Fotokurs

Fotografieren lernen

Industriehinterhof, Nikon D7000, Nikkor f/3.5-5.6 18-105mm, 72mm KB, 1/250s, f/8, ISO100

Farbe ins Spiel bringen - Industriequartier

Sie wollen Fotografieren lernen? Dann sind Sie hier richtig. Ich zeige Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Dinge, die Sie zum Fotografieren brauchen.

Fotografieren lernen – Fotografie für Anfänger

Sie möchten richtig fotografieren lernen? Dann sind Sie hier bei digitipps.ch genau richtig! Herzlich Willkommen.

Fotografieren ist ein tolles Hobby, in welchem Sie Ihre Kreativität entwickeln und ausleben können. Ein Hobby, welches kein schlechtes Wetter kennt und welches Sie zu jeder Zeit ausüben können. Auf dem Fotospaziergang können Sie entspannen und den Blick für das Besondere schulen. Denn auf guten Bildern zeigt man dem Betrachter die Welt so, wie er sie mit seinen Augen nicht sehen würde.

Mit Fotografieren können Sie sich selbst verwirklichen, experimentieren und immer wieder Neues lernen. Steigen Sie ein in die faszinierende Welt der Fotografie.

Bevor Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, müssen Sie sich mit einigen technischen Begriffen herumschlagen. Wenn Sie die Kameratechniken beherrschen, können Sie damit gezielt in die Bildgestaltung eingreifen und machen so den Unterschied zur Schnappschussfotografie.

Die drei Basiswerte der Fotografie

Wenn Sie auf den Auslöser drücken, nimmt die Kamera ein Bild auf. Damit dieses korrekt belichtet – also weder zu hell noch zu dunkel – wird , kümmern sich drei Komponenten in Teamarbeit darum:

  • Blendenöffnung oder einfach Blende
  • Verschlusszeit
  • ISO-Wert

Die Blende oder Blendenöffnung – Fotografieren lernen

  • Die Blende regelt durch Lamellen, wie gross die Lichtöffnung ist. Je grösser die Öffnung, desto mehr Licht kann pro Zeiteinheit auf den Bildsensor (oder das Negativ) fallen. Die Blende wird mit dem Wert f/1.8, f1.8 oder einfach Blende 1.8 bezeichnet. Blende f/1.8 ist eine grosse Öffnung, Blende f/16 ist eine sehr kleine Öffnung.
  • Jeder Schritt von einem zum nächsten ganzen Blendenwert (aufsteigende Zahlen) lässt halb so viel Licht auf den Sensor fallen. Ganze Blendenwerte sind: …f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22…

» Mehr über die Blende erfahren

Motive isolieren mit Offenblende

Bronzefigur an Wochenmarkt in Locarno, Nikon D5300, Sigma f/2.8 70-200mm EX DG APO HSM, 195mm KB, 1/500s, f/2.8, ISO400

Verschlusszeit – Fotografieren lernen

  • Die Verschlusszeit definiert, wie lange Licht durch die Blende fällt. Ist die Blendenöffnung gross, bleibt der Verschluss nur kurz offen, ist die Öffnung klein, muss er länger offen bleiben, damit die gleiche Menge Licht auf den Sensor fällt. Sie können das mit einem Wasserbecken vergleichen: Bei einem grösseren Rohrdurchmesser (grössere Blende) ist das Becken schneller voll als mit einem kleinen (kleinere Blendenöffnung).
  • Jeder Schritt zum nächsten Wert lässt halb so viel Licht auf den Sensor fallen:
  • …1/2s, 1/4s, 1/8s, 1/15s, 1/30s, 1/60s, 1/125s, 1/250s, 1/500s, 1/1000s…

» Mehr über die Verschlusszeit erfahren

ISO-Wert: Die Empfindlichkeit – Fotografieren lernen

Die dritte Komponente, die ISO-Empfindlichkeit, regelt den Druck der Wasserleitung. Ist der Wasserdruck (die ISO-Empfindlichkeit) bei gleichem Rohrdurchmesser (Blendenöffnung) grösser, ist das Becken schneller gefüllt (kürzere Verschlusszeit). Wenn Sie den ISO-Wert erhöhen, werden die Signale des Bildsensors verstärkt und Sie können auch noch bei schlechtem Licht Aufnahmen machen. Je nach Qualität des Bildsensors entstehen aber farbige Störsignale, das Bildrauschen.

