Kaufberatung

Tipps für den Kamerakauf

Papagei im Zoo, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 460 mm, 1/500s, f/9.5, ISO 800

Papagei im Zoo

Tipps für den Kamerakauf? Sie möchten eine für Sie möglichst optimale Digitalkamera kaufen. Mit meiner Checkliste können Sie Punkt für Punkt durchgehen, was Ihnen wichtig ist und was weniger. So behalten Sie im riesigen Angebot den Überblick.

Tipps für den Kamerakauf

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Fotografieren ein Hobby für Sie werden könnte, probieren Sie doch mit Ihrem Smartphone eine Weile aus. Damit können Sie tolle Aufnahmen machen und Sie benötigen vorläufig keine neue Ausrüstung. Mit der Zeit werden Sie merken, ob es für Sie passt – oder nicht. Wenn Sie von der Faszination der Fotografie erfasst worden sind und sich entschieden haben, einen neuen Fotoapparat zu kaufen, nehmen Sie sich etwas Zeit für die richtige Entscheidung.

Meist entscheiden Sie sich für ein System, dem Sie einigermassen treu bleibt. So können Sie Objektive unter verschiedenen Kameramodellen austauschen und einen Systemblitz, einen Fern- oder Drahtauslöser für mehrere Geräte verwenden.

Tipps für den Kamerakauf
Herbstblatt im Gegenlicht, Nikon D750, Sigma f/2.8 105 mm, 1/350s, f/4, ISO 100

Tipps von Fotografen-Kolleginnen und -kollegen holen

Kenn Sie jemanden, der sich schon länger mit dem Fotografieren beschäftigt? Super! Dann fragen Sie doch dort einmal nach. Die Person wird Sie sicher gerne beraten und ausloten, in welchen Bereich der Fotografie Sie einsteigen wollen. Das gibt schon mal eine erste Eingrenzung. Holen Sie sich so aus erster Hand Tipps für den Kamerakauf.

Wer fotografieren will, steht vor einem riesigen Angebot. Sie können mit dem Handy, mit Allrounder-Kompaktkameras, mit Kompaktkameras mit Zooms oder Festbrennweiten, mit Systemkameras, Spiegelreflexkameras oder mit High-End-Kompakten fotografieren. Alle Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Mit dieser Zusammenstellung versuchen wir Ihnen, etwas Licht in Ihr Auswahlverfahren zu bringen.

Viele Fotografie-Anfänger denken sich: „Wenn ich eine superteure Ausrüstung kaufe, mache ich tolle Bilder“. Die Realität sieht da anders aus: Gute Bilder entstehen im Kopf – und die können Sie auch mit Smartphones und ganz einfachen Kameras machen. Natürlich ermöglicht eine Spiegelreflexkamera mit Kleinbildformat-Sensor ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten und Qualitäten wie ein Smartphone – aber müssen Sie von Ihren Bildern grossformatige Poster anfertigen?

Anfangs hat man sich noch nicht auf ein spezielles Thema fokussiert. Die Kamera muss alles können. Im Laufe Ihrer Fotokarriere werden Sie sich spezialisieren.

virtueller Horizont verwenden - Seepromenade Ascona
virtueller Horizont verwenden – Seepromenade Ascona, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30 mm, 15 mm KB, 15s, f/16, ISO 100, Stativ, Spiegelvorauslösung







Checkliste: Tipps für den Kamerakauf

Wechselobjektive oder fest verbaute?

  • Wenn Sie ganz neu mit dem Fotografieren anfangen wollen, werden Sie noch nicht auf ein spezielles Thema fokussiert sein. Die Kamera muss vielseitig einsetzbar sein und ein Kit-Zoom von 18-100 mm an einer APS-C-Kamera reicht fürs erste sicher.
  • Später werden Sie in die Makrofotografie einsteigen wollen und benötigen ein spezielles Objektiv für den Nahbereich.
  • Wenn Sie sich solche Optionen freihalten wollen, entscheiden Sie sich für eine Kamera mit Wechselobjektiven. So können Sie Ihre Ausrüstung immer weiter ausbauen, während Sie mit einer Bridge-Kamera ein fix verbautes Objektiv haben.
Fassadendetail
Fassadendetail, Sony DSC RX100iv, Zeiss f/1.8-2.8 24-70 mm, 63 mm KB, 1/100s, f/2.8, ISO 125

Grösse der Kamera

  • Möchten Sie die Kamera überall mitnehmen können oder kann es auch etwas gewichtiger werden? Eine sehr gut ausgerüstete Kompaktkamera wiegt vielleicht 300g, eine Spiegelreflexkamera mit Kit-Objektiv schnell einmal ein Kilogramm oder mehr.
  • Eine Vollformat-Spiegelreflexkamera wie die NIKON D750 mit lichtstarkem 70-200mm-Zoom wiegt zweieinhalb Kilogramm und Sie können diese Kamera nicht über längere Zeit einfach so in der Hand halten.
  • Kaufen Sie sich Ihre gewählte Kamera in einem Fachgeschäft. Dort können Sie diese in die Hand nehmen und ausprobieren, ob das Gehäuse passt. Sie werden damit viele Stunden Spass haben. Wenn die Kamera aber überhaupt nicht in Ihre Hände passt, ist der Spass schnell vorbei.

