Spiegelblick: Goldene Ähre, Nikon D750 | 460 mm | 1/750 s | f/9.5 | ISO 800

Genau richtig – am letzten Tag vor der Ernte – packte ich in den frühen Morgenstunden das grosse Rollei-Stativ, die Nikon D750 und das schwere Sigma-Zoomobjektiv (150–600 mm) und machte mich auf den Weg zu einem Weizenfeld.

Ich suchte den Feldrand nach einer einzelnen Ähre ab, die sich vom Hintergrund lösen liess. Das klingt einfacher, als es ist. Zwischen unzähligen Ähren genau die eine zu finden, die sich durch Form, Licht und Hintergrund eignet, braucht Geduld.

Schliesslich entdeckte ich an einer Stelle, an der einige Halme niedergedrückt waren, mein Motiv. Dort konnte ich die Kamera in Ruhe aufbauen und den Bildausschnitt festlegen.

Das Stativ war dabei aus zwei Gründen unverzichtbar: Kamera und Objektiv bringen zusammen mehrere Kilogramm auf die Waage, und die Schärfeebene ist bei 460 Millimetern Brennweite extrem schmal. Schon ein leichter Windhauch genügt, damit die Ähre nicht mehr exakt im Fokus liegt.

Deshalb fokussiere ich mit der Live-View-Funktion der Nikon D750 manuell und nehme jeweils mehrere Bilder auf. Zuhause wähle ich dann jene Aufnahme aus, bei der die Schärfe exakt dort liegt, wo ich sie haben wollte.

Die lange Brennweite und das weiche Gegenlicht lassen die goldene Ähre vor dem ruhigen Hintergrund beinahe schweben. Eine monochrome Komposition aus warmen Goldtönen – und für mich einer dieser Momente, in denen weniger oft mehr ist. Warum Licht oft wichtiger ist als die Kamera selbst, zeige ich im Beitrag über Licht und Schatten in der Fotografie.

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