Hochformat oder Querformat? Diese Frage stellt sich beim Fotografieren immer wieder. Das Querformat entspricht stärker unseren Sehgewohnheiten und wirkt oft ruhig und weit. Das Hochformat betont dagegen Höhe, Dynamik und einzelne Motive. Je nach Motiv, Bildwirkung und Verwendungszweck kann das eine oder andere Format besser passen.

Inhalt

Welches Format? Hochformat oder Querformat?

Mit dem Format eines Bildes wird das Breiten- und Höhenverhältnis beschrieben. In der Fotografie sind vor allem Querformat und Hochformat verbreitet. Beide Formate sind nicht nur technische Entscheidungen, sondern wichtige Gestaltungsmittel.

Die Wahl des Bildformates beeinflusst, wie ein Foto wirkt. Das Querformat kann Weite, Ruhe und Raum vermitteln. Das Hochformat lenkt den Blick stärker nach oben oder unten und eignet sich gut, wenn Höhe, Dynamik oder ein einzelnes Motiv betont werden sollen.

Es gibt keine feste Regel, welches Format immer richtig ist. Entscheidend ist, welche Wirkung du mit deinem Bild erzielen möchtest.

Querformat in der Fotografie am Lago Maggiore in Ascona
Lago Maggiore in Ascona, Nikon D750, Tamron f/2.8 24–70 mm, 45 mm KB, 1/4000 s, f/6.7, ISO 200

Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig im Hochformat fotografiere, weil sich diese Bilder nicht gut für die Webpräsentation eignen. Sobald mir jedoch die Grösse, die Mächtigkeit eines Motivs wichtig ist, wechsle ich zum eher ungewohnten Hochformat. Portraits mache ich praktisch immer im Hochformat.

Das gleiche Motiv im Hochformat und Querformat fotografieren

Eine einfache Übung hilft besonders gut: Fotografiere dasselbe Motiv einmal im Hochformat und einmal im Querformat. Vergleiche die Bilder später in Ruhe am Computer. So erkennst du schnell, wie stark die Formatwahl die Bildwirkung verändert.

Gerade bei Landschaften, Bäumen, Gebäuden, Wegen oder Personen lohnt sich dieser Vergleich. Manchmal wirkt das erste Bild gefällig, das zweite aber deutlich spannender.

Herbstlandschaft im Nebel als Beispiel für ein Querformatfoto
Herbststimmung im Nebel, Nikon D7000, Nikkor f/3.5–5.6 18–105 mm, 42 mm KB, 1/250 s, f/8, ISO 320
Vergleich von Hochformat und Querformat am gleichen Motiv
Hochformat oder Querformat?

Passend dazu: Fotografieren im Herbst

Wann eignet sich das Hochformat?

Das Hochformat unterstützt vertikale Linien. Es betont Höhe, Grösse und Dynamik. Deshalb eignet es sich besonders gut für Motive, die nach oben oder unten führen.

  • Porträts: Menschen füllen das Bild besser aus, störende Bildteile an den Seiten verschwinden leichter.
  • Bäume und hohe Gebäude: Das Hochformat unterstreicht Grösse und Höhe.
  • Wege, Gassen und Treppen: Linien führen den Blick tief ins Bild hinein.
  • Einzelne Motive: Das Motiv wirkt konzentrierter und präsenter.
  • Dynamische Bildwirkung: Hochformat wirkt oft aktiver, enger und spannungsvoller als Querformat.

Für Porträts, hohe Bäume, Türme, schmale Gassen oder vertikale Strukturen ist das Hochformat deshalb häufig die bessere Wahl.

Pinie an der Seepromenade in Brissago im Hochformat fotografiert
Hochformat – Pinie Seepromenade Brissago, Nikon D5600, Nikkor f/2.8 24 mm, 36 mm KB, 1/160 s, f/6.7, ISO 360, Polfilter

Wann eignet sich das Querformat?

