Kurz erklärt: Beim Fotografieren von Licht und Schatten suchen Sie bewusst nach starken Kontrasten, langen Schatten, Streiflicht, Reflexionen und grafischen Formen. Besonders gut eignen sich Morgen- und Abendlicht, hartes Sonnenlicht, Nebel, Kunstlicht und Schwarzweiss-Fotografie. Wichtig ist, die hellsten Stellen im Bild zu kontrollieren und mit Histogramm, RAW-Format und bewusster Belichtung zu arbeiten.
Inhalt
- Licht und Schatten fotografieren
- Herausforderungen bei Licht und Schatten
- Beste Tageszeit für Licht- und Schattenfotos
- Schatten als Motiv
- Sujets mit ihrem Schatten fotografieren
- Schwaches Licht und Kunstlicht
- Tipps für bessere Schattenbilder
- FAQ
Licht und Schatten fotografieren
Licht und Schatten sind ein ideales Fotothema, weil Sie dafür nicht zwingend ein besonderes Motiv brauchen. Oft reicht ein Zaun, eine Fassade, ein Fenster, eine Treppe oder eine Person, die im richtigen Moment durch das Bild läuft. Entscheidend ist, dass Licht und Schatten eine erkennbare Form, Richtung oder Spannung erzeugen.
Im Freien brauchen Sie dafür meist klares Wetter oder zumindest gerichtetes Licht. Bei künstlichem Licht funktioniert das Thema auch drinnen oder am Abend. Die Suche nach Schattenspielen ist besonders am frühen Morgen und am Abend erfolgreich. Zur Mittagszeit entstehen im Sommer sehr harte Schatten, die sich gut für grafische Motive und die Schwarzweiss-Fotografie eignen.
Licht- und Schattenmotive reizen mich besonders, weil interessante Strukturen entstehen und Schattenbilder schnell wieder verschwinden. Der Sonnenstand “malt” diese Bilder auf Fassaden und Strassen. Am häufigsten finde ich solche Motive in Dörfern und Städten. Die längsten Schatten finde ich meist in den frühen und späten Stunden des Tages sowie während des Winterhalbjahres. Aber auch an einem Sommertag in der Mittagszeit können spannende Schatten entstehen.


Herausforderungen bei Licht und Schatten
Wenn Sie Schattenspiele oder Licht und Schatten fotografieren, treffen Sie meistens auf einen sehr hohen Kontrastumfang. Im Bild kommen sehr helle und sehr dunkle Stellen vor. Je nachdem, welcher Bereich wichtiger ist, belichten Sie auf die Lichter oder auf die Schatten.
Harte Schatten können sehr wirkungsvoll sein, aber sie verzeihen wenig. Achten Sie deshalb auf die hellsten Stellen im Bild. Wenn diese ausfressen, gehen dort alle Bildinformationen verloren. Kontrollieren Sie das Ergebnis mit dem Histogramm und vermeiden Sie Clipping.
Licht und Schatten lenken den Blick oft auf eine bestimmte Stelle. Achten Sie deshalb bewusst auf Standort, Bildausschnitt und Perspektive. Reflektierende Flächen, helle Fassaden oder Glas können Sie zusätzlich in die Bildkomposition einbeziehen.
Mehr über die Lichtqualität: Weiches und hartes Licht


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Beste Tageszeit für Licht- und Schattenfotos
Beim Thema Licht und Schatten müssen Sie oft mit dem vorhandenen Licht auskommen. Besonders schöne Lichtspiele entstehen, wenn das Licht durch Nebel, Bäume, Fenster, Geländer oder enge Gassen fällt. Die beste Tageszeit hängt davon ab, welche Art von Schatten Sie fotografieren möchten.
| Tageszeit / Licht | Wirkung | Geeignete Motive |
|---|---|---|
| Morgen und Abend | Lange Schatten, warmes Licht, Streiflicht | Strassen, Menschen, Fassaden, Landschaften |
| Goldene Stunde | Weiches, warmes Licht und sanfte Kontraste | Porträts, Stadtmotive, Naturdetails |
| Mittagssonne | Harte Schatten und starke Kontraste | Grafische Motive, Architektur, Schwarzweiss |
| Nebel und Wald | Lichtstrahlen, gedämpfte Kontraste, Atmosphäre | Wald, Nebelgrenze, Gegenlicht |
| Kunstlicht | Gezielte Schatten, starke Formen, Nachtstimmung | Innenräume, Lampen, Schaufenster, Architektur |
Ideale Bedingungen finden Sie an der Nebelgrenze im Herbst oder Winter. Der Nebel steigt und sinkt immer wieder. Es lohnt sich folglich, die Kamera bereit zu machen und etwas Geduld zu haben.
Achten Sie darauf, dass die hellsten Stellen nicht ausfressen – Clipping vermeiden. Benutzen Sie zum Begutachten Ihres Ergebnisses das Histogramm der Kamera.
Passend dazu: Licht verändert sich im Lauf des Tages und Goldene Stunde.

