Fototechnik

Retrofotografie – der Reiz des Analogen

Drei Weiern St Gallen Retrofotografie

Drei Weiern St Gallen Retrofotografie

Retrofotografie – der Reiz der analogen Fotografie: Die Bildsensoren werden immer besser. Eine Kamera schlägt die andere in Bezug auf Bildauflösung, Sensorempfindlichkeit und anderem. Smartphone-Kameras sind schon in der Lage, in der Dämmerung rasierscharfe Bilder aufzunehmen. Abbildungsfehler der Objektive werden mit vordefinierten Entwicklungsvorgaben in Lightroom direkt korrigiert.

Alles wird besser, detaillierter und fehlerfreier. Mit einer System- oder Spiegelreflexkamera habe ich technisch alles im Griff. Durch den Sucher ermittle ich den absolut exakten Bildausschnitt. Das ist alles toll, aber…

Retrofotografie – der Reiz der analogen Fotografie

Für Smartphones gibt es schon seit einigen Jahr ein Retro-App. Für iPhone Hipstamatic, für Android-Phones das RetroCamera-App. Sechs kultige Fotomodelle stehen zur Auswahl. Die Möglichkeit, in Farbe oder Schwarzweiss zu fotografieren. Sonst nichts. Fotografieren pur!

Als ich das App ausprobierte, war ich begeistert. Das Einzige, was ich einigermassen beeinflussen kann, ist der Bildausschnitt. Alles andere ist irgendwie Zufall. Die Bilder sehen nie gleich auch, ich habe aber auch keine Kontrolle darüber, ob die Farben meines Motivs zur Geltung kommen. Und ich kann nicht einfach wahllos drauflosknipsen, weil die Entwicklung jedes Bildes eine ganze Weile dauert. Das natürlich nur virtuell.

Die Software lässt Algorhythmen über die Bildaufnahme laufen und produziert gewollt Unschärfen, Randabschattungen, Farbverschiebungen, Über- und Unterbelichtungen, Kratzer, Abbildungsfehler usw. Jedes Bild ist ein Unikat. Knipse ich ein gleiches Motiv mit gleichem Bildausschnitt ein zweites Mal, ist das Resultat trotzdem anders.

Das ist nicht nur retro, das ist Kult. Das ist Retrofotografie.

Camera oscura Retrofotografie
Camera oscura Retrofotografie

Camera obscura – Blende f/200 und 5s Verschlusszeit

Ähnlich habe ich das mit der Camera obscura erlebt. Als ich für meine Nikon D7000 einen Kameradeckel mit Bohrmaschine und Aluflolie zu einer digitalen Camara obscura umfunktionierte. Da sehen Sie kein Sucherbild mehr. Ich richte die Kamera auf einem Stativ ungefähr aus und belichte meist mehrere Sekunden lang. Ohne teure Linse. Nicht die Auflösung ist trumpf, sondern der Gesamteindruck.

Da die digitalen Camera-obscura-Bilder aber immer noch viel zu perfektionistisch aussehen, stülpe ich im Entwicklungsprozess der RAW-Aufnahme einen analogen Fotofilter darüber. Das gibt dann noch mehr Pepp in die puristischen Fotos und haucht überraschendes – analoges – Leben in die Fotos. Als diese noch eine grobe Körnung, Randabschattungen, hohen Kontrast hatten.

Mir gefallen die digitalen Bilder im analogen Look, im Retro-Look. Ich habe viel experimentiert. Mit der Zeit entwickelt man einen Blick für Motive, die sich für die Retrofotografie eignen. Da passt längst nicht alles und es ist nicht der Sinn, nun alle Digitalfotos in Retrofotografien umzuwandeln. Aber Experimentieren ist erlaubt, sogar erwünscht.

Vergessene Sonnenbrille - Retrofotografie
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Abendschatten Retrofotografie
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Acker Retrofotografie
Acker Retrofotografie
Locarno und Muralto Retrofotografie
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