Fotopraxis

Im Wald fotografieren

Tannzapfen im Wald, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 35mm, 1/902, f/1.8, ISO100

Tannzapfen auf dem Waldboden - fotografieren im Wald

Im Wald fotografieren – Teil 2

In diesem Artikel gebe ich Ihnen Tipps zum Gestalten des Motivbereichs Im Wald fotografieren und zeigen Ihnen auf, welche Ausrüstung Sie im Wald benötigen könnten. » Zuerst Teil 1 lesen?

Sie können fast bei jedem Wetter in den Wald, um zu fotografieren. Es gibt nur eine Ausnahme: Bei Gewittern oder Sturm lassen Sie es besser bleiben.

Wenn die Sonne scheint, erhalten Sie tolle Schatten- und Lichtspiele sowie schöne Bokeh-Effekte bei Gegenlichtaufnahmen. Bei hohem Sonnenstand um die Mittagszeit lohnt sich das Fotografieren im Wald. So können Sie das Blätterdach im Sonnenlicht glänzen lassen oder einzeln beleuchtete Details des Waldbodens fotografieren.

Wenn es regnet oder vor kurzer Zeit geregnet hat, finden Sie satte Farben im Wald vor. Viele  Fotografen gehen bei diesem Wetter nicht in den Wald. Ihre Bilder werden deshalb auch gegen eine kleinere Konkurrenz ankämpfen müssen.

In den Herbst- und Wintermonaten bringt die tiefer stehende Sonne die immergrünen Pflanzen oder die Herbstblätter perfekt zum Leuchten. Wenn Sie sich im Bereich der Nebelgrenze befinden, können urplötzlich tolle Lichtstimmungen entstehen. Sie müssen dann nur genügend schnell sein! Seien Sie zu Beginn des Herbstes startklar: Die farbenfrohe Herbstblätterpracht dauert nur kurze Zeit.




Im Wald fotografieren – Bildgestaltungtipps

Stimmung im Wald mit Bokeh-Effekt - Nikon D750
Stimmung im Wald mit Bokeh-Effekt, Nikon D750, Nikkor f/1.8 50mm, 1/40s, f/1.8, ISO100, Stativ, Spiegelvorauslösung

Gute Bilder zu machen, ist nicht ganz einfach. Es braucht das Bewusstsein dafür, warum ein Motiv auf die Betrachter ansprechend wirkt – oder eben nicht. Dieses umfangreiche Thema können Sie unter Grundlagen zu Bildgestaltung Schritt für Schritt durcharbeiten. Es lohnt sich!

  • Sind Sie endlich einmal in einem Wald, kann es gut sein, dass Sie vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Sie finden so viele Motive auf engem Raum, dass es eine Herausforderung ist, sich auf ein Detail oder ein Element zu beschränken. Unsere Augen, bzw. unser Gehirn blenden unwichtige Bildteile automatisch aus. Das Digitalbild zeigt aber genau das, was Sie ausgewählt haben. Nichts mehr und nichts weniger.
  • Lassen Sie sich für Motivauswahl und die Bildgestaltung genügend Zeit. Bleiben Sie stehen und scannen Sie die Umgebung nach lohnenden Motiven ab. Gehen Sie in die Knie, richten Sie den Blick gegen das Blätterdach. Ich habe schon oft erst nach langem Beobachten etwas Lohnendes entdeckt. Dafür hat das Motiv dann aber gepasst!
  • Gehen Sie nahe an ein Motiv heran und arbeiten Sie mit geringer Schärfentiefe. So isolieren Sie Wichtiges von Unwichtigem.
  • Probieren Sie extreme Perspektiven aus: Fotografieren aus Bodennähe.
Tannzapfen auf dem Waldboden - fotografieren im Wald
Tannzapfen im Wald, Nikon D5300, Nikkor f/1.8 35mm, 1/902, f/1.8, ISO100

» » » » »
Regelmässig Fototipps in Ihrer Mailbox?
Bestellen Sie den kostenlosen Newsletter und geniessen Sie die Tipps, um besser fotografieren zu lernen.
» » » » »

Im Wald fotografieren – perfekte Schwarz-Weiss-Motive

Die vielen ähnlichen Grün- und Brauntöne eines Waldes können spannend, aber auch ganz langweilig sein. Wenn Sie sich auf Schwarz-Weiss beschränken, rücken die Farben in den Hintergrund, die Strukturen, Kontraste und Details werden beim Fotografieren im Wald wichtiger.

Detailliert gehe ich im Schwarzweiss fotografieren auf diese Besonderheiten ein. Wenn Sie Schwarz-Weiss fotografieren wollen, empfehle ich Ihnen, im RAW-Format zu arbeiten und den Fotoapparat (Bei Nikon: AufnahmemenüPicture Control konfigurierenMonochrom, bei anderen Kameras sicher ähnlich) auf Monochrom einzustellen. Das Originalbildformat liegt im RAW-Format farbig vor, auf Ihrem Kameradisplay können Sie so die Schwarz-Weiss-Wirkung gleich begutachten und allenfalls mit einem anderen Ausschnitt, näherem Herangehen, kleinerer Schärfentiefe optimieren.

Zuhause am Computer haben Sie mit der RAW-Datei die Möglichkeit, die verschiedenen Farbwerte zu verändern und damit das Schwarz-Weiss-Bild nach Ihren Wünschen aufzuarbeiten. In der analogen Fotografie hat man solche Effekte mit diversen Farbfiltern erreicht.

Lichtstimmung im Frühlingswald - Im Wald fotografieren
Lichtspiel, Nikon D750, Tamron SP 15-30mm f/2.8, 15mm, 1/5s, f/16, ISO100, Stativ, HDR-Bearbeitung in Lightroom

Ausrüstung für den Fotografen oder die Fotografin

Wenn Sie in den Wald gehen und die befestigten Wege verlassen möchten, empfehle ich Ihnen gutes Schuhwerk (wasserdichte- oder wasserabweisende Trekking- oder Wanderschuhe mit gutem Profil und rutschfester Sohle) und lange Wander- oder Trekkinghosen. Bei nassem Waldboden sind wasserdichte Überhosen sehr praktisch. Tragen Sie lange Socken und ziehen Sie diese über die Hosenbeine. So verhindern Sie, dass Zecken unter die Hose krabbeln und dass stachelige Pflanzen Ihre Haut verletzen könnten. Alternativ zur Regenhose können Sie auch einen Plastiksack mitnehmen, auf den Sie sitzen oder knien können. So wird das Fotografieren im Wald zu einem tollen Erlebnis.

  • Wasserdichte Regenjacke, Regenhut mit Krempe
  • Wasserdichte Trekking- oder Wanderschuhe mit rutschfestem Profil
  • Kamera / Ausrüstung gegen Feuchtigkeit geschützt – Fototaschen oder Rucksäcke gibt es mit integriertem Regenschutz
  • Plastiksack zum Knien auf nassem Untergrund
  • Mückenspray

» Fotografieren im Wald – Teil 1: Schwierige Lichtverhältnisse

» Fotografieren im Wald – Teil 3: Kameraausrüstung und Kameraeinstellungen





Seitencode: DT614