Fototechnik

Optimale Farbkorrektur und Belichtung mit SpyderCube

Farbwerte und Belichtung optimal korrigieren mit SpyderCube

SkyperCuber Farbwerte und Belichtung optimal korrigieren

Optimale Farbkorrektur und Belichtung können Sie mit Hilfe des SpyderCubes, einem kleinen Würfel mit Silberkugel, an Ihrem Computer sehr einfach durchführen. Das eignet sich vor allem für Aufnahmen, in denen die optimale Farbgebung und Tonwertverteilung wichtig ist.

Trotz ausgefeilter Kameraelektronik ist es sehr schwierig, vor Ort den richtigen Weissabgleich und die perfekte Belichtung zu ermitteln und im digitalen Bild umzusetzen. Mit einer RAW-Aufnahme können Sie den Weissabgleich und in gewissem Rahmen eine Optimierung der Belichtung perfekt am Computer vornehmen. Der SpyderCube kann Ihnen eine grosse Hilfe dabei sein.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie mit dem SpyderCube und der Kalibrierung von RAW-Bildern vorgehen können. Den SpyderCuber erhalten Sie in Fotofachgeschäften oder im Online-Handel. Ich habe ihn bei galaxus.ch gekauft, er ist aber auch bei Amazon erhältlich: SpyderCube (Link zu Amazon).

Optimale Farbkorrektur und Belichtung mit SpyderCube

SkyperCuber Farbwerte und Belichtung optimal korrigieren
SkyperCube Farbwerte und Belichtung optimal korrigieren

Auf dem SpyderCube finden Sie folgende Elemente:

Chromkugel (1)
Die Chromkugel ist für das Analysieren der Glanzlichter wichtig. Glanzlichter sind die hellsten Bildstellen, die keine Zeichnung mehr aufweisen.

Graue Seitenflächen (2)
Mit den grauen Flächen können Sie den perfekten Weissabgleich vornehmen.

Weisse Seitenflächen (3)
Mit den weissen Flächen stellen Sie die Lichter und Weiss ein, damit diese gerade noch eine Zeichnung vorweisen.

Schwarze Seitenflächen (4)
Die schwarze Fläche hilft Ihnen, die Schatten in Bezug zum Schwarzpunkt genau einzustellen. In Schattenflächen möchte man in der Regel noch Zeichnung haben.

Schwarzfalle (5)
Mit der Schwarzfalle wird das absolute Schwarz definiert, welches keine oder kaum mehr Zeichnung aufweist.

Stativgewinde (6)
Sie können den SpyderCube auf dem Sockel aufstellen, auf einem Stativ positionieren oder aufhängen.







Vorbereitung mit dem SpyderCube

Um Ihnen zu zeigen, wie Sie die optimale Farbkorrektur und Belichtung mit dem SpyderCube umsetzen können, habe ich ein kleines Setting mit einem grossen Bogen von weissem Papier und einer Farbschachtel aufgestellt. Das Licht kommt von rechts durch das Fenster. Der Himmel ist bewölkt, das Licht deshalb „weich“.

Den SpyderCube hängen Sie an der gewünschten Stelle mit ins Bild. Sie können diesen auch auf ein Stativ schrauben (Gewinde unten vorhanden) oder einfach aufstellen. Achten Sie darauf, dass beide Grau- und Weissflächen gut zu sehen sind. Zudem sollte die sogenannte LICHTFALLE – welche reines Schwarz anzeigt und in der Mitte der schwarzen Fläche zu finden ist – ebenfalls gut sichtbar sein.

Sie machen eine Aufnahme, bei der der SpyderCube mit im Bild ist – und danach das Bild ohne ihn.

Ich fotografierte mit der Nikon D750, dem Tamron f/2.8 24-70 mm, 70 mm KB, 1/90s, f/5.6, ISO 280.

Das Bild habe ich bewusst etwas knapp belichtet, um die optimale Farbkorrektur und Belichtung gut zeigen zu können. So sieht das unbearbeitete RAW-Bild aus:

Optimale Farbkorrektur und Belichtung mit SpyderCube

Bildbearbeitung – optimale Farbkorrektur und Belichtung mit SpyderCube

Im Beispiel verwende ich Lightroom Classic, das funktioniert aber auch in anderen Bildbearbeitungs-Programmen.

Schritt 1: Weissabgleich

  • Öffnen Sie das Bild mit dem SpyderCube darauf.
  • Wechseln Sie zum ENTWICKELN-Modus.
  • Nehmen Sie unter GRUNDEINSTELLUNGEN die Weissabgleich-Pipette und klicken Sie auf die hellere der beiden Grauflächen. Diese zeigt die primäre Lichtquelle – die sogenannte Hauptlichtquelle.

optimale Farbkorrektur und Belichtung Weissabgleich

Die Farbtemperatur wird im Bild von 6700 Kelvin auf 5500 Kelvin korrigiert. Die Graufläche besteht aus einem 18%igen Grau und ist ideal für eine Kalibrierung der Farben. Das Resultat im Vergleich zum Originalbild:

optimale Farbkorrektur und Belichtung Weissabgleich Resultat
links ohne Korrektur mit 6700 Kelvin, rechts mit SpyderCube und Weissabgleich korrigiert auf 5500 Kelvin

Schritt 2: Belichtung anpassen

Klicken Sie oben im Histogramm auf die Pfeile ganz links (1) und rechts oben (2). Damit stellen Sie die Über- und Unterbelichtungswarnung ein, welche in meinem Bild Stellen, welche nur noch rein schwarz oder weiss sind (Clipping / Beschneidungen) anzeigen würden.

