Fotopraxis

Skizzenheft mit Fotos

Zebra in Schwarzweiss, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600mm, 550mm KB, 1/800s, f/11, ISO500, Einbeinstativ

Zebra Skizzenheft der Fotografen

Skizzenheft  mit Fotos: Gehören Sie auch zu denen, die ihre Fotos rigoros ausmisten und alles, was nicht 100 % perfekt ist, löschen? Oder behalten Sie schon immer alles auf, weil Sie vielleicht noch einmal eine Verwendung dazu finden könnten? Es macht durchaus Sinn, bei einer Motivsuche auch einmal misslungene Bilder aufzubewahren. Diese „misslungenen“ Bilder werden zu Ihrem Skizzenheft.

Skizzenheft der Fotografen

Ich gehöre zur ersten Gruppe: Nach einer Fototour begutachte ich meine Bilder und lösche rigoros. Ich möchte den Überblick über meine Sammlung behalten. Habe ich von einem Motiv mehrere Ausschnitte, vergleiche ich diese, bis der beste (oder allenfalls ein zweiter) für mich feststeht. Die restlichen Bilder lösche ich meist unwiderruflich.

Ich bin mir aber auch bewusst, dass es manchmal gut wäre, diese Ausschuss-Bilder, welche im Endeffekt zum Endprodukt geführt haben, aufzubewahren. Das macht bewusst, dass der Prozess zu DEM Motiv selten geradlinig ist, ja manchmal überraschend verschlungene Wege beschreitet.

Und das können wir sichtbar machen, indem wir die „misslungenen“ Bilder, ohne die es aber vermutlich nicht zu DEM Bildausschnitt gekommen wäre, in einem speziellen Ordner oder zum Beispiel in Lightroom in einem Stapel aufbewahren.

Skizzenheft anlegen

Ich habe mir beim Schreiben dieses Artikels deshalb vorgenommen, misslungene Bilder als kleine JPG-Versionen (mit allen Metadaten) in der Grösse 3000×2000 zu speichern und in Lightroom einen neuen Katalog Skizzenheft anzulegen. So kann ich von Zeit zu Zeit die Bilder durchschauen, habe vielleicht eine neue, gute Idee oder erkenne, WARUM das Bild so, wie ich es aufgenommen hatte, eben NICHT wirkt.

Vorteile:

  • Die Bilder sind aus dem Blickfeld meines normalen Katalogs verschwunden und stören dort nicht mehr.
  • Durch den Export als kleinere JPG-Datei oder im DNG-Format spare ich Speicherplatz.
  • Ich habe im Katalog Skizzenheft trotzdem Ordnung und kann Stichworte wie üblich verwalten. Diese gebe ich meist schon vor dem Aussortieren ein.

Zebra Skizzenheft

Zum Glück habe ich die vielen Fotos, die ich von einem Zebra geschossen hatte, nicht schon vom Computer gelöscht. Genau da ist der Skizzenheft gut sichtbar. Endlich einmal stand ein Zebra so, dass der Hintergrund dunkel war. Ich wollte nicht das ganze Tier, sondern einen knappen Ausschnitt davon fotografieren und probierte aus. Dann begutachtete ich auf dem Kamerabildschirm die Vorschaubilder und experimentierte erneut mit anderen Ausschnitten. Irgendwie hatte ich den Anspruch, den Kopf nicht ganz auf dem Bild haben zu wollen. Aber schnitt ich die Nase ab, wirkte das Bild „geköpft“. Dann experimentierte ich mit dem Leerraum vor der Nase. Wie viel Gewicht benötigt der Zebra-Kopf, damit das Gegengewicht in Form des Leerraumes harmonisch wirkt? Oder spannend? Oder extravagant?

Klicken Sie ein Vorschaubild an und navigieren Sie zwischen den einzelnen Bildern mit der Maustaste oder den Pfeilen auf der Seite.

Das 14. Bild in der Reihe war dann auch das, welches ich am Computer als finale Version aussuchte. Das Bild habe ich in Lightroom in Schwarzweiss konvertiert und den Kontrast erhöht. Um das Auge herum habe ich die Schatten zudem etwas aufgehellt, damit Leben ins Tier kommt.

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