Fotopraxis

Gestaltungstipps Frühlingsbilder

Funkelnde Tautropfen, Nikon D750, Sigma f/2.8 105mm, 1/750s, f/3.3, ISO100

Funkelnde Tautropfen

Gestaltungstipps Frühlingsbilder schliesst an den ersten Teil Fotografieren im Frühling an. Dort geht es um die optimale Ausrüstung und Kameraeinstellungen. Unter Frühlingsbilder und Frühlingsfotos finden Sie Beispiele.

Gestaltungstipps Frühlingsbilder – Teil 2

  • Nehmen Sie sich Zeit. Wenn Sie ein Motiv gefunden haben. Überlegen Sie sich, aus welcher Perspektive das Motiv ins rechte Licht gerückt werden könnte. Mehr dazu finden Sie in unserem Workshop Bildgestaltung.
  • Sehr schön präsentieren sich Blumen, Blüten und Blätter im Gegenlicht oder bei seitlichem Lichteinfall. Die feinen Blütenblattstrukturen kommen dann sehr schön zur Geltung. Schattenpartien auf den Blättern bringen Tiefe ins Bild. Die Farben sind sehr satt.
Frühlingsbote Tulpe ganz nah - Gestaltungstipps Frühlingsbilder
Frühlingsbote Tulpe, Nikon D750, Sigma Makro f/2.8 105mm, 1/640s, f/4, ISO100
  • Durch eine besonders tiefe Kameraposition in Verbindung mit einem Weitwinkelobjektiv verblüffen Sie die Betrachter immer wieder, da Pflanzen in der Regel nicht aus dieser Perspektive wahrgenommen werden – ausser von uns Fotografinnen und Fotografen. Beziehen Sie bei Fotos aus der Froschperspektive den Himmel und die Wolken mit ein.




  • Sehr praktisch dabei sind Klapp-Displays mit der Live-View-Ansicht: So können Sie die Kamera in Bodennähe positionieren und kippen, bis der perfekte Bildausschnitt gefunden ist und brauchen nicht auf den Boden zu liegen.
Tulpen aus der Froschperspektive
Tulpen aus der Froschperspektive, Nikon D750, Tamron f/2.8 15-30mm, 23mm KB, 1/400s, f/14, ISO200
  • Stellen Sie nicht auf die vorderste Blüte scharf. Das wirkt oft besser. Wählen Sie zudem eine, welche sich nicht in der Bildmitte befindet.
  • Wenn Sie ein Objektiv für Nahaufnahmen besitzen, experimentieren Sie mit Ausschnitten aus Blüten. Sie schneiden dabei einen Teil der Blüte weg, was zu spannenden Bildkompositionen führen kann.
  • Mit Makro-Objektiven können Sie sogar das filigrane Innenleben von Blüten bombastisch in Szene setzen.
  • Bei der Verwendung von Makro-Objektiven müssen Sie beachten, dass durch den vergrösserten Bildausschnitt die Verwacklungsgefahr steigt.
  • Verwenden Sie kürzere Verschlusszeiten, den Bildstabilisator, manuelle Schärfeeinstellung mit Hilfe der Live-View-Ansicht und möglichst ein Stativ (dann ohne Bildstabilisator). Durch die geringe Schärfentiefe von wenigen Millimetern kann sich der optimale Schärfepunkt schon durch kleinste Blumen- oder Kamerabewegung verschieben.
Staubbeutel einer Blüte ganz nah - Makrofotografie
Blüte ganz nah, Nikon D750, Sigma f/2.8 105mm Makro EX DG OS HSM mit Telekonverter Sigma 1,4-fach EX APO DG, 150mm KB, 1/1000s, f/8, ISO3200
  • In den frühen Morgen- und Abendstunden sind meist weniger Luftbewegungen vorhanden.
  • Bei bewölktem Himmel haben Sie eine riesige Softbox über sich und Sie können Ihre Motive praktisch schattenfrei ablichten.
  • Die satten Frühlingsfarben bringen Landschaften zum Leuchten. Das Streiflicht des Morgens oder des Abends bringt faszinierende Schatten und Tiefenwirkung ins Bild und die Farben haben einen deutlich wärmeren Farbton. Besonders in der goldenen Stunde finden Sie wunderbare Lichtverhältnisse vor.
  • Arbeiten Sie mit den formalen Gestaltungselementen Linien, Unschärfe/Schärfe, Bilder einrahmen und experimentieren Sie auch einmal mit längeren Verschlusszeiten und expressionistischen Aufnahmen (Bäume kippen, Kamera schwenken oder drehen, ganzes Bild unscharf usw.)
Schärfe und Unschärfe - Fotografieren im Frühling
Schärfe und Unschärfe, Nikon D750, Sigma f/2.8 70-200mm EX DG APO HSM, 150mm KB, 1/800s, f/4.8, ISO100

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Weitere Gestaltungstipps Frühlingsbilder

  • Blüten, Blumen und Blätter können Sie mit einer grossen Blendenöffnung (kleiner Blendenwert) sehr gut vom Hintergrund isolieren. Das geht besonders gut, wenn Sie längere Brennweiten benutzen. Der Hintergrund verschwindet dann in einer schönen Unschärfe. Experimentieren Sie, indem Sie das gleiche Motiv mit unterschiedlichen Blendenwerten (f/1.8, f/4, f/8, f/16) fotografieren und dann zuhause am Computer die Bildwirkung begutachten.
  • Achten Sie immer auf den Hintergrund. Alles, was den Blick vom Hauptmotiv ablenken könnte, sollten Sie weglassen.
  • In den frühen Morgenstunden, wenn noch Tautropfen auf den Gräsern oder Blättern liegen, können Sie tolle Gegenlichtaufnahmen kreieren. Wenn Sie mit einem lichtstarken Objektiv fotografieren, die Blende möglichst öffnen, entstehen durch die Spitzlichter tolle Unschärfekreise, auch Bokeh genannt.
Spitzlichter im Gras - Bokeh Effekt
Spitzlichter im Gras, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200mm EX DG APO HSM, 200mm KB, 1/500s, f/4, ISO100
  • Wasser- oder Tautropfen geben dem Motiv den gewissen Touch. Wenn es trocken ist, können Sie mit einer Pipette oder einem Wasserzerstäuber nachhelfen.
  • Da die Schärfentiefe bei Makroaufnahmen sehr klein ist, schaffen Sie es kaum, dass alle Staubbeutel scharf abgebildet sind. Möchten Sie das? Erstellen Sie von unbewegten Motiven mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokusebenen und fügen Sie die Bilder in HeliconFocus zu einem zusammen.
  • Möchten Sie Insekten an den Blüten fotografieren? Stellen Sie auf die gewählte Blüte scharf. Idealerweise montieren Sie Ihre Kamera auf ein Stativ. Nun warten Sie, bis ein Insekt im Anflug ist. Lösen Sie die Serienfunktion aus und wählen Sie zuhause das beste Bild aus der Serie aus.
  • Frühlingsbilder und Frühlingsfotos als Inspiration

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