Korrigieren Sie die Belichtung so, dass keine Farbkanäle „beschnitten“ werden. Das sehen Sie auch im Histogramm, das bei (1) und (2) keine hell leuchtenden Pfeile (bei 1 leuchtet er) anzeigen darf.

Belichtung anpassen mit SpyderCube

Ich habe die Belichtung nun auf + 1.70 angepasst. Nur in der Kugel des SpyderCubes gibt es eine Beschneidung der Glanzlichter (siehe Pfeil beim nächsten Bild). Das ist ok so.

 

Glanzlicht beschnitten
Glanzlicht beschnitten – nur in der Kugel gibt es eine Lichter-Beschneidung (Clipping)

Schritt 3: Farbe weiss anpassen

Nun fahren Sie mit der Pipette über die hellere, weisse Fläche (1) und korrigieren den Bereich LICHTER und WEISS, bis der Wert zwischen 90 und 96% ist (2). 100% wäre reines Weiss. Ich möchte aber in den hellsten Bildpartien noch Zeichnung haben.

Weisses Dreieck kalibrieren SpyderCube

Hier sehen Sie die Korrektur der LICHTER und WEISS im Entwickeln-Modul von Lightroom:

Lightroom Regler LICHTER und WEISS anheben

Schritt 4: Schwarztöne anpassen

Nun passe ich noch die dunklen Töne, die Schwarztöne an. Die Lichtfalle enthält Schatten, deshalb sollte diese Fläche praktisch reines Schwarz sein. Ich fahre mit der Pipette wieder über den Kreis der LICHTFALLE und stelle den Wert von SCHWARZ so ein, dass keine Kanalbeschneidung (Überbelichtungswarnung) stattfindet, sondern der Wert etwa 0.2 % beträgt. Die Schattenpartien um die Lichtfalle sollen einen Wert von etwa 5 bis 6 %, also noch Zeichnung in den Schatten, aufweisen. Ich senke den Regler der Tiefen ab, bis der Wert zwischen 5 und 6 % liegt.

Lightroom Regler TIEFEN und SCHWARZ anpassen

Nun kontrolliere ich nochmals den Weisswert und schliesse damit die optimale Farbkorrektur und Belichtung ab.

Alternativ können Sie beim Weiss- und Schwarzwert, aber auch bei Tiefen und Lichter beim Verschieben des Reglers die ALT-Taste gedrückt halten. Sobald eine Beschneidung eintritt, sehen Sie die Position des Clippings auf Ihrem Bild.

Korrekturen auf alle Bilder dieser Serie kopieren

Ich habe das Bild mit dem SpyderCube korrigiert. Nun kann ich in Lightroom die Grundkorrektur auf alle Bilder des gleichen Settings übernehmen.

Markieren Sie im Entwickeln-Modul in der Bildlaufleiste unten zuerst das korrigierte Bild mit dem SpyderCube (1), anschliessend alle Bilder (2), auf die Sie die gleiche Grundkorrektur ausüben möchten.

Bildkorrekturen in Lightroom synchronisieren

Klicken Sie nun auf den Button SYNCHRONISIEREN. Falls der nicht vorhanden ist, befinden Sie sich vermutlich im BIBLIOTHEK-Modul von Lightroom.

Synchronisieren in Lightroom

Im grossen EINSTELLUNGSFENSTER können Sie nun auswählen, welche Korrekturschritte synchronisiert werden sollen. Bei (1) können Sie ALLE AUSWÄHLEN, bei (2) NICHTS AUSWÄHLEN und einzelne wieder wählen. Ich wähle ALLE AUSWÄHLEN (1) und klicke unten auf SYNCHRONISIEREN. Alle markierten Bilder werden nun um die genau gleichen Werte korrigiert. Sie können bei jedem einzelnen Bild die Korrekturen verändern oder widerrufen.

Als Alternative könnten Sie nur die betroffenen Bereiche WEISSABGLEICH (4) und BASIS-TONWERTE (5) einschliessen. Diese haben ich auch im Beispielbild verändert.

Einstellungen Synchronisieren in Lightroom

Nun ist das Bild (ohne den SpyderCube) die optimale Farbkorrektur und Belichtung, wie ich sie auf dem Bild mit dem SpyderCube eingestellt habe.

Bild nach der Synchronisierung korrigiert
Bild nach der Synchronisierung: links vor der Korrektur, rechts nach der Korrektur

Fazit: SpyderCube oder Graukarte?

Die genaue Farbabstimmung (Weissabgleich) können Sie mit einer Graukarte ebenfalls sehr gut vornehmen. Der Vorteil des SpyderCube ist das kompakte Format – ein Würfel mit knapp 4 cm Seitenlänge, der in jede Tasche passt – und dass er zusätzlich eine genaue Bestimmung des Tonwertumfangs ermöglicht.









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