DigiSpick Fotopraxis

Fotografieren im Schnee

Baumtrio, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 35mm, 1/125s, f/8, ISO100

Drei Winterbäume mit Vögeln - Fotografieren im Schnee

Fotografieren im Schnee

Fotografieren im Schnee und bei Kälte stellt einige Anforderungen an die Ausrüstung, vor allem die Akkus. Wenn Sie wissen, auf was Sie achten müssen, gelingen Ihnen in der winterlichen Landschaft stimmungsvolle Aufnahmen. Ich zeige Ihnen in diesem zweiteiligen Artikel, wie Sie mit der optimalen Kameraeinstellungen zu guten Schnee-Bildern kommen.

S-Bahn in den Abendstunden

S-Bahn in der Abenddämmerung, Nikon D5300, Sigma f/2.8-4 17-70mm, 39mm KB, 30s, f/6.7, ISO100

Herausforderung Schneefotos

  • Der automatische Weissabgleich stösst an seine Grenzen. Oft wirkt der Schnee dann bläulich.
    Die vielen Reflexionen irritieren den Belichtungsmesser. Das Foto wird unterbelichtet und der weisse Schnee wirkt grau. » optimaler Weissabgleich an RAW-Aufnahmen
  • Winterbilder mit hohen Kontrasten zwischen Schatten und weissem Schnee überfordern den Dynamikumafang der Kamerasensoren. Schattenpartien sind nur noch schwarz und weisen keine Zeichnung mehr auf.
  • Die Fotoelektronik kommt an ihre Grenzen. Die Akkus halten in der Kälte deutlich weniger lang. Tragen Sie die Ersatz-Akkus am besten nahe am Körper, damit sie schön warm bleiben.
  • Die Frontlinse oder die ganze Kamera kann sich beschlagen, wenn Sie von der Kälte in die Wärme kommen – oder umgekehrt.
Strukturen im hellen Schnee - Fotografieren im Schnee

Strukturen im Schnee, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 50mm, 75mm KB, 1/1000s, f/4, ISO100

Fotoausrüstung für das Fotografieren im Schnee

  • Je nachdem, welche Sujets Sie suchen, packen Sie die Ausrüstung zusammen.
  • Für Landschaftsaufnahmen eignen sich Weitwinkel-Objektive am besten. Dadurch wird die Weite im Bild unterstützt.
  • Wenn Sie Ihr Motiv verdichten wollen, greifen Sie zu einer längeren Brennweite (Teleobjektive).
  • Für Nahaufnahmen eignen sich spezielle Makroobjektive.
  • Ein Polarisationsfilter verstärkt bei Sonnenschein das Blau des Himmels und vermindert nichtmetallische Reflexionen. Wenn der Himmel aber ganz klar ist, kann der Polfilter zu einem beinahe schwarzen Himmel führen, was nicht optimal ist. Probieren Sie es mit und ohne Filter aus.
  • Bei sehr kalten Temperaturen werden die Kamera-Akkus sehr stark gefordert. Sie verlieren an Leistung. Halten Sie die Akkus möglichst lange warm. Wenn Sie Ersatz-Akkus dabei haben, bleibt einer immer nahe am Körper. So können Sie die Akkus zwischendurch austauschen.
  • Allenfalls verwenden Sie ein Stativ. Dann sind die Hände frei und Sie können mit der tiefsten ISO-Einstellung fotografieren. Das bringt die beste Bildqualität.
  • Streulichtblende unbedingt mitnehmen!
  • Auch mit dem Smartphone oder einer Kompaktkamera lassen sich tolle Winterbilder knipsen (nächstes Foto).
  • Handschuhe
Winterstimmung am Weiher mit Negativ-Effekt- fotografieren im Schnee

Winterstimmung am Weiher, Samsung Galaxy S4, 31mm KB, 1/125s, ISO50, Negativ-Effekt mit Camera-App

Kameraeinstellungen für Schnee-Fotos

  • Idealerweise fotografieren Sie im RAW-Format. So können Sie den Weissabgleich dann am Computer sehr einfach korrigieren.
  • Wenn Sie im JPG-Format fotografieren wollen, stellen Sie den Weissabgleich manuell ein oder wählen Sie ein passendes Motivprogramm (Winterfotos, Fotografieren im Schnee oder ähnlich).
  • Bei Schnee und Nebel wird der Belichtungsmesser irritiert. Korrigieren Sie die Belichtung um +0.5 bis +1.5 EV (Belichtungsstufen). Alternativ können Sie auch eine Belichtungsreihe wählen. Die Belichtung haben Sie korrekt gewählt, wenn der Schnee noch etwas Zeichnung aufweist.
  • Achten Sie, dass Ihr Hauptmotiv durch die Schnee-Belichtungskorrektur nicht überstrahlt wird.
  • Sind die Kontraste zu hoch, erstellen Sie eine Belichtungsreihe mit +2.0 EV und fügen die optimal belichteten Bereiche der einzelnen Aufnahmen mit einem HDR-Bild zusammen.
  • Wenn Sie bei Schneetreiben fotografieren, können Sie die fallenden Schneeflocken als Bildgestaltungselement einsetzen. Verlängern Sie die Verschlusszeit bei einer Normalbrennweite von 50mm auf 1/30s oder mehr. Dann zeichnen die Schneeflocken ihre Bahn. Je nach Objektiv schalten Sie den Bildstabilisator zu, damit möglichst keine verwackelte Aufnahme entsteht oder Sie benutzen ein Stativ oder eine stabile Ablage- oder Abstützfläche (Hausecke, Autodach, Mauer…).
  • Winterfotos eigenen sich sehr gut als Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Wenn Sie im RAW-Format fotografieren, stellen Sie zusätzlich Kopie im JPG-Format ein. Sie können die geringste Auflösung wählen. Dann schalten Sie die Kamera auf monochrom um (Bedienungsanleitung konsultieren). So können Sie die erste Bildwirkung gleich am Kameradisplay kontrollieren. Das RAW-Format nimmt trotzdem die Farbwerte auf. Im RAW-Konverter können Sie dann Farbfilter auf das Bild anwenden und einzelne Grauwerte abschwächen oder verstärken. » Digitale Dunkelkammer
  • Histogramm bei der Bildanzeige einschalten und Helligkeitsverteilung nach der Aufnahme kontrollieren. Das Histogramm darf weder links (schwarz) noch recht (weiss) abgeschnitten sein. » Clipping vermeiden
  • Schalten Sie an Ihrer Kamera die Überbelichtungswarnung ein. Auf Ihrem Display blinken dann Bildteile, die keine Zeichnung mehr aufweisen.
Mammutbaum im Winter

Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 18mm KB, 1/180s, f/6.7, ISO800

» Weiter zum 2. Teil: Fotografieren im Winter

» An der Nebelgrenze fotografieren

DigiSpick – das pratkische Handout

Das Handout DigiSpick mit den wichtigsten Tipps und Tricks zum Thema können Sie hier kostenlos downloaden und ausdrucken: » Fotografieren im Schnee


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