Sie wollen Fotos gestalten. Sobald Sie durch den Sucher blicken oder das Kameraauge auf dem Screen sehen, legen Sie die Welt in einen Rahmen. Sie bestimmten, was in diesem Rahmen sichtbar sein soll und was nicht. Sie gestalten Ihr Bild.
Fotos gestalten
Wahrscheinlich kennen Sie schon einige der Gestaltungsregeln. Regeln müssen Sie nicht immer befolgen. Ich versuche, wenn immer möglich, den Begriff Gestaltungsmöglichkeiten zu verwenden. Es kommt auf das Motiv und Ihre Bildidee an. Und da muss zum Beispiel der Goldene Schnitt überhaupt nicht beachtet werden – und das Bild kann trotzdem, oder gerade deshalb – zu etwas Besonderem werden. Es geht darum, Ihr Repertoire so aufzubauen, dass Sie intuitiv die Idee zu Ihrer Komposition finden. Das ist ein Lernprozess, der viel Erfahrung, viel Zeit, viele selbst gemachte Fehler, häufiges Betrachten von anderen Fotos und viel Geduld benötigt. Eine besonders geeignete Motivgruppe zum Starten sind abstrakte Architekturfotos.
Sie sind noch lange nicht am Ziel. Aber es wird sich lohnen!

Gestaltungsmöglichkeiten kennen lernen – Fotos gestalten
Fotos gestalten heisst, sie bewusst zu arrangieren. Machen Sie sich mit den Möglichkeiten der Bildgestaltung vertraut. Dazu gehören:
- Drittel-Regel, der goldene Schnitt
- Seitenverhältnisse der Bilder (Quadrat, 4:3, 16:9 usw.)
- Hoch- oder Querformat
- Bildwirkung – Wie lesen unsere Augen Bilder?
- Perspektive und Blickwinkel
- Linien und Diagonalen
- Auswirkung der Brennweite, Blendenöffnung und Verschlusszeit
- Isolieren von Motiven
- Der Leerraum im Bild – negativer Raum & positiver Raum


Fotos gestalten – Üben Sie an Bildern
- Schneiden Sie sich Bilder aus Illustrierten aus, die Ihren Blick fesseln.
- Überlegen Sie sich: Mit welchen Gestaltungsmöglichkeiten wurden diese Bilder gemacht? Wohin geht Ihr Auge? Finden Sie Linien oder Bildelemente, die Ihren Blick anziehen oder lenken? Wie verhält sich der Leerraum im Bild? Mit welcher Brennweite wurde das Foto gemacht?
- Zeichnen Sie mit einem dicken Filzstift die Linien und Verweilpunkte des Auges ins Bild ein.
- So schärfen Sie Ihren Blick für das Besondere und verinnerlichen Gestaltungsgrundsätze.

Emotionen
Die persönliche emotionale Verfassung hat ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Gestaltung der Bilder. Sie haben sicher auch schon im Urlaub ein Foto an einem tollen Ort geschossen – und zuhause wirkte das Bild Wochen später fast ein wenig farblos.
Es ist eine grosse Kunst, die Emotionen so ins Bild fliessen zu lassen, dass auch ein neutraler Betrachter diese lesen kann und sich am Bild freut.
Die persönlichen Emotionen können auch dazu führen, dass Sie Motive sehen oder übersehen.
Das folgende Bild wirkt vor allem, weil der negative Raum – der Leerraum – auf der linken Seite genügend gross vorhanden ist.
» Der richtige Bildausschnitt

» Zum Workshop Bildgestaltung Teil 3: Checkliste für eine optimale Bildgestaltung
» Zum Workshop Bildgestaltung Teil 1: Die vier Pfeiler der Bildgestaltung / Kamerafunktionen kennen
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