Hochformat oder Querformat? Diese Frage stellt sich beim Fotografieren immer wieder. Das Querformat entspricht stärker unseren Sehgewohnheiten und wirkt oft ruhig und weit. Das Hochformat betont dagegen Höhe, Dynamik und einzelne Motive. Je nach Motiv, Bildwirkung und Verwendungszweck kann das eine oder andere Format besser passen.
Kurz erklärt: Ob Hochformat oder Querformat besser geeignet ist, hängt vom Motiv und der gewünschten Bildwirkung ab. Hochformate betonen Höhe, Dynamik und einzelne Motive wie Menschen, Bäume oder Gebäude. Querformate wirken ruhiger und eignen sich besonders für Landschaften, Gruppenaufnahmen und breite Szenen. Die beste Wahl ist diejenige, die das Motiv am stärksten unterstützt.
Inhalt
- Hochformat oder Querformat?
- Wann eignet sich Hochformat?
- Wann eignet sich Querformat?
- Welches Format für welches Motiv?
- Hochformat und stürzende Linien
- Andere Bildformate
- FAQ
Welches Format? Hochformat oder Querformat?
Mit dem Format eines Bildes wird das Breiten- und Höhenverhältnis beschrieben. In der Fotografie sind vor allem Querformat und Hochformat verbreitet. Beide Formate sind nicht nur technische Entscheidungen, sondern wichtige Gestaltungsmittel.
Die Wahl des Bildformates beeinflusst, wie ein Foto wirkt. Das Querformat kann Weite, Ruhe und Raum vermitteln. Das Hochformat lenkt den Blick stärker nach oben oder unten und eignet sich gut, wenn Höhe, Dynamik oder ein einzelnes Motiv betont werden sollen.
Es gibt keine feste Regel, welches Format immer richtig ist. Entscheidend ist, welche Wirkung du mit deinem Bild erzielen möchtest.

Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig im Hochformat fotografiere, weil sich diese Bilder nicht gut für die Webpräsentation eignen. Sobald mir jedoch die Grösse, die Mächtigkeit eines Motivs wichtig ist, wechsle ich zum eher ungewohnten Hochformat. Portraits mache ich praktisch immer im Hochformat.
Das gleiche Motiv im Hochformat und Querformat fotografieren
Eine einfache Übung hilft besonders gut: Fotografiere dasselbe Motiv einmal im Hochformat und einmal im Querformat. Vergleiche die Bilder später in Ruhe am Computer. So erkennst du schnell, wie stark die Formatwahl die Bildwirkung verändert.
Gerade bei Landschaften, Bäumen, Gebäuden, Wegen oder Personen lohnt sich dieser Vergleich. Manchmal wirkt das erste Bild gefällig, das zweite aber deutlich spannender.


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Wann eignet sich das Hochformat?
Das Hochformat unterstützt vertikale Linien. Es betont Höhe, Grösse und Dynamik. Deshalb eignet es sich besonders gut für Motive, die nach oben oder unten führen.
- Porträts: Menschen füllen das Bild besser aus, störende Bildteile an den Seiten verschwinden leichter.
- Bäume und hohe Gebäude: Das Hochformat unterstreicht Grösse und Höhe.
- Wege, Gassen und Treppen: Linien führen den Blick tief ins Bild hinein.
- Einzelne Motive: Das Motiv wirkt konzentrierter und präsenter.
- Dynamische Bildwirkung: Hochformat wirkt oft aktiver, enger und spannungsvoller als Querformat.
Für Porträts, hohe Bäume, Türme, schmale Gassen oder vertikale Strukturen ist das Hochformat deshalb häufig die bessere Wahl.

Wann eignet sich das Querformat?
Das Querformat wird in der Fotografie am häufigsten verwendet. Es kommt unseren Sehgewohnheiten nahe, weil wir unsere Umgebung eher horizontal wahrnehmen. Auch Filme, Fernseher und Computerbildschirme sind meistens auf Querformat ausgelegt.
- Landschaften: Querformat zeigt Weite, Raum und Horizont.
- Gruppenaufnahmen: Mehrere Personen lassen sich einfacher ins Bild setzen.
- Horizontale Bewegungen: Bewegungen von links nach rechts oder rechts nach links wirken natürlicher.
- Ruhige Bildwirkung: Querformat vermittelt oft Stabilität, Sicherheit und Überblick.
- Bildschirmpräsentationen: Für TV, Beamer und Computer ist Querformat meistens praktischer.
Klassisch ist das Querformat bei Landschaftsfotos. Es betont horizontale Linien und lässt den Blick über das Bild wandern.