Das Querformat wird in der Fotografie am häufigsten verwendet. Es kommt unseren Sehgewohnheiten nahe, weil wir unsere Umgebung eher horizontal wahrnehmen. Auch Filme, Fernseher und Computerbildschirme sind meistens auf Querformat ausgelegt.

  • Landschaften: Querformat zeigt Weite, Raum und Horizont.
  • Gruppenaufnahmen: Mehrere Personen lassen sich einfacher ins Bild setzen.
  • Horizontale Bewegungen: Bewegungen von links nach rechts oder rechts nach links wirken natürlicher.
  • Ruhige Bildwirkung: Querformat vermittelt oft Stabilität, Sicherheit und Überblick.
  • Bildschirmpräsentationen: Für TV, Beamer und Computer ist Querformat meistens praktischer.

Klassisch ist das Querformat bei Landschaftsfotos. Es betont horizontale Linien und lässt den Blick über das Bild wandern.

Pinie an der Seepromenade in Brissago im Querformat fotografiert
Querformat – Pinie Seepromenade Brissago, Nikon D5600, Nikkor f/2.8 24 mm, 36 mm KB, 1/160 s, f/6.7, ISO 450, Polfilter
Streetfotografie mit Bewegungsunschärfe im Querformat
Nikon D750, Tamron f/1.8 35mm, 1/10 s, f/8, ISO 110

Hochformat oder Querformat: Welches Format passt zu welchem Motiv?

Die folgende Übersicht kann als Orientierung dienen. Sie ersetzt keine eigene Bildidee, hilft aber beim schnellen Entscheiden vor Ort.

Motiv Häufig passende Wahl Warum?
Porträt Hochformat Die Person füllt das Bild besser aus.
Landschaft Querformat Weite und Horizont kommen stärker zur Geltung.
Hohe Gebäude Hochformat Höhe und vertikale Linien werden betont.
Gruppenfoto Querformat Mehrere Personen finden leichter Platz.
Baum, Turm, Wasserfall Hochformat Vertikale Motive wirken kräftiger.
Bewegung von links nach rechts Querformat Die Bewegungsrichtung bekommt Raum.
Social Media Story oder Reel-Titelbild Hochformat Viele Smartphone-Anwendungen nutzen vertikale Darstellung.

Für die klassische Webansicht passen meiner Meinung nach die Querformate besser. Auf dem Smartphone hingegen bevorzuge ich Fotos im Hochformat.

Formatwahl als Teil der Bildgestaltung

Hochformat und Querformat sind eng mit der Bildkomposition verbunden. Ein Motiv kann durch die Formatwahl ruhiger, dynamischer, enger oder weiter wirken. Deshalb lohnt es sich, das Format nicht erst am Computer durch Zuschneiden festzulegen, sondern schon beim Fotografieren bewusst zu wählen.

Besonders spannend wird die Formatwahl zusammen mit anderen Gestaltungsmitteln: Linien, Vordergrund, Hintergrund, Blickrichtung, Goldener Schnitt, Negative Space oder die passende Brennweite.

Hochformat und stürzende Linien

Wenn du hohe Gebäude im Hochformat fotografierst, triffst du schnell auf stürzende Linien. Sie entstehen, wenn die Kamera nach oben gekippt wird. Dadurch laufen senkrechte Gebäudelinien scheinbar zusammen.

Du kannst diesen Effekt reduzieren, indem du mehr Abstand zum Motiv nimmst, die Kamera möglichst gerade hältst oder später eine Korrektur in einem Bildbearbeitungsprogramm machst. Bei kleinen Verzerrungen ist eine Korrektur oft problemlos möglich. In Photoshop Lightroom lassen sich viele perspektivische Verzerrungen automatisch korrigieren.

Gasse in Bellinzona im Hochformat mit betonten vertikalen Linien
Gasse in Bellinzona im Hochformat, Sony RX100iii, Zeiss f/1.8–2.8 24–70 mm, 40 mm KB, 1/100 s, f/4, ISO 125

Stürzende Linien müssen aber nicht immer ein Fehler sein. Sie können auch bewusst als Gestaltungselement eingesetzt werden, wenn ein Bild dynamischer oder ungewöhnlicher wirken soll.