Weitere passende Themen: Fotografieren im Wald und Fotografieren im Herbst.
Schatten als Motive
- Wo Licht ist, ist auch Schatten. Je nach Lichtbedingungen finden Sie mehr oder weniger starke Schatten, die sich selber als Bildmotiv eignen.
- Vor allem in den Morgen- und Abendstunden finden Sie spezielle Schattenspiele. Dann fällt die Sonne flach auf die Erde und erzeugt lange Schatten.
- Ein tiefer Sonnenstand führt oft zu einem grossen Dynamikumfang. Als Dynamikumfang bezeichnen wir die Anzahl Blendenstufen zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bereich eines Motivs.
- Besonders die Goldene Stunde mit warmen Farbtönen und langen, weichen Schatten ist attraktiv.
- Die Wintermonate haben den Vorteil, dass die Sonne auch am Tag tief steht und folglich schöne, lange Schatten wirft.
- Ich mag den Gang durch ein Stadtviertel in den Randstunden des Tages. Achten Sie auf Schattenskulpturen, die auf Böden und Fassaden geworfen werden.
- Warten Sie, bis der Schatten einer Person in Ihrem gewählten Bildausschnitt erscheint und drücken Sie dann ab.

Bilder mit Schatten eignen sich – vor allem wegen des hohen Kontrastes – hervorragend als Schwarzweiss-Fotografien.
Wenn Sie solche Motive gezielt suchen möchten: Der fotografische Blick.
Sujets mit ihrem Schatten fotografieren
Wenn Sie Licht und Schatten fotografieren, achten Sie bei Streiflicht auch auf kleine Motive. Ein Sujet mit seinem Schatten kann viel spannender wirken als das Objekt allein. Durch schräg einfallendes Licht wiederholt sich die Kontur oder wird übertrieben verlängert.
Sie finden solche Motive in Siedlungen, Gassen, an Fassaden, auf Treppen oder an Mauern. Der Schatten lässt ein Bild plastischer wirken. Viele dieser Motive würden bei bedecktem Himmel gar nicht funktionieren.

Die Aufnahme habe ich mit einer Edel-Kompakten im RAW-Format fotografiert. Sie zeigt, dass auch eine kleine Kamera tolle Bildqualität und eine relativ kleine Schärfentiefe liefern kann.


Übungsidee: Übungen zum besseren Fotografieren
Schwaches Licht und Kunstlicht
Eine weitere Möglichkeit ist das Fotografieren in Innenräumen oder bei Dunkelheit mit Kunstlicht. Künstliche Lichtquellen eignen sich sehr gut, weil sie gerichtete Schatten erzeugen können.
Damit die Bilder gut gelingen, benötigen Sie ein Stativ oder einen stabilen Untergrund. Wenn Sie mit einem lichtstarken Objektiv arbeiten, können Sie die Empfindlichkeit des Sensors, also den ISO-Wert, erhöhen. Das nächste Bild ist eine Aussenaufnahme bei Schwachlicht mit hohem ISO-Wert von 3200.

