Fotolexikon Fotopraxis

Makrofotografie

Blüte im Gegenlicht, Nikon D5300, Nikkor Micro f/3.5 85mm, 127mm KB, 1/500s, f/8, ISO100

Blüte im Gegenlicht mit wunderschönem Bokeh im Hintergrund

Makrofotografie fasziniert immer wieder. Da Sie damit kleine Dinge ganz gross werden lassen können, überrascht das Bild unser Auge besonders. Ich zeige Ihnen, was Sie für den Einstieg in die Makrofotografie brauchen und welche Schwierigkeiten zu meistern sind.

Makrofotografie: Kleines ganz gross

Ich glaube, jeder Hobbyfotograf und jede Hobbyfotografin wird irgendwann den Wunsch haben, sich mit dem Nah- und Makrobereich zu befassen. Wenn Sie ein Motiv in der wirklichen Grösse (1:1) auf dem Sensor Ihrer Kamera abbilden können, spricht man von Makrofotografie. Sie fotografieren mit einem Halbformatsensor von 23.6 x 15.8 mm ein 20mm langes Insekt beinahe formatfüllend, dann beträgt der Abbildungsmassstab etwa 1:1.

Ist das Motiv kleiner als in Wirklichkeit abgebildet, bezeichnet man dies als Nahaufnahme. Die Übergänge zwischen Normal-, Nah- und Makrobereich sind fliessend.

Mit den meisten Normalobjektiven oder Zooms kann man in die Nahfotografie vordringen, für Makrofotografie brauchen Sie schon aus Qualitätsgründen und wegen des geringen Naheinstellbereiches ein spezielles Makro-Objektiv. Dieses ist auf gute Abbildungsleistungen im Nahbereich abgestimmt und bietet die Möglichkeit, viel näher an das Motiv heranzugehen und trotzdem scharfstellen zu können. Zudem lässt sich eine Makrobrennweite auch sehr gut als normales Objektiv verwenden. Die Brennweite von 80 bis 120mm eignet sich zum Beispiel vorzüglich für Portrait-Fotografie.

  • 18-105mm-Zoom Nikkor f/3.5-5.6 – grösstmögliche Abbildungsleistung: 1:5
  • 55-300mm-Zoom Nikkor f/4.5-5.6 – grösstmögliche Abbildungsleistung: 1:4
  • 85mm Makro-Objektiv Nikkor f/3.5 – grösstmögliche Abbildungsleistung: 1:1
  • 105mm Makro-Objektiv Sigma f/2.8 – grösstmögliche Abbildungsleistung 1:1
  • 17-70mm-Zoom Sigma f/2.8-4 – grösstmögliche Abbildungsleistung 1:2.8
Dankeskarte rote Rose mit Wassertropfen

Nikon D7000, Nikkor Micro f/3.5 85mm, 127mm KB, 1/60s, f/9.5, ISO100, Stativ

Das Bild der Rose ist aus mehreren unterschiedlichen Schärfeebenen mit dem Programm HeliconFocus zusammengestellt.

Makrofotografie erfordert viel Know-how

Im Gegensatz zur normalen Fotografie erfordert die Makrofotografie viel Nowhow: Je kleiner die Motive werden, desto grösser ist der Aufwand, diese scharf auf das Bild zu bringen. Die Schärfeeinstellung bringt Sie wegen des sehr geringen Schärfentiefenbereichs von manchmal wenigen Millimetern ins Schwitzen. Die Beleuchtung kann ein Problem werden, weil Sie für eine möglichst optimale Schärfe stark abblenden müssen. Oft ist der Aufnahmestandort für Motive am Boden sehr ungünstig. Da hilt ein klappbares Display, wie Sie bei Nikon die D5000er-Reihe oder die Vollformatsensor-Kamera Nikon D750 bietet.

Trotzdem lohnt sich das Eintauchen in die Nah- und Makrofotografie: Sie brauchen einfach die Begeisterung, technische Probleme gerne anzugehen und für eine Aufnahme auch mal eine halbe Stunde oder mehr Aufwand zu betreiben. Der faszinierende Blick in die Welt der Nah- oder Makrofotografie wird Sie mit ungewöhnlichen Bildern belohnen. Die für unsere Augen unübliche Ansicht eines Motivs macht den speziellen Reiz aus.

Makrofotografie einer Schnecke, Tipps für schärfere Fotos

Makrofotografie Schnecke, Nikon D750, Sigma Macro f/2.8 105mm, 1/250s, f/6.7, ISO400


Ideale Brennweite von Makroobjektiven

  • Sie finden Makro-Objektive in der Regel mit Brennweiten von 50 bis 180 mm. Eine Festbrennweite bringt durch die einfachere Bauweise eine deutlich bessere Bildqualität.
  • Das 50mm–Makroobjektiv trumpft mit einer geringeren Verwacklungsgefahr und kürzerer Bauweise, dafür müssen Sie mit diesem Objektiv sehr nahe an das Motiv heran. Das kann bei Fluchttieren problematisch werden. Die Gefahr, dass das eigene Objektiv Schatten auf das Motiv wirft, ist gross.
  • Eine Brennweite von etwa 100 mm ist ideal. Sie können zum Motiv einen grösseren Abstand halten, durch die grössere Brennweite steigt aber auch die Verwacklungsgefahr stark an. Sie sind auf kürzere Verschlusszeiten, gute Lichtverhältnisse oder auf ein Stativ angewiesen.
Makrofotografie- rote Blätter im Botanischen Garten

Rote Blätter im Botanischen Garten, Nikon D750, Sigma Macro f/2.8 105mm, 1/30s, f/8, ISO400, Stativ, Spiegelvorauslösung

Bildstabilisatoren

Viele Objektive sind mit Bildstabilisatoren ausgestattet. Wenn Sie die Wahl zwischen einem günstigeren Objektiv ohne oder einem teureren mit Stabilisator haben, empfehle ich Ihnen das teurere zu nehmen.

Der Schärfentiefenbereich ist bei Makroaufnahmen extrem wichtig. Sie müssen abblenden können, was bei gleichbleibender ISO-Empfindlichkeit die Verschlusszeit verlängert. Mit einem Bildstabilisator können Sie bis zu vier Belichtungsstufen aus der Hand gewinnen, was beim Fotografieren oft über Schärfe oder Unschärfe entscheiden wird.

Wenn Sie kein Makroobjektiv haben, können Sie mit einem Scanner in die Makrofotografie steigen: » Fotografieren mit dem Scanner (Beispielfoto unten)

Scanografie - Margerite auf dem Flachbettscanner

Scanografie – Margerite auf dem Flachbettscanner

» Im Makrobereich fotografieren – die Schärfe ins Bild bringen



Buchen Sie ein Fotocoaching per Mail.

Möchten Sie den Newsletter bekommen? » Melden Sie sich kostenlos an!


Seitencode: DT314, DT315