Einstellmöglichkeiten – Tipps für den Kamerakauf

  • Digitalkameras haben immer eine Automatik, mit der Sie in den meisten Motiv- und Lichtsituationen korrekt belichtete Bilder bekommen. Wenn Sie gestaltend eingreifen und mit der Blendenöffnung (und der Schärfentiefe) spielen wollen oder mit einer längeren Verschlusszeit fliessendes Wasser verwischen möchten, benötigen Sie eine manuelle Einstellmöglichkeit. Diese gibt es sogar an guten Kompaktkameras und – meist etwas eingeschränkt – sogar bei Smartphone-Apps.
  • Überprüfen Sie in einem Fachgeschäft, ob die wichtigsten Funktionen schnell erreichbar sind. An einer Nikon D5300 sind nicht alle Funktionen so schnell direkt einstellbar wie bei der etwas teureren D7000er-Reihe. Dafür wird es aufgrund der vielen Funktionen einer D7000 für Anfänger sehr kompliziert.
  • Ein Wählrad – welches Sie an vielen System-, Spiegelreflex- und Kompaktkameras finden oder ein Touchscreen – erleichtern die Einstellungen massiv.
  • Motivprogramme finden Sie auf Smartphones, aber auch bei den meisten Digitalkameras.
  • Für Anfänger sind zu viele Funktionen an einer Kamera ein grosser Nachteil. Die Übersicht haben Sie nicht, die Technik überfordert und der Spass geht schnell verloren. Eine einfache Kamera ist da viel besser, weil Sie sich zuerst auf das Schulen Ihres fotografischen Blicks, auf den Bildaufbau und auf das Finden der Motive konzentrieren können. Mit der Zeit werden Sie dann mehr Einstellungsmöglichkeiten selber machen können und steigen je nachdem auf eine edle Kompakte oder auf eine Spiegelreflex- oder Systemkamera um.
  • Welches ist die kürzest mögliche Verschlusszeit (Sportfotografie)? Welches ist die längst mögliche (Langzeitaufnahmen)?
  • Muss Ihre Kamera wasserdicht sein?
Skaterbahn
Skaterbahn, Sony DSC RX100iv, Zeiss f/1.8-2.8 24-70 mm, 70 mm KB, 1/400s, f/2.8, ISO 125


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Integriertes Zubehör

  • Bildstabilisatoren werden entweder in der Kamera selbst oder in den Objektiven verbaut. Bei Nikon ist er in den Objektiven verbaut. Ein Bildstabilisator bringt bei schwachen Lichtverhältnissen Vorteile, weil Sie länger mit kurzen Verschlusszeiten und damit aus der Hand fotografieren können. So kann ich mit der grossen Brennweite des Sigma f/5-6.3 150-600 mm Zooms – Einstellung 600 mm – noch bei 1/45s ein scharfes Bild bekommen.
  • Schwenkbare Displays sind ein Segen. Wenn ich aus der Froschperspektive Blumen fotografieren möchte, müsste ich mich sonst auf den Boden legen. So kann ich das Klappdisplay in Position bringen und aus der Hocke tolle Bilder schiessen oder perfekt in der Lupenansicht den Schärfepunkt setzen. Für mich eines der wichtigsten Zubehörteile einer Kamera.
  • Wie lange hält die interne Energieversorgung mit einem Akku? Wie teuer sind die Ersatz-Akkus? Mit der Nikon D7000 schaffe ich locker über 1000 Bilder mit einer Akkuladung. Bei der D5300 geht da der Strom schon nach wenigen hundert Bildern schneller zur Neige.

Objektive und Brennweiten

  • Die Brennweite eines Objektives sagt aus, wie weit oder eng der Bildwinkel wird – oder wie viel Sie vom Motiv aufs Bild bringen. Vielfach werden Kameras mit Wechselobjektiven mit einem günstigen Kit-Objektiv ausgeliefert. Je grösser der Brennweitenbereich ist, desto eher wird es bei dieser Preisklasse auf die Bildqualität gehen. Mit einem 18-300 mm-Reisezoom (Reiseobjektiv) decken Sie fast alle Brennweitenbereiche ab – gehen dabei aber auch einen Kompromiss bezüglich Lichtstärke und Abbildungsqualität ein. Eine Festbrennweite wie das Nikkor f/1.8 35 mm entspricht an einer APS-C-Kamera ungefähr unserem Bildwinkel (52 mm KB). Sie müssen damit aber den Aufnahmestandort verändern, wenn Sie das Motiv grösser auf dem Bild wollen. Dafür erhalten Sie eine hohe Lichtstärke von f/1.8, was bei schlechten Lichtverhältnissen viel bringt.
  • Mehr über den Einsatz der unterschiedlichen Objektive und Brennweiten finden Sie unter Welche Objektive und Brennweiten?.

