Fotopraxis

Schwarzweiss sehen lernen

Schatten einer Tischgruppe, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 40mm KB, 1/250s, f/4, ISO125

Schatten einer Tischgruppe

Schwarzweiss sehen lernen – das Auge schulen. Schwarzweiss-Fotos faszinieren auch noch in der Zeit der Farbfotografie. Doch nicht jedes Motiv eignet sich dazu. Ich zeige Ihnen, auch was Sie beim Schwarzweiss-Fotografieren achten sollten.

Altstadtfassade in Schwarzweiss

Altstadtfassade in Schwarzweiss, Sony DSC-RX100iii, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 30mm, 1/80s, f/2.8, ISO125

Schwarzweiss sehen lernen – das Auge schulen

Ihre Augen müssen zuerst Schwarzweiss sehen lernen. Das geht am besten, wenn Sie ein paar tolle Schwarzweissfotos betrachten oder Ihre Bilderdatenbank durchgehen und von einzelnen Aufnahmen die Farbe entfernen. In Adobe Lightroom können Sie ganz einfach von Farbe auf Schwarzweiss umstellen, ohne dass Ihr Original verändert wird. Vergleichen Sie die Wirkung der Bilder. Welche Motive eignen sich auch für Schwarzweiss-Fotografien?

Dieses Bild mit der Sonnenblume wirkt als Original mit dem Kontrast zwischen den grünen Blättern und den gelben Blütenblättern. In Schwarzweiss geht dieser Effekt verloren, weil zu viele ähnliche Grauwerte das Bild dominieren.





Das bedeutet, dass Sie sich bewusst sein müssen, wie Farben in Schwarzweiss wirken. Im Bild mit der Sonnenblumen sehen Sie, dass das braun zu einem sehr dunklen grau wird. Grün wird zu einem mittleren grau und gelb zu einem sehr hellen.

Wenn Sie mit der Zeit etwas Übung haben, werden Sie schon bei einem Farbbild abschätzen können, ob es auch in schwarzweiss wirken könnte.

Ein blauer Himmel – mit dem Polarisationsfilter wird er tiefblau – wird in Schwarzweiss beinahe schwarz. Architekturbilder bei blauem Himmel wirken mit dem Kontrast von Himmel zu Beton sehr gut:

Betonarchitektur in Schwarzweiss

Betonarchitektur, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 27mm KB, 1/320s, f/9, ISO100

Denken Sie daran, dass gewisse Farbakzente in Schwarzweiss die Wirkung verlieren. Als Beispiel hier ein Farbbild, welches in Graustufen umgewandelt wurde:

Ich habe natürlich bewusst diese Farbkombination genommen, um zu zeigen, wie extrem Farbwerte in Graustufen untergehen können.

Kabelrolle mit Sepia Effekt mit Lightroom

Kabelrolle am Bahnhof, Nikon D750, Nikkor f/1.8 50mm, 1/30s, f/8, ISO100 – Teiltonung mit Lightroom

Sehr schön wirken Schwarzweiss-Bilder, wenn Sie diese mit einem Sepia-Effekt aufpeppen. Das Schwarzweiss-Foto wirkt dann nicht klinisch, sondern bekommt in den Tiefen einen Farbton aufgesetzt. Für Lightroom oder Photoshop gibt es eine Anleitung dazu.

Der Winter ist eine geradezu geeignete Jahreszeit für den Einstieg in die Schwarzweiss-Fotografie, weil der Schnee als weisses Element dazukommt und die Kontraste von Natur aus schon stärker sind.

Blendenstern oder Sonnenstern bei punktförmigen Lichtquellen

Blendenstern (Sonnenstern) Nikon D750, Tamron SP 15-30mm f/2.8 Di VC USD, 15mm KB, 1/250s, f/13, ISO100

Architekturaufnahmen eignen sich ebenfalls sehr gut. Ideal sind da die Randstunden des Tages, weil das Sonnenlicht lange und harte Schatten wirft.





Starke Kontraste, Texturen und Muster, Linien, Silhouetten (im Gegenlicht fotografieren) eignen sich sehr gut für Schwarzweiss-Bilder.

Schwarzweiss fotografieren

Wenn Sie mit dem RAW-Format arbeiten, ist Ihre Aufnahme nur das Rohmaterial – das digitale Negativ. Mit diesem gehen Sie statt wie früher in die Dunkelkammer an Ihren PC und bearbeiten Ihr Bild nach Wunsch in einem RAW-Konverter – in der digitalen Dunkelkammer. Danach ziehen Sie von Ihrem digitalen Negativ JPG-Kopien. Das Originalbild wird dabei nie verändert. Infos dazu unter RAW-Format.

Achten Sie beim Fotografieren auf eine höchstmögliche Bildqualität. ISO-Wert möglichst tief, Belichtung möglichst perfekt abstimmen, für eine grosse Schärfentiefe eine Blende im mittleren Bereich (Sweet-Spot: f/8 bis f/11) wählen.

Damenschuh im Schaufenster - RAW-Entwicklung Lightroom

Schuh im Schaufenster, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 50mm, 75mm KB, 1/350s, f/1.8, ISO100

Aktivieren Sie an Ihrer Kamera die Belichtungswarnung: Sie zeigt an, welche Stellen im Bild zu hell oder zu dunkel sind. Diese Bereiche blinken zum Beispiel rot und blau. Erstellen Sie bei schwierigen Lichtverhältnissen Belichtungsreihen.

Es ist einfacher, aus leicht überstrahlten Lichtern Informationen zu holen als abgesoffene Schatten zu retten. Im Zweifelsfall lieber leicht überbelichten. Helle Bildteile enthalten viel mehr Bildinformationen als dunkle. » Clipping vermeiden

Winterstimmung am Weiher mit Negativ-Effekt- fotografieren im Schnee

Winterstimmung am Weiher, Samsung Galaxy S4, 31mm KB, 1/125s, ISO50, Negativ-Effekt mit Camera-App

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