Ich fotografiere Motive bei Kunstlicht gerne ohne Stativ und erhöhe deshalb den ISO-Wert. Bei Nachtaufnahmen von Städten und Strassen verwende ich immer ein Stativ, um eine möglichst gute Schärfe zu erhalten. Habe ich kein Stativ dabei, hilft zur Not ein Autodach, eine Mauer oder einfach etwas Stabiles, um die Kamera beim Auslösen ruhig halten zu können.
Tipps – Licht und Schatten fotografieren
- Behalten Sie das Histogramm im Auge. So erkennen Sie, ob die hellsten und dunkelsten Bildteile noch Zeichnung aufweisen.
- Entscheiden Sie bei sehr hohem Kontrast, welcher Bildteil wichtiger ist: Licht oder Schatten.
- Fotografieren Sie Schattenspiele wenn möglich im RAW-Format. Die digitalen Negative lassen beim Bearbeiten mehr Spielraum.
- Wenn Sie mit einer Festbrennweite unterwegs sind, achten Sie stärker auf Bildgestaltung und Perspektive.
- Nehmen Sie sich Zeit für die Motivwahl. Lieber mit zwölf guten Fotos nach Hause kommen als mit 300 Geht-so-Aufnahmen.
- Ein tiefer Sonnenstand erzeugt grosse Schatten. Diese finden Sie in den Morgen- und Abendstunden oder in der kälteren Jahreszeit.
- Besuchen Sie Motive zu unterschiedlichen Tageszeiten. Schatten verändern sich vor allem in den Randstunden sehr schnell.
- Probieren Sie Schwarzweiss aus. Schatten, harte Kontraste und grafische Formen wirken oft ohne Farbe stärker.
- Der Negativ-Effekt lebt ebenfalls von den starken Kontrasten, die beim Fotografieren von Licht und Schatten entstehen.


Nur für einen kurzen Moment erschien dieses Schattenspiel durch eine Reflexion des Sonnenlichtes in einem Fenster auf der Baubaracke. Wenige Sekunden später war das Motiv verschwunden.

Mein Portfolio zu Licht und Schatten

Wer regelmässig Licht und Schatten fotografiert, schult seinen fotografischen Blick besonders intensiv. Oft entstehen die spannendsten Bilder nicht durch spektakuläre Motive, sondern durch das bewusste Beobachten von Licht, Kontrasten und Formen im Alltag.
Häufige Fragen zu Licht und Schatten fotografieren
Wann gelingen Licht-und-Schatten-Fotos am besten?
Besonders gut gelingen Licht-und-Schatten-Fotos am Morgen und Abend, weil die Sonne tief steht und lange Schatten erzeugt. Auch hartes Mittagslicht, Nebel, Kunstlicht und Gegenlicht können starke Schattenbilder ermöglichen.
Welche Kameraeinstellung ist bei Licht und Schatten wichtig?
Wichtig ist vor allem die Belichtung. Kontrollieren Sie die hellsten Bildstellen mit dem Histogramm und vermeiden Sie ausgefressene Lichter. Fotografieren Sie möglichst im RAW-Format, wenn Sie später mehr Spielraum bei der Bearbeitung möchten.
Warum eignen sich Schattenbilder gut für Schwarzweiss?
Schwarzweiss reduziert das Bild auf Formen, Linien, Helligkeit und Kontraste. Genau deshalb wirken Schattenbilder, harte Lichtkanten und grafische Strukturen in Schwarzweiss oft besonders stark.
Wie finde ich gute Schattenmotive?
Achten Sie auf Zäune, Treppen, Fenster, Geländer, Bäume, Menschen, Lampen, Fassaden und reflektierende Flächen. Gute Schattenmotive entstehen oft dort, wo gerichtetes Licht auf einfache Formen trifft.
Soll ich auf die Lichter oder auf die Schatten belichten?
Das hängt von der Bildidee ab. Meist ist es sinnvoll, die hellsten Stellen zu schützen, damit sie nicht ausfressen. Wenn der Schatten das Hauptmotiv ist, darf der Rest des Bildes ruhig dunkler oder abstrakter werden.
Kann ich Licht und Schatten auch bei schlechtem Wetter fotografieren?
Bei bedecktem Himmel sind Schatten meist weicher und weniger sichtbar. Dann funktionieren Nebel, Innenräume, Kunstlicht, Fensterlicht oder abstrakte Lichtstimmungen oft besser als harte Schattenspiele im Freien.
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