Fotolexikon Fototechnik

Crop Faktor

Verkehrstafeln in der Stadt, Nikon D7000, Nikkor f/1.8 35mm, 52mm KB, 1/90s, f/1.8, ISO100

Verkehrstafeln in der Stadt

Der Crop Faktor bedeutet to crop und stammt aus dem Englischen für abschneiden, beschneiden. Er spielt bei Sensoren eine Rolle, die kleiner als das Kleinbildformat (24x36mm) sind.

Winterwald - Crop Faktor 1.5 bei Nikon APS-Sensoren

Winterwald mit Offenblende, Blende f/1.8, 1/80s

Der Crop Faktor

Bildsensor einer Nikon D7000

Bildsensor einer Nikon D7000

Da die Bildsensoren in der Regel kleiner sind als das analoge Kleinbildformat (24x36mm), wird zum Beispiel bei Halbformatkameras ein kleinerer Bildwinkel aufgenommen. Das Verhältnis der Seitenlänge zwischen einem Kleinbildformat und dem wirklichen Format (Beispiel: Bildsensor Nikon D7000 = DX, Canon APS-C) wird mit dem Crop Faktor beschrieben. Er lässt sich folgendermassen berechnen:

Länge Kleinbildformat : Länge Bildsensor = Crop Faktor.
36mm (Kleinbildformat-Länge) : 23.6mm (Sensor-Länge DX) = 1.525 (Crop-Faktor)

Der Crop Faktor beschreibt also das Verhältnis, mit welchem das Bild beschnitten und mit welchem Faktor die Brennweite verlängert wird. In Wirklichkeit verändert sich die Brennweite aber nicht – der Bildwinkel wird verkleinert und entspricht dem einer längeren Brennweite.

Fälschlicherweise wird ab und zu von einer Brennweitenverlängerung gesprochen, was fachlich nicht ganz korrekt ist..

Crop Faktor: Gross das Kleinbildformat, klein das Halbformat

Crop Faktor: Gross das Kleinbildformat, klein das Halbformat

Brennweite im KB-Format

Die Brennweite wird auf Objektiven in Millimetern angegeben und bezieht sich auf das Kleinbildformat der analogen Fotografie.

Im Beispiel oben habe ich den Crop-Faktor für die Nikon D7000 berechnet. Verwende ich nun ein Objektiv mit der Brennweite 85mm so entspricht der Bildwinkel einem Objektiv der Brennweite 127mm (85mm x 1.5).

  • Vorteil: Für den gleichen Bildausschnitt benötigen Sie kürzere Brennweiten. Mit einem Teleobjektiv von 300mm erreichen Sie einen Bildausschnitt wie mit einem Tele von 450mm Brennweite (300mm x 1.5 = 450mm). Das ist vor allem für Sport- und Naturfotografie von Vorteil. Durch den kleineren Sensor können die Objektive deutlich günstiger gebaut werden, weil die Linsen einen kleineren Durchmesser haben können. Das hat einen weiteren Vorteil, dass die Objektive leichter sind als die Pendants der Kleinbildkameras.
  • Nachteil: Weitwinkelobjektive werden um den genau gleichen Faktor verlängert. Ein 18mm Weitwinkel schrumpft im DX-Format auf ein 27mm-Objektiv (18mm x 1.5 = 27mm). Sie haben für Landschafts- und Architekturfotos einen kleineren Bildwinkel. Lösungsvorschlag: Mehrere Bilder zu Panorama-Aufnahme kombinieren.

Mit welchem Crop-Faktor fotografieren Sie?

EXIF Daten in Lightroom, Brennweite/35mm

EXIF Daten in Lightroom, Brennweite/35mm

Schauen Sie in der Betriebsanleitung Ihrer Digitalkamera nach oder suchen Sie im Internet Ihr Kameramodell. Meistens ist die Grösse des Bildsensors am Ende der Gebrauchsanweisung unter den technischen Eigenschaften aufgeführt.

Auf meiner Kompaktkamera prangt ein Kleber wide 28mm. Auf dem Objektiv steht 4-32mm. 28mm : 4mm = 7. Der Crop-Faktor beträgt also 7. Die grösste Zoom-Einstellung entspricht 224mm (32mm x 7 = 224mm). Somit beträgt die Längsseite des Bildsensors nur 5.1mm (36mm : 7 = 5.1mm).

Wenn Sie Ihre Bilder auf den Computer laden, können Sie mit Hilfe der Exif-Daten die angepasste Grösse herauslesen. Dort sind zwei Brennweiten vermerkt. Einmal ohne Zusatz und einmal mit dem Zusatz 35mm oder entspricht Kleinbild. Im Printscreen können Sie diese Werte aus der Exif-Datei entnehmen:

  • Brennweite: 200mm
  • Brennweite/35mm: 300mm

Der zweite Wert entspricht also einem Brennweiten-Äquivalent von 300mm.

Warum muss ich den Crop-Faktor kennen?

  • Wenn Sie nicht mit einem Vollformat-Sensor fotografieren, hat der Crop-Faktor Auswirkungen auf Ihre Ausrüstung (Objektive) und vor allem auf die verwendete Verschlusszeit.
  • Um scharfe Bilder aus der Hand zu knipsen, gibt es den Richtwert, dass die Verschlusszeit mindestens dem Umkehrwert der Brennweite entsprechen soll. Eine 250mm-Brennweite erfordert demzufolge mindestens eine Verschlusszeit von 1/250s .
  • Da mit dem Crop-Faktor der Bildausschnitt verkleinert wird, steigt auch die Verwacklungsgefahr. Das 250mm-Objektiv entspricht an einer DX-Kamera einer Brennweite von 375mm und erfordert deshalb auch eine noch kürzere Verschlusszeit von 1/350s. Das sind aber wirklich Grenzwerte. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie eine Verschlusszeit, die eine Stufe kürzer ist.
  • Bildstabilisatoren können den Grenzwert um zwei bis drei Belichtungsstufen verschieben. Statt mit 1/500s fotografieren Sie mit ruhiger Hand noch bei 1/125s. Probieren Sie das doch mit einer Versuchsreihe aus!
  • Wenn Sie ein neues Objektiv kaufen wollen, können Sie mit Hilfe des Crop-Faktors die wahre Brennweite bestimmen: Wenn Sie eine Festbrennweite möchten, die dem Kleinbildformat-Bildwinkel von 50mm entspricht, müssten Sie mit einer DX-Halbformatkamera zu einem 35mm-Objektiv greifen (50mm / Crop-Faktor 1.5 = 33mm). Nur dann haben Sie etwa den gleichen Bildausschnitt.
  • Nikon DX-Halbformat, Sony APS-C-Halbformat: Crop-Faktor 1.5
  • Canon APS-C-Halbformat: Crop-Faktor 1.6
  • Micro-Four-Thirds-Sensoren: Crop-Faktor 2.0

» Nikon D750 – Vollformatkamera

» Tipps zum Auslesen der Exif-Dateien

» Die beste Objektivleistung selber ermitteln


Unterstützen Sie das kostenlose Angebot von digitipps.ch.


Möchten Sie den Newsletter bekommen? » Melden Sie sich kostenlos an!


Seitencode: DT310 KB-Äquivalent