Fotopraxis

Richtig fotografieren

Ronco spra Ascona, Nikon D750, Tamron f/1.8 35 mm, 8.7s, f/8, ISO 100, Stativ, Spiegelvorauslösung

richtig Fotografieren - Nachtaufnahmen

Richtig fotografieren bedeutet, dass Sie sich mit den Kameraeinstellungen und den Auswirkungen auf das Bild auskennen und damit gestaltend eingreifen können. Aber können Sie beim Fotografieren etwas falsch machen? Natürlich. Sie können das Bild überbelichten oder verwackeln. Das schliesst nicht aus, dass Sie mit den Einstellungen experimentieren.

Richtig fotografieren – Einstellungssache

Beim Fotografieren – was nichts anderes als mit Licht malen heisst – benötigen Sie ein Medium zum Festhalten Ihres Bildes (Fotopapier, Bildsensor…), eine Optik (Linse/n, Objektive oder wie bei der Lochkamera nur ein Loch) sowie eine bestimmte Belichtungszeit. Fertig. Klick.

Damit machen Sie Schnappschüsse wie viele Millionen andere auch. Sobald Sie die Bildwirkung mit den technischen Möglichkeiten wie Länge der Verschlusszeit, Grösse der Blendenöffnung und unterschiedlicher Brennweite beeinflussen, nähern Sie sich dem richtig Fotografieren. Sie kennen sich aus, wie Sie eine Bewegung einfrieren oder verwischen lassen können. Sie möchten das Motiv scharf, den Vorder- und Hintergrund aber unscharf haben und regeln das mit der Blende. Sie lassen mit einer kurzen Brennweite Strandgut viel grösser erscheinen oder verdichten Bergketten mit einer langen Brennweite zu einem abstrakten Bild. Sie können richtig fotografieren.

Wolf im Dickicht - richtig fotografieren
Wolf im Dickicht, Nikon D750, Sigma f/5.3-6 150-600 mm, 1/500s, f/6.7, ISO 2000, Einbeinstativ







Belichtungsdreieck verstehen – richtig fotografieren

Damit ein Bild korrekt belichtet wird, müssen drei Dinge miteinander übereinstimmen:

In unseren digitalen Fotoapparaten können Sie die Empfindlichkeit des Bildsensors ändern. In Wirklichkeit werden aber bei einer Erhöhung nur die Signale verstärkt, was bei hohen ISO-Einstellungen zu fehlerhaften Werten (Bildrauschen) führt.  Wenn Sie den ISO-Wert von 100 auf 200 erhöhen, kommt das einer Verdoppelung der Lichtmenge gleich. Hier wird aber nur der von den Pixeln aufgenommene Wert kameraintern verdoppelt (verstärkt).

Mit jeder Verdoppelung der Belichtungszeit (statt 5 Sekunden 10 Sekunden) fällt doppelt so viel Licht auf den Bildsensor. Wenn Sie die Belichtungszeit halbieren (statt 1/50s nur 1/100s), so fällt auch nur noch halb so viel Licht auf den Sensor.

Stühle in der Wiler Altstadt
Stühle in der Altstadt, Nikon D750, Nikkor f/1.8 50 mm, 1/350s, f/8, ISO 100

An einem Objektiv können Sie die Grösse der Blendenöffnung verändern. Dies geschieht in Schritten von f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16 usw. Wenn Sie den Blendenwert um eine Stufe erhöhen (von f/8 auf f/11), fällt nur noch halb so viel Licht auf den Bildsensor. Senken Sie den Blendenwert um eine Stufe (von f/8 auf f/5.6), so gelangt doppelt so viel Licht in die Kamera. Die Fläche der Blendenöffnung ist dann doppelt so gross.

Das bedeutet nun, dass Sie mit sehr unterschiedlichen Kombinationen die genau gleiche Bildbelichtung erreichen können:

  • ISO 100, f/8, 1/125s
  • ISO 100, f/11, 1/60s (Blendenöffnung kleiner, Verschlusszeit länger)
  • ISO 400, f/8, 1/500s (Empfindlichkeit höher, Verschlusszeit kleiner)
  • ISO 100, f/2, 1/2000s (Blendenöffnung grösser, Verschlusszeit kleiner)

Was macht das nun für einen Sinn, wenn alle Bilder korrekt belichtet werden?



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Die richtige Kombination – richtig fotografieren

Mit der Kombination ISO 100, f/8, 1/125s erreichen Sie durch die kleine Blendenöffnung eine grosse Schärfentiefe. Mit einem normalen Objektiv wird ein grosser Teil Ihres Motives – zum Beispiel eine Landschaft – scharf abgebildet. Die relativ kurze Verschlusszeit von 1/125s reicht aus, um leicht bewegende Äste scharf abzubilden.

Mit der Kombination ISO 100, f/11, 1/60s können Sie die Schärfentiefe nochmals eine Spur vergrössern. Dafür darf sich auf dem Bild kaum mehr etwas bewegen, weil die Verschlusszeit mit 1/60s doppelt so lang ist. Bei Blende f/8 und f/11 erreichen die meisten Objektive ihre beste Abbildungsleistung.

Mit der Kombination ISO 400, f/8, 1/500s können Sie auch ein Landschaftsbild bei stärkerem Wind korrekt scharf abbilden. Die Erhöhung der ISO führt bei kleinen Sensoren schon bald zu schwächeren Farben, fehlenden Details und Bildrauschen.

Mit der vierten Kombination ISO 100, f/2, 1/2000s können Sie ein schnell vorbeifahrendes Auto einfrieren oder scharf abbilden. Durch die grosse Blendenöffnung ist die Schärfentiefe klein. Der Hintergrund wird unscharf abgebildet, was sich positiv auf das Bild auswirkt.

Wenn Sie jetzt von der Fototechnik richtig angefressen sind, schauen Sie sich doch in diesem Bereich weiter um und probieren Sie aus: » Fototechnik

neugierige Schweine auf dem Bauenrhof
neugierige Schweine auf dem Bauernhof, Nikon D7000, Nikkor f/1.8 35 mm, 52 mm KB, 1/1500s, f/2.4, ISO 100, Silver Efex Pro 2, 030 Film noir 1

Bilder gestalten – richtig fotografieren

Ich finde, zum richtig fotografieren gehört auch das Thema Bildgestaltung. Sie können Ihren fotografischen Blick trainieren und damit kritischer mit Ihren Bildern umgehen. Wenn Sie entdecken, was bei einem Motiv nicht wirkt, haben Sie die Chance, dies beim nächsten Mal besser zu machen. Sie entwickeln sich.

Nur schon der Tipp, alles zu vermeiden, was von einem Motiv ablenken kann, führt dazu, dass Sie genauer hinschauen, näher hingehen und den Bildausschnitt mehrheitlich enger nehmen werden.

In unserem Online-Fotokurs finden Sie ein grosses Angebot an Tipps und Übungsaufgaben, um Ihren fotografischen Blick zu schulen und die Bildgestaltung aktiv in die Hand zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Weiterentwickeln und Experimentieren!

» Den fotografischen Blick schulen

» Workshop Bildgestaltung

» Übungssammlung Kinder lernen fotografieren









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