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Polarisationsfilter

St. Moritz mit See, Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/250s, f/11, ISO400, Polfilter

St. Moritz mit See - Landschaftsfotografie mit Polfilter

Polarisationsfilter – umgangssprachlich Polfilter genannt – werden vor allem in der Landschaftsfotografie verwenden. Diese Filter sind aber auch in der Architekturfotografie nützlich, da sie Reflexionen von nichtmetallischen Flächen reduzieren.

See in St. Moritz mit Polarisationsfilter fotografiert

See in St. Moritz, Nikon D7000, Tokina f/2.8 11-16mm, 16mm KB, 1/350s, f/10, ISO400, Polarisationsfilter

Einsatz von Polarisationsfilter oder Polfilter

Mit dem Polfilter – auch Polarisationsfiter genannt – lassen sich in der Fotografie unterwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Flächen beseitigen und den Kontrast erhöhen. Wenn der Polarisationsfilter korrekt ausgerichtet ist, werden reflektierende Lichtquellen unterdrückt, damit weniger störende Überstrahlungen entstehen.

Am Polfilter werden zwei Gläser gegeneinander verdreht, sodass die Schwingungsrichtung des Lichts in eine Richtung gesperrt wird. Der Polfilter kann sowohl für Farb- wie für Schwarzweiss-Fotografie verwendet werden.





Anwendungsbereiche des Plarisationsfilters

  • Wird der Filter im 90-Grad-Winkel zur Sonne verwendet, sind die Effekte besonders stark sichtbar: Der Himmel wird dunkelblau und die Wolken heben sich fast dreidimensional vom Himmel ab.
  • Das Grün von Wäldern und Wiesen wird satter, weil der Polfilter störende Reflexe des Himmels unterdrückt.
  • Wenn Sie an Gewässern fotografieren, können Sie die störenden Reflexe der Wasseroberfläche verkleinern oder gänzlich minimieren. So kommen Dinge, die sich unter der Wasseroberfläche befinden, deutlicher hervor.
  • Wenn Sie bei Regenwetter fotografieren, können Sie die Reflexionen des Wassers auf Blüten und Blättern reduzieren.
  • Wenn Sie ein starkes Weitwinkel-Objektiv verwenden, kann die Auswirkung des Polarisationsfilters durch den grossen Bildwinkel unterschiedlich stark ausfallen. Das führt nicht selten zu störenden Flecken am blauen Himmel. Machen Sie in diesem Fall auch noch ein zweites Bild ohne Filter. Falls die Flecken zu störend sind, nehmen Sie das Bild ohne Polfilter und dunkeln den Himmel im Bildbearbeitungsprogramm ab.
  • Probieren Sie den Polfilter auch an metallischen Flächen aus. Es gibt durchaus auch metallische Materialien, deren Reflexionen durch den Einsatz des Filters reduziert werden können.

Handhabung des Polarisationsfilters

  • Der Filter wird mit seinem Gewinde vorne am Objektiv angeschraubt. Anschliessend kann der vordere, bewegliche Teil des Filters in die korrekte Stellung gedreht werden. Vergewissern Sie sich mit einem Blick durch den Sucher über den besten Filtereffekt.
  • Je nach Dicke des Polarisationsfilters können in den Bildecken Vignettierungen entstehen.
  • Für den optimalen Effekt ist ein Winkel von 90 Grad zur Sonne einzuhalten.
  • Da der Polarisationsfilter Licht zurückhält, verlängert sich die Verschlusszeit bei gleichbleibender Blende. Der Wert ist je nach Stellung des Filters unterschiedlich. Durch die Belichtungsinnenmessung (TTL-Messung) wird bei der System- oder Spiegelreflexkamera die Lichtreduktion automatisch berücksichtigt. In der Regel macht die Lichtverringerung 1 bis 2 Lichtwerte aus (-1 bis -2 EV).
  • Der Einsatz des Polfilters für sattere Himmelsfarben macht nur bei Sonnenschein Sinn.




Vergleiche mit und ohne Polarisationsfilter

Vergleich mit und ohne Polarisationsfilter

Vergleiche mit und ohne Polarisationsfilter
Links mit, rechts ohne Polfilter. Beachten Sie das Wasser, den Himmel und die Farben der Landschaft

Vergleich mit und ohne Polarisationsfilter

Vergleich: Ohne (unten) und mit (oben) Polfilter. Blauer Himmel und goldgelbe Herbstblätter.

Polfilter im Schlechtwettereinsatz?

Je nach Motiv eignet sich der Polarisationsfilter auch gut für den Einsatz bei schlechtem Wetter. Seine Eigenschaft, nichtmetallische Spiegelungen zu dämpfen, macht ihn bei Aufnahmen von Gewässern unabdingbar. Beide Bilder sind mit der Nikon D5300, Stativ und Spiegelvorauslösung aufgenommen worden. Ein ND4-Graufilter verlängerte die Verschlusszeit bei Tageslicht und der Polfilter eleminierte die Wasserspiegelungen und sorgte für satte Farben. Beide Bilder unbearbeitet aus dem RAW-Format ins JPG entwickelt.

Kameradaten: Nikon D5300 mit Nikkor f/1.8 35mm, 52mm KB, f/11, ISO100

Der Polfilter gehört wie die ND-Graufilter in die Grundausrüstung eines ambitionierten Hobbyfotografen oder einer ambitionierten Hobbyfotografin.

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