Stürzende Linien an einem Bürogebäude in Locarno
Stürzende Linien Bürogebäude Locarno, Sony RX100iii, Zeiss f/1.8–2.8 24–70 mm, 24 mm KB, 1/160 s, f/4, ISO 125

Stürzende Linien mit GIMP korrigieren
Stürzende Linien mit Photoshop Elements korrigieren

Andere Bildformate: Quadrat, Panorama und 16:9

Neben Hochformat und Querformat gibt es weitere Bildformate, die eine eigene Wirkung erzeugen:

  • Quadrat 1:1: wirkt ruhig, ausgewogen und konzentriert.
  • 16:9: eignet sich gut für Bildschirme, Videos und moderne Präsentationen.
  • Panorama: betont Weite und eignet sich besonders für Landschaften.
  • Experimentelle Formate: können mit Bildbearbeitungsprogrammen kreativ eingesetzt werden.

Wichtig: Hier geht es um das Seitenverhältnis eines Bildes, nicht um das JPG-Dateiformat. Ein Foto kann also im Hochformat aufgenommen und trotzdem als JPG gespeichert werden.

Bildformat für Bildschirm, Smartphone und Präsentation

Wenn du Bilder vor allem auf einem Fernseher, Computerbildschirm oder Beamer zeigen möchtest, ist das Querformat meistens praktischer. Es nutzt die verfügbare Fläche besser aus.

Für Smartphone-Anwendungen, Stories oder vertikale Inhalte kann dagegen das Hochformat sinnvoller sein. Bei Videos ist die Entscheidung besonders wichtig: Klassische Filme, YouTube-Videos und Präsentationen funktionieren meist besser im Querformat; Smartphone-Stories und Kurzvideos oft im Hochformat.

Retro-Apps wie Old Roll nehmen Bilder häufig im quadratischen Format auf. Das kann eine spannende gestalterische Einschränkung sein.

Quadratisches Foto einer Uferpromenade in Brissago
Uferpromenade Brissago – Fotografieren im Urlaub, Kultcamera, Instant-o-Matik, The Vignette, Instant PX-680

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Häufige Fragen zu Hochformat und Querformat

Wann sollte ich im Hochformat fotografieren?

Das Hochformat eignet sich besonders für Porträts, hohe Gebäude, Bäume, Wasserfälle, schmale Gassen und Motive mit starken vertikalen Linien. Es wirkt oft dynamischer und konzentrierter als das Querformat.

Wann ist das Querformat besser?

Das Querformat eignet sich besonders für Landschaften, Gruppenfotos, horizontale Bewegungen und Bilder, die auf Bildschirmen oder in Präsentationen gezeigt werden sollen. Es wirkt meist ruhiger und weiter.

Ist Querformat immer besser für Landschaftsfotos?

Nein. Landschaften werden zwar häufig im Querformat fotografiert, aber auch Hochformat kann sehr stark wirken – zum Beispiel bei Wegen, Bergen, Bäumen, Wasserfällen oder wenn ein interessanter Vordergrund ins Bild einbezogen wird.

Warum werden Porträts oft im Hochformat fotografiert?

Menschen lassen sich im Hochformat meist besser ins Bild setzen. Die Person füllt den Bildausschnitt besser aus, während störende Bildelemente an den Seiten leichter wegfallen.

Welches Format eignet sich für Smartphone-Fotos?

Für klassische Fotos und spätere Ausdrucke ist Querformat oft universeller. Für Stories, Reels oder vertikale Smartphone-Inhalte ist Hochformat meist besser geeignet.

Kann ich das Format später am Computer ändern?

Ja, du kannst ein Bild später zuschneiden. Besser ist es aber, das gewünschte Format bereits beim Fotografieren mitzudenken. So verlierst du weniger Bildinhalt und kannst die Komposition bewusster gestalten.

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