Elektronischer oder optischer Sucher

  • Mit dem Smartphone wird das Motiv, welches Sie aufnehmen wollen, direkt auf dem Bildschirm live angezeigt. Die gleiche Funktion hat die Live-View-Ansicht von Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkameras. Spiegelreflexkameras weisen einen optischen Sucher auf. Das heisst, Sie sehen live über einen Spiegel durch das Objektiv ihr Motiv. Der Vorteil: Das benötigt dafür keinen Strom. Deshalb schaffen Spiegelreflexkameras mit dem gleichen Akku wie eine Systemkamera mit elektronischem Sucher doppelt oder noch mehr Bilder. Beim elektronischen Sucher blicken Sie durch eine Art Okular, welche Ihnen das Bild des Sensors elektronisch anzeigt. Das bringt den Vorteil, dass Sie bei hellen Lichtverhältnissen Ihr Motiv besser erkennen können als mit der Bildschirmansicht (Display). Zudem sehen Sie beim elektronischen Sucher das Bild, wie es auf den Sensor gespeichert würde.
Wassertropfen im Gegenlicht - Tipps für den Kamerakauf
Wassertropfen im Gegenlicht, Nikon D750, Sigma Makro f/2.8 105 mm, 1/750s, f/8, ISO 140

Weitere Tipps für den Kamerakauf

  • Wie gross ist der Bildsensor? Weist die Kamera einen 1-Zoll, einen APSC- oder einen Kleinbildsensor auf? Je grösser der Sensor, desto mehr Platz haben die einzelnen Pixel. Das macht sich durch weniger Bildrauschen bei höheren ISO-Einstellungen bemerkbar, schlägt aber auch deutlich auf den Preis und das Gewicht der Kamera und Objektive.
  • Mehr Auflösung heisst nicht gleich mehr Bildqualität. Entscheidend ist die Anzahl Pixel auf einer bestimmten Baufläche. Informieren Sie sich am Besten im Internet oder in Fachzeitschriften über die Leistung der Sensoren. Aber es muss ja nicht das beste sein: Viel wichtiger beim Fotografieren ist der fotografische Blick!
  • Eine wichtige Komponente ist die Auslöseverzögerung, bzw. wie schnell Sie ein Bild aufnehmen können, wenn Sie die Kamera einschalten. Billige Kompaktkamera können schon mal mehrere Sekunden benötigen, bis sie einsatzbereit sind – weil zum Beispiel das Objektiv zuerst herausgefahren werden muss. Solche mit eingefahrenem Objektiv benötigen ebenfalls mehr Zeit (und Strom). Eine Spiegelreflex- oder Systemkamera hingegen ist praktisch sofort einsatz- und aufnahmebereit.
  • Wie schnell arbeitet der Autofokus? Wenn der lahmt, werden Sie nicht lange Freude daran haben. Für Sport- oder Tierfotografie benötigen Sie einen schnellen Autofokus einer System- oder Spiegelreflexkamera.
  • Benötigen Sie eine schnelle Serienbildfunktion? Auch hier trennt sich der Spreu vom Weizen sehr schnell. Für eine schnelle Serienbildfunktion greifen Sie zu einer System- oder Spiegelreflexkamera vom höheren Preissegment.
  • Filmen Sie gerne? Welche Videoqualität benötigen Sie? Maximale Videolänge?
  • Hat Ihre Kamera einen Anschluss für ein externes Mikrofon, einen Drahtauslöser, eine externes Blitzgerät?
  • Kann Ihre Kamera die Bilder im RAW-Format aufnehmen? Benötigen Sie dieses Format? Mit dem RAW-Format können Sie mehr aus Ihren Bildern holen und diese viel besser optimieren als mit dem normalen JPG-Format.
  • Kann Ihr Kameramodell mit Zubehör erweitert werden? Möglichkeit, Grau- oder Polarisationsfilter vor das Objektiv zu schrauben?

» Richtig fotografieren

» Schnappschuss oder Fotografieren?

Weitere Artikel als Entscheidungshilfe:

» Halbformat- oder Vollformatkamera kaufen?

» Welche Objektive und Brennweiten brauche ich?









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