Hochformat oder Querformat: Welches Format passt zu welchem Motiv?
Die folgende Übersicht kann als Orientierung dienen. Sie ersetzt keine eigene Bildidee, hilft aber beim schnellen Entscheiden vor Ort.
| Motiv | Häufig passende Wahl | Warum? |
|---|---|---|
| Porträt | Hochformat | Die Person füllt das Bild besser aus. |
| Landschaft | Querformat | Weite und Horizont kommen stärker zur Geltung. |
| Hohe Gebäude | Hochformat | Höhe und vertikale Linien werden betont. |
| Gruppenfoto | Querformat | Mehrere Personen finden leichter Platz. |
| Baum, Turm, Wasserfall | Hochformat | Vertikale Motive wirken kräftiger. |
| Bewegung von links nach rechts | Querformat | Die Bewegungsrichtung bekommt Raum. |
| Social Media Story oder Reel-Titelbild | Hochformat | Viele Smartphone-Anwendungen nutzen vertikale Darstellung. |
Für die klassische Webansicht passen meiner Meinung nach die Querformate besser. Auf dem Smartphone hingegen bevorzuge ich Fotos im Hochformat.
Formatwahl als Teil der Bildgestaltung
Hochformat und Querformat sind eng mit der Bildkomposition verbunden. Ein Motiv kann durch die Formatwahl ruhiger, dynamischer, enger oder weiter wirken. Deshalb lohnt es sich, das Format nicht erst am Computer durch Zuschneiden festzulegen, sondern schon beim Fotografieren bewusst zu wählen.
Besonders spannend wird die Formatwahl zusammen mit anderen Gestaltungsmitteln: Linien, Vordergrund, Hintergrund, Blickrichtung, Goldener Schnitt, Negative Space oder die passende Brennweite.
Hochformat und stürzende Linien
Wenn du hohe Gebäude im Hochformat fotografierst, triffst du schnell auf stürzende Linien. Sie entstehen, wenn die Kamera nach oben gekippt wird. Dadurch laufen senkrechte Gebäudelinien scheinbar zusammen.
Du kannst diesen Effekt reduzieren, indem du mehr Abstand zum Motiv nimmst, die Kamera möglichst gerade hältst oder später eine Korrektur in einem Bildbearbeitungsprogramm machst. Bei kleinen Verzerrungen ist eine Korrektur oft problemlos möglich. In Photoshop Lightroom lassen sich viele perspektivische Verzerrungen automatisch korrigieren.

Stürzende Linien müssen aber nicht immer ein Fehler sein. Sie können auch bewusst als Gestaltungselement eingesetzt werden, wenn ein Bild dynamischer oder ungewöhnlicher wirken soll.

Stürzende Linien mit GIMP korrigieren
Stürzende Linien mit Photoshop Elements korrigieren
Andere Bildformate: Quadrat, Panorama und 16:9
Neben Hochformat und Querformat gibt es weitere Bildformate, die eine eigene Wirkung erzeugen:
- Quadrat 1:1: wirkt ruhig, ausgewogen und konzentriert.
- 16:9: eignet sich gut für Bildschirme, Videos und moderne Präsentationen.
- Panorama: betont Weite und eignet sich besonders für Landschaften.
- Experimentelle Formate: können mit Bildbearbeitungsprogrammen kreativ eingesetzt werden.
Wichtig: Hier geht es um das Seitenverhältnis eines Bildes, nicht um das JPG-Dateiformat. Ein Foto kann also im Hochformat aufgenommen und trotzdem als JPG gespeichert werden.
Bildformat für Bildschirm, Smartphone und Präsentation
Wenn du Bilder vor allem auf einem Fernseher, Computerbildschirm oder Beamer zeigen möchtest, ist das Querformat meistens praktischer. Es nutzt die verfügbare Fläche besser aus.
Für Smartphone-Anwendungen, Stories oder vertikale Inhalte kann dagegen das Hochformat sinnvoller sein. Bei Videos ist die Entscheidung besonders wichtig: Klassische Filme, YouTube-Videos und Präsentationen funktionieren meist besser im Querformat; Smartphone-Stories und Kurzvideos oft im Hochformat.
Retro-Apps wie Old Roll nehmen Bilder häufig im quadratischen Format auf. Das kann eine spannende gestalterische Einschränkung sein.

Weitere Themen zur Bildgestaltung:
Bildgestaltung und Bildwirkung / Tiefenwirkung erzeugen / Diagonalen und Linien / Wie sieht die Kamera ein Motiv? / Wie entsteht ein gutes Foto? / Workshop Bildgestaltung / Der Fotografische Blick / die richtige Perspektive / Übungen besser fotografieren lernen / Checkliste optimale Bildgestaltung / Negativer Raum
Häufige Fragen zu Hochformat und Querformat
Wann sollte ich im Hochformat fotografieren?
Das Hochformat eignet sich besonders für Porträts, hohe Gebäude, Bäume, Wasserfälle, schmale Gassen und Motive mit starken vertikalen Linien. Es wirkt oft dynamischer und konzentrierter als das Querformat.
Wann ist das Querformat besser?
Das Querformat eignet sich besonders für Landschaften, Gruppenfotos, horizontale Bewegungen und Bilder, die auf Bildschirmen oder in Präsentationen gezeigt werden sollen. Es wirkt meist ruhiger und weiter.
Ist Querformat immer besser für Landschaftsfotos?
Nein. Landschaften werden zwar häufig im Querformat fotografiert, aber auch Hochformat kann sehr stark wirken – zum Beispiel bei Wegen, Bergen, Bäumen, Wasserfällen oder wenn ein interessanter Vordergrund ins Bild einbezogen wird.
Warum werden Porträts oft im Hochformat fotografiert?
Menschen lassen sich im Hochformat meist besser ins Bild setzen. Die Person füllt den Bildausschnitt besser aus, während störende Bildelemente an den Seiten leichter wegfallen.
Welches Format eignet sich für Smartphone-Fotos?
Für klassische Fotos und spätere Ausdrucke ist Querformat oft universeller. Für Stories, Reels oder vertikale Smartphone-Inhalte ist Hochformat meist besser geeignet.
Kann ich das Format später am Computer ändern?
Ja, du kannst ein Bild später zuschneiden. Besser ist es aber, das gewünschte Format bereits beim Fotografieren mitzudenken. So verlierst du weniger Bildinhalt und kannst die Komposition bewusster gestalten.
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