Fotopraxis

Landschaftsfotografie

Herbstlandschaft, Nikon D5300, Tokina f/2.8 11-16 mm, 16 mm KB, 1/750s, f/11, ISO 100

Landschaftsfotografie Stimmung beim Schloss Watt

Landschaftsfotografie ist immer wieder faszinierend: Die verschiedenen Lichtstimmungen und Jahreszeiten. Ich zeige Ihnen, mit welchen Kameraeinstellungen Sie das Beste aus Ihren Landschaftsmotiven holen.

Den DigiSpick – ein PDF zum Ausdrucken – finden Sie am Ende des Artikels.

Landschaftsfotografie

Damit Sie an Ihrem Bild Freude haben, müssen Sie etwas Zeit investieren. Mit ein paar Tricks und Tipps werden Sie garantiert wirkungsvollere, fantastische Landschaftsfotografien machen können.

In diesem Artikel geht es um die Kameraeinstellungen bei Landschaftsfotografien und um Beleuchtung und Lichtstimmung. Im zweiten Teil behandle ich Ausrüstung, Bildgestaltung, Horizontlinie und weitere Praxistipps für die Landschaftsfotografie.

Landschaftsfotografie einmal anders
Mit Unschärfe und Details spielen, Nikon D750, Tamron f/1.8 35 mm, 1/750s, f/2.8, ISO 100

Kameraeinstellungen bei Landschaftsfotografien

Schon in diesem Punkt trennt sich der Spreu vom Weizen. Ich zeige Ihnen, mit welchen Einstellungen Ihre Bilder qualitativ besser werden:

  • Stellen Sie den ISO-Wert (die Sensorempfindlichkeit) bei der Landschaftsfotografie auf eine möglichst niedrige Stufe. Am besten die niedrigste. Die Farben werden viel intensiver, die Schärfe knackig.
  • Wenn Sie mit einer Kompaktkamera fotografieren oder die Einstellungen nicht selber vornehmen möchten, wählen Sie das Motivprogramm Landschaften. Die Kamera nimmt die nötigen Einstellungen automatisch vor. Bei Schnee oder am Strand wählen Sie das Programm Strand / Schnee.
  • Empfehlung: Fotografieren Sie im RAW-Format (digitales Negativ). Die Bilddaten werden von der Kamera nicht verrechnet und komprimiert, weshalb Sie mit dem RAW-Konverter (zum Beispiel Photoshop Lightroom, kameraeigene Entwickler) verlustfrei diverse Korrekturen vornehmen können. Probieren Sie es einmal aus. Sie werden begeistert sein!
  • Stellen Sie den Weissabgleich bei Sonnenschein und bei bewölktem Himmel manuell auf die entsprechende Einstellung. Alternativ: Weissabgleich auf Automatik. Wenn Sie im RAW-Format fotografieren, können Sie diese Einstellung am PC nach Wunsch vornehmen.
  • Objektive erreichen ihre beste Abbildungsleistung im Sweet Spot, welcher meist im Bereich von Blende f/5.6 bis f/11 liegt. Testen Sie Ihre Objektive mit einem Testbild. So wissen Sie, welche Blende die grösste Abbildungsqualität liefert. Auf jeden Fall sollten Sie um zwei Stufen abblenden. Grösste Objektivblende: f/2.8. Zweifach abblenden auf f/4 und f/5.6.
  • Die Blende ganz schliessen (zum Beispiel f/32) vermeiden. Die Beugungsunschärfe nimmt zu. Testen Sie das mit Ihren Objektiven aus. Je nach Qualität und Bauart macht es beinahe nichts aus – oder eine deutliche Unschärfe ist zu erkennen.
  • Stellen Sie – wenn das möglich ist – manuell scharf. Wenn Sie bei der Landschaftsfotografie von Vorder- bis Hintergrund scharf haben möchten, wählen Sie eine kleine Blende (f/11, f/16) und fokussieren auf die hyperfokale Distanz. Tönt kompliziert – ist aber relativ einfach.
  • Wenn Sie mit dem Stativ fotografieren und längere Verschlusszeiten als 1/60s benötigen, so schalten Sie die Spiegelvorauslösung ein. Das Foto wird dann verzögert aufgenommen und die minimen Vibrationen sind ausgeklungen.
  • Wenn Sie Landschaften in der Nacht oder mit langen Verschlusszeiten aufnehmen wollen, finden Sie unter Langezeitbelichtungen nützliche Zusatztipps.
  • Bei Aufnahmen mit hellen Motiven (Schneelandschaft, Strand, heller Sand) müssen Sie unter Umständen eine Belichtungskorrektur um + 1 bis 2 EV vornehmen. Überprüfen Sie die Ergebnisse am Display der Kamera.

Landschaftsfotografie Ascona
Seepromenade Ascona, Huawei Pro 20, 27 mm KB, 1/1000s, f/2.2, ISO 50

Beleuchtung und Lichtstimmung in der Landschaftsfotografie

Der Lichtquelle kommt bei der Landschaftsfotografie eine grosse Bedeutung zu. Oft entscheidet sie zwischen gelungenen oder misslungenen Bild:

  • Fotos, die Sie um die Mittagszeit bei hochstehender Sonne schiessen, wirken oft flau und flach. Das hat damit zu tun, dass das Licht beinahe direkt von oben kommt und geringe Schatten aufweist.
  • Wenn Sie am frühen Morgen oder am Abend – in der godenen Stunde – (oder bei tiefstehender Sonne im Winter) fotografieren, wirkt das Licht viel kräftiger und die Schatten sorgen für eine besondere Dynamik im Bild.
  • Besonders tolle Landschaftsfotografien gelingen kurz nach einer Regenzone, wenn die noch dunklen Wolken am Himmel hängen, der Regen im Hintergrund einen Vorhang über den Horizont legt und die Landschaft in intensiven Farben leuchtet.
Herbststimmung am Manneweier in St Gallen
Herbststimmung am Manneweier in St Gallen, Nikon D5300, Tamron f/1.8 35 mm, 52 mm KB, 1/125s, f/8, ISO 100
Ascona by night im Winter
Ascona by night im Winter, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30 mm, 15 mm, 30s, f/13, ISO 100, Stativ, Spiegelvorauslösung

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