Fotopraxis

5 Tipps zur Organisation und Bildbearbeitung

Blick auf die Kameraeinstellungen, Nikon D3000, 28mm, 1/30s, f/4.5, ISO100, © Unsplash, JESHOOTS.COM

Blick auf die Kameraeinstellungen Nikon D3000

5 Tipps zur Organisation und Bildbearbeitung: Damit später die Bearbeitung Ihrer fotografischen Schätze leichter von der Hand geht, können Sie mit der passenden Vorbereitung vorsorgen. Wir haben ein paar nützliche Tipps dazu zusammengetragen:

5 Tipps zur Organisation und Bildbearbeitung

1. Fotos richtig verwalten und archivieren

Die Digitalfotografie hat es mit sich gebracht, dass wir weitaus häufiger auf den Auslöser drücken, als noch bei der analogen Variante. Dies führt bei vielen zu einer wahren Bilderflut, die es zu organisieren gilt. Grundsätzlich sollten unbrauchbare Aufnahmen bereits vor dem Archivieren am besten aussortiert werden. Wer viel fotografiert, sollte dabei wirklich grosszügig sein und sich eine passende Strategie zurechtlegen.

Für die Verwaltung und Aufbewahrung stehen dann verschiedene Optionen zur Verfügung. Einerseits gibt es Software allein zum Organisieren und Kategorisieren digitaler Fotos, andererseits bieten auch manche Programme zur späteren Bildbearbeitung diese Möglichkeit.

Auf folgende Funktionen sollte Sie bei der Wahl einer geeigneten Software achten:

  • Möglichkeit, Bilder zu kategorisieren, etwa durch Stichwörter
  • Umfangreiche Suchmöglichkeiten
  • Akzeptanz aller relevanter Dateiformate für Bild- und Videodateien
  • Vorschaufunktion mit der Möglichkeit, durch das Archiv zu blättern
  • Gegebenenfalls Möglichkeit zum Ändern des Dateiformats
  • Gegebenenfalls Bewertungsfunktion, um schnell die besten Aufnahmen wiederzufinden

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, wenn das Programm einfache Bearbeitungsmöglichkeiten, etwa zum Beschneiden oder zur grundlegenden Farbkorrektur bietet. Je nach Einsatzzweck und persönlichen Anforderungen finden Sie dazu sowohl kostenlose Freeware (z.B. IrfanView, XNView) als auch umfangreich ausgestattete Software zum Kauf (Adobe Lightroom, Ashampoo Photo Commander).

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Blick auf die Kameraeinstellungen, Nikon D3000, 28mm, 1/30s, f/4.5, ISO100, © Unsplash, JESHOOTS.COM

2. Das passende Dateiformat für jede Anwendung

Als nächstes geht es um die grundsätzliche Frage nach dem richtigen Dateiformat. Bei den meisten Digitalkameras können die Fotos in verschiedenen Formaten aufgenommen werden. Was am geeignensten ist, unterscheidet sich nach mehreren Kriterien:

JPG: Dieses pixelbasierte Format gilt als eines der Kompatibelsten. Die Fotos weisen eine relativ kompakte Dateigrösse auf, was Speicherplatz spart. Obwohl das volle Farbspektrum unterstützt wird, stösst das Format bei einer höheren Auflösung an seine Grenzen. Beim Komprimieren kann es zu Verlusten kommen.

RAW: Eine höhere Qualität bietet dieses Format, bei höherem Platzbedarf auf der Speicherkarte. Hier wird die grösstmögliche Bildinformation festgehalten – dementsprechend umfangreich sind später die Optionen bei der Nachbearbeitung. Das Dateiformat muss zur Weiterverwendung der Bilder zum Druck oder fürs Web allerdings in ein gängigeres Format konvertiert werden. Bei einigen Kameras wird ein vergleichbares, markeneigenes Format eingesetzt (Nikon: NEF: Nikon, ORF: Olympus oder DNG: Leica, Ricoh und Hasselblad).

TIFF: Manche Kameras bieten zusätzlich dieses Format. Es erlaubt ein verlustfreies Komprimieren, allerdings wird dafür entsprechend mehr Speicherplatz benötigt. Empfehlenswert ist es für hochwertige Aufnahmen, die Sie anschliessend noch umfangreicher bearbeiten wollen.

Bei der Nachbearbeitung kommen noch weitere Formate ins Spiel. Werden die Aufnahmen zusammen mit weiteren Elementen in einem Layoutprogramm eingesetzt, gilt es auf die Dateigrösse und das passende Format zu achten. Native Formate verschiedener Programme können dann zu Problemen führen. Je mehr unterschiedliche Formate ins Spiel kommen umso mehr sollte auf die Kompatibilität geachtet werden. Gerade beim Austausch der Daten sollten die jeweiligen Vor- und Nachteile berücksichtigt werden.

