Fotopraxis

Schwarzweissfotos im Zoo

Gefangenschaft, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 310 mm KB, 1/800s, f/5.6, ISO 500, Einbeinstativ

Schwarzweissfotos im Zoo? Bei den vielen farbigen Tieren? In Zoo und Tiergärten finden wir Tiere mit üppiger Farbgebung, aber auch solche mit monochronen Farben oder im „Tarnanzug“. Gerade in den Gebäuden ist das Licht extrem schwierig, weil oft Kunstlicht mit geringem Tageslicht vermischt wird. Solche Bilder entputten sich dann zuhause am Computer als kaum brauchbar – ausser, Sie probieren es mit der Umwandlung in Schwarzweiss. Auch ohne diese Licht-, bzw. Weissabgleich-Probleme kann es durchaus lohnend sein, Schwarzweissfotos im Zoo aufzunehmen. Gerade zur Mittagszeit ist das Licht extrem hart und Farbfotos kommen oft nicht gut zur Geltung. In Schwarzweiss wirken Bilder mit starken Schlagschatten aber meist viel besser.

Schwarzweissfotos im Zoo

Wenn Sie in einem Zoo fotografieren möchten, benötigen Sie – falls Sie Tiere auch formatfüllend abbilden möchten – mehr als ein Smartphone, ausser, Sie begnügen sich, die ganze Zoolandschaft zu verewigen. Welche Brennweiten, was für Zubehör Sie zum Fotografieren im Zoo mitnehmen sollte und wie Sie einen Besuch im Zoo am besten planen, erfahren Sie im Artikel Fotografieren im Zoo.

Zebra im Tiergarten
Zebra im Tiergarten, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 550 mm KB, 1/500s, f/8, ISO 500, Einbeinstativ

In welchem Bildformat fotografieren?

Wenn Sie Schwarzweiss fotografieren möchten, können Sie an Ihrem Fotoapparat die Einstellung MONOCHROM vornehmen. Das aufgenommene Bild, bzw. die Live-View-Ansicht zeigt direkt das Schwarzweissbild. Haben Sie beim Bildformat das RAW-Format eingestellt, wird das Bild trotzdem mit allen Farbinformationen gespeichert (Beispiel Bayer-Filter) und Sie können zuhause am Computer mit den unterschiedlichen Farbfiltern das Schwarzweissbild optimieren. Wählen Sie jedoch das JPG-Format, so wird das Bild direkt in Schwarzweiss gespeichert und Sie haben nicht mehr viele Möglichkeiten, das Bild am Computer zu optimieren, weil jeder einzelen Pixel bereits „festgelegt“ ist.

Um das Optimale aus digitalen Schwarzweiss-Fotos herauszuholen, empfehle ich Ihnen unbedingt das RAW-Format. Sie können auch eine Kombination (RAW + JPG) einstellen. Ihre Kamera nimmt dann sowohl ein Rohformatbild (mit allen Farbinformationen der Pixel) als auch ein „fertiges“ JPG-Bild auf. Ein RAW-Format-Bild müssen Sie immer nachbearbeiten, bzw. „entwickeln“. Mehr darüber finden Sie im Artikel Warum im RAW-Format fotografieren.

Kameraeinstellungen Schwarzweissfotos im Zoo

Die ausführlichen Kameraeinstellungen für das Fotografieren im Zoo finden Sie ebenfalls im Artikel Im Zoo fotografieren.

Wie oben beschrieben verwende ich das RAW-Bildformat.

Sie können, wenn Sie möchten, bei Ihren Kameraeinstellungen unter Picture Control die Einstellung Monochrom wählen. So wird die Vorschau, trotz farbigem RAW-Format-Ausgangsbild, in Schwarzweiss dargestellt.

Tipps für Schwarzweiss-Fotos im Zoo

Weil bei den Schwarzweiss-Fotografien die Farbe fehlt, bestimmen die Kontraste und Formen das Bild stark. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel bei Gegenlicht am Mittag ausdrucksstarke Bilder machen können, die in Farbe „untergehen“ würden. Hier im Vergleich das Schwarzweissbild und darunter das originale Farbbild.

Schwarzweissfotos im Zoom
Schwarzweissfotos im Zoom, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 480 mm KB, 1/500s, f/8, ISO 4000, Einbeinstativ
Farbbild zum Vergleich Schwwarzweissbilder im Zoo
Farbbild zum Vergleich







Da die sich die Tiere bei Gegenlicht im Schatten befinden, können Sie durch die Aufhellung der dunklen Partien den Hintergrund beinahe verschwinden lassen. Bei diesem Bild habe ich die Belichtung um + 2.0 EV angepasst, da ich gegen den blauen Himmel fotografiert habe:

Gegenlicht - Schwarzweissbilder im Zoo
Gegenlicht – Schwarzweissbilder im Zoo, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 360 mm KB, 1/750s, f/8, ISO 400, Einbeinstativ

Die starken Spitzlichter, die bei Gegenlichtaufnahmen entstehen, werden in den Schwarzweiss-Aufnahmen viel besser toleriert als bei Farbfotos:

Schwarzweissfotos im Zoo
Schwarzweissfotos im Zoo, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 320 mm KB, 1/500s, f/8, ISO 3200, Einbeinstativ

Entwicklung der Farbbilder zu Schwarzweissfotos

Öffnen Sie das Originalbild in einem RAW-Konverter. Im Beispiel verwende ich Lightroom, Sie können aber diese Abstimmungen auch in anderen Programmen vornehmen.

Wenn Sie eine „Entwicklung“ besonders gut finden, können Sie diese als Vorgabe speichern. Im Beispiel Lightroom gibt es bereits eine sehr gute Vorgabe, die sich S/W kraftvoll nennt.

Vorgaben Lightroom Schwarzweiss-UmwandlungDadurch werden aufwändige Entwicklungsschritte mit einem Klick ausgeführt. Die Feinkorrektur können Sie anschliessend an den Regelern selbst vornehmen.

Entwicklungsvergleich Farbe - SchwarzweissUnter 1 sehen Sie die grundlegenden Entwicklungsschritte von Kontrast, Lichtern, Tiefen, Weiss und Schwarz. Bei 2 finden Sie die Farbkanäle. Nun können Sie nachvollziehen, weshalb die Farb-Pixel-Informationen beim Entwickeln wichtig sein können. Verschieben Sie einzelne Regler und begutachten Sie die Auswirkung auf Ihr Bild.

Schwarzweissfotos im Zoo - Perspektivenwechsel
Perspektivenwechsel, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 440 mm KB, 1/500s, f/8, ISO 1250, Einbeinstaitiv

Beim nächsten Bild mit dem Straussenkopf habe ich ber der Schwarzweiss-Mischung die Farbe gelb auf -50 reduziert. Damit konnte ich den Hintergrund ganz einfach abdunkeln:

Strauss - Hintergrund abgedunkelt
Strauss – Hintergrund abgedunkelt, gelb – 50, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 500 mm KB, 1/400s, f/8, ISO 320, Einbeinstativ
Amurtiger
Amurtiger, Nikon D750, Sigma f/5-6.3 150-600 mm, 290 mm KB, 1/500s, f/5.6, ISO 2200, Einbeinstativ

» Fotografieren im Zoo (Teil 1)

» Fotografieren im Tiergarten (Teil 2)

» Tiere fotografieren









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