer den Weissabgleich über den Farbtemperaturregler perfekt und optimal abstimmen– oder aber das Bild bewusst experimentell verändern.

Ein Raum mit Glühlampen wird ohne Blitzlicht in orange-rötlichem Licht dargestellt. Ein Sonnenuntergang taucht die ganze Landschaft in warme Farben, Neonlampen strahlen ein kaltes Licht aus.

Weissabgleich vornehmen

Digitalkameras können auf bestimmte Farbtemperaturen der Hauptlichtquelle angepasst werden. Diese Methode wird Weissabgleich genannt und sorgt dafür, dass ein weisses Papier unter der gegebenen Beleuchtung auch wirklich weiss erscheint. Im Gegensatz zum Sensor gleicht das menschliche Hirn solche Farbunterschiede aus.

Meist weisen die Kameras einen automatischen Weissabgleich auf: Sie ermitteln selbständig die optimalste Einstellung, damit eine natürliche Farbwiedergabe gewährleistet ist.

Durch den Belichtungsmesser wird die Farbzusammensetzung des Lichts analysiert und die Software der Kamera erstellt einen möglichst genauen Farbtemperaturbereich. So können Sie bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen Ihre Fotos knipsen, ohne sich um die herrschende Farbtemperatur kümmern zu müssen.

Wenn Sie ein Motivprogramm auswählen, wird die Farbtemperatur entsprechend eingestellt. So wird ein Sonnenuntergang speziell mit warmen Farben dargestellt, bei Winteraufnahmen wird der Blaustich etwas korrigiert.

Manueller Weissabgleich

Bei schwierigen Lichtverhältnissen können Sie einen manuellen Weissabgleich vornehmen. Die Kamera muss auf die Funktion manueller Weissabgleich voreingestellt werden. Dann richtet man den Apparat auf ein weisses Blatt Papier oder einen weissen Gegenstand und speichert den gemessenen Wert der Farbtemperatur. Nun können Sie in diesem Raum / in dieser Umgebung Bilder knipsen und werden damit eine natürliche Farbwiedergabe erreichen.

Zum genauen Ablauf konsultieren Sie bitte die Bedienungsanleitung Ihrer Kamera.

Abendstimmung mit Weitwinkelobjektiv
Abendstimmung, Nikon D5300, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 27mm KB, 1/350s, f/13, ISO100

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Mit Weissabgleich experimentieren

Mit dem manuellen Weissabgleich ist es Ihnen natürlich auch möglich, Farben bewusst zu verfremden und die Lichtstimmung zu ändern. Nehmen Sie ein farbiges Papier und kalibrieren mit der Weissabgleich-Taste die Farbtemperatur. Da das Blatt nicht weiss ist, wird die Farbtemperatur nicht den normalen Erwartungen entsprechen. Knipsen Sie ein Bild und betrachten Sie das Ergebnis. Sie werden erstaunt sein, was mit solchen Filtern alles angestellt werden kann! Testen Sie verschieden farbige Blätter aus. Am besten bezeichnen Sie die Farbmuster gleich auf der Rückseite mit den zu erwartenden Farbstimmungen.

Auswirkung des Weissabgleiches auf Digitalbilder
unterschiedliche Farbtemperatur, Nikon D7000, Tokina 11mm (KB 16mm), 1/250s, f/8, ISO200




Übung zum Thema

Wählen Sie ein Motiv im Freien aus. Stellen Sie den Weissabgleich auf Automatik ein und nehmen Sie ein Bild auf. Stellen Sie dann den Weissabgleich auf bewölkt, sonnig usw. und nehmen das gleiche Motiv auf. Vergleichen Sie am Computer die Bildwirkung der unterschiedlichen Weissabgleichs-Varianten. Wenn Sie nicht mehr wissen, welche Farbtemperatur welche Farbvariation hervorgerufen hat, informieren Sie sich in der Exif-Datei oder den Meta-Daten des Fotos über die Einstellung.

Weissabgleich 5100 Kelvin, 9000 Kelvin, 2000 Kelvin
Weissabgleich 5100 Kelvin, 9000 Kelvin, 2000 Kelvin

Sonnenuntergangs-Tipp

Stellen Sie bei JPG-Aufnahmen an Ihrer Kamera Tageslicht oder schattig ein. Dadurch werden die warmen Farbtöne des Sonnenuntergangs verstärkt. Probieren Sie einfach einmal ein paar Einstellungen aus!

RAW-Format – das digitale Negativ

Noch besser fahren Sie, wenn Sie Ihre Fotos mit dem RAW-Format speichern. Die Signale vom Bildsensor werden dann praktisch unverarbeitet gespeichert und können am Computer mit einem RAW-Konverter korrigiert und verändert werden. Der Vorteil des Formats liegt in der Möglichkeit, Korrekturen verlustfrei durchzuführen. Roh-Daten sind im Gegensatz zum komprimierten JPG-Format viel grösser: Eine 12-Megapixel-Kamera produziert pro Foto 18 – 20 MB Daten.

» Warum im RAW-Format fotografieren?





Seitencode: DT032, Weißabgleich