3. Bilddaten richtig übertragen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Kabel, Kartenleser oder drahtlos? Auch bei der Datenübertragung der Bilder von der Kamera zum PC oder Tablet gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit Hilfe eines USB-Kabels geht dies in der Regel zügig. Um die Verbindung zu aktivieren, muss die Kamera eingeschaltet werden. Unter Umständen muss im Kameramenü zusätzlich der USB-Modus auf „Massenspeicher“ oder „Automatik“ geändert werden.

Alternativ können Sie die Speicherkarte entnehmen und über einen Kartenleser mit dem Rechner verbinden. Bei beiden Varianten öffnet sich automatisch ein Dialogfenster mit weiteren Optionen zum Import der Bilder.

Vor allem die neuesten Kameramodelle und Smartphones, die zum Fotografieren genutzt werden, unterstützen heute die kabellose Übertragung per WLAN (WiFi) oder NFC. Meist funktioniert dies in Kombination mit einer passenden App oder einer Software für den PC.
Android-Handys bieten dennoch die Option einer Verbindung per USB-Kabel. Die Übertragung zu einem PC mit Windows-Betriebssystem ist dann unkompliziert. IOS-Geräte verfügen hingegen in der Regel nicht über einen solchen Anschluss. Dann ist für den Export von Bild- und Videodateien nur die kabellose Variante möglich, gegebenenfalls mit Hilfe zusätzlicher Software.

5 Tipps zur Organisation und Bildbearbeitung - Feinabstimmung

Feinabstimmung, Canon EOS 650D, 50mm, 180s, f/1.4, ISO500, , © Unsplash, Filip Barna

4. Kameraeinstellungen optimal nutzen

Die „Automatik“-Einstellung ist zwar komfortabel, um schnelle Schnappschüsse in guter Qualität zu knipsen, wenn Sie mehr Zeit haben, können Sie mit den fogenden Einstellungen deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Aufnahmemodus #1: Um den manuellen Modus oder die Blenden-, Zeit- oder Empfindlichkeits-Vorwahl optimal zu nutzen, sollten Sie bereits etwas Erfahrung mitbringen. Das Belichtungsdreieck zeigt die Zusammenhänge der einzelnen Optionen.

  • Dateigrösse: Beim JPG-Format können Sie meist zwischen sechs, zwölf oder 24 Megapixeln wählen.
  • Seitenverhältnis: Je nach gewünschtem Format stehen mehrere Optionen zur Wahl, etwa 3:2 oder 16: 9.
  • Aufnahmemodus #2: In manchen Situationen ist die Serienfunktion oder der Selbstauslöser hilfreich. Verschiedene Kameras bieten zudem den Modus für eine Weissabgleichreihe. So lässt sich Zeit bei der Nachbearbeitung einsparen. Alternativ sollten Sie je nach Situation bei der Einstellung des Weissabgleichs die passende Option einstellen.
  • Umfang des Fokus: Mit der Wahl des richtigen Fokusfeldes lassen sich unerwünscht unscharfe Aufnahmen vermeiden.
  • Belichtungsmessung: Auch hier lässt sich meist festlegen in welchem Bildbereich der Belichtungsgrad gemessen wird.

Verlockend ist beim Fotografieren mit Smartphones die Zoomfunktion, um das gewünschte Motiv näher heranzuholen. Hier leidet jedoch meist die Qualität, da nur ein Bildausschnitt elektronisch vergrössert wird (digitales Zoom). Besser ist es deshalb auf das Zoomen zu verzichten und den Bildausschnitt beim Nachbearbeiten passend zu wählen.

5. Beim Fotografieren schon ans Ergebnis denken

Schliesslich sollten Sie auch beim Fotografieren bereits an das gewünschte Resultat denken. Es kann hilfreich sein, sich vor einer Fototour Gedanken über ein Konzept oder eine bestimmte Idee zu machen. Dann wird meist klarer, auf was Sie im Detail achten können. So macht bereits eine kleine Veränderung des Standorts viel aus und kann durch die bessere Aufnahmeperspektive für das gewisse Etwas sorgen. Zudem können Sie so bereits störende Elemente vermeiden, die Sie später nicht mehr mühevoll retuschieren müssen. Wählen Sie den Bildausschnitt gegebenenfalls grösser, so bleiben Ihnen später mehr Möglichkeiten, den perfekten Schwerpunkt zu setzen.
Es lohnt sich zudem, zwischendurch innezuhalten und die bisherigen Aufnahmen auf dem Vorschaudisplay kurz zu betrachten. Auch im kleinen Format wird oft klar, wo sich eventuell noch Verbesserungspotential verbirgt.





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