Das Belichtungsdreieck

  • Oben erwähnte ich, dass Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert im Team zusammenarbeiten. Man bezeichnet das als Belichtungsdreieck. Jede Änderung eines Wertes hat Auswirkung auf die Gesamtbelichtung.
  • Die Automatik ermittelt eine Blende von f/11 bei 1/125s Verschlusszeit und ISO100. Wenn ich den ISO-Wert um eine Stufe auf ISO200 erhöhe, verdoppelt der Sensor seine Empfindlichkeit, als würde doppelt so viel Licht einfallen. Ich muss also die Blende um eine Stufe von f/11 auf f/16 schliessen ODER die Verschlusszeit von 1/125s auf 1/250s verkürzen. Bei jeder Variante wird die Lichtmenge wieder halbiert und das Bild gleich korrekt belichtet.
  • Wenn Sie mit der Programmautomatik fotografieren – Einstellung P am Funktionswählrad – , sucht die Kameraelektronik selbständig passende Werte.
  • Sie möchten aber bald einmal die Kontrolle über die physikalischen Gesetze der Fotografie übernehmen und damit die Bilder kreativ gestalten. Deshalb gehe ich nun in der Theorie noch einen kleinen Schritt tiefer.

» Mehr über das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert erfahren

Absperrgitter auf der Piazza Grande Locarno - Fotografieren lernen

Absperrgitter, Nikon D5300, Sigma Micro f/2.8 105mm, 157mm KB, 1/350s, f/4, ISO640

Blende kreativ einsetzen

Die Blendenöffnung bestimmt die Menge Licht, welche pro Zeiteinheit auf den Sensor fällt. Mit der Blendeneinstellung können Sie sehr kreativ werden. Eine grosse Blendenöffnung führt zu einer kleinen Schärfentiefe. Damit ist der Bereich gemeint, der vor und hinter der scharf gestellten Ebene noch scharf abgebildet wird. Ideal, um ein Motiv vor einem unruhigen Hintergrund zu isolieren. Schliessen Sie die Blende stärker, zum Beispiel auf f/11, so erreichen Sie eine grosse Schärfentiefe. Eine Landschaft erscheint – vorausgesetzt Sie haben auf den richtigen Punkt fokussiert – vom Vorder- über den Mittel- bis zum Hintergrund akzeptabel scharf.

Wenn Ihnen die Schärfentiefe wichtiger ist, wählen Sie am Funktionswählrad Ihrer Kamera das Programm Zeitautomatik A oder Av aus. Ich arbeite zu 95% mit dieser Einstellung. Sie können aber auch mit der Programmautomatik P arbeiten und mit der Wippe am Drehrad eine für Sie optimale Kombination aussuchen: 1/125s bei Blende f/11, 1/250s bei Blende f/8, 1/1000s bei Blende f/4, 1/2000s bei Blende f/2.8 usw.

» Mehr über die Schärfentiefe erfahren

Verschlusszeit kreativ einsetzen

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange das Licht durch die Blendenöffnung fällt. Mit einer kurzen Verschlusszeit können Sie schnelle Bewegungen – zum Beispiel beim Sport – einfrieren. Mit einer längeren Verschlusszeit können Sie malen und zum Beispiel fahrende Autolichter als Streifen einfangen oder fliessendes Wasser und ziehende Wolken zu Wattebauschen umwandeln.

Wenn Ihnen die Verschlusszeit wichtig ist, weil sie schnelle Motive einfangen wollen, wählen Sie am Funktionswählrad Ihrer Kamera die Blendenautomatik S oder Tv.

Rollerfahrerin Mitzieheffekt

Rollerfahrerin, Nikon D7000, Sigma f/2.8-4 17-70mm, 67mm KB, 1/60s, f/13, ISO100

ISO-Wert – die Empfindlichkeit

Je tiefer der ISO-Wert, desto brillanter sind die Farben und desto schärfer wird das Bild. Wenn Sie Wert auf Schärfe und Brillanz legen, lassen Sie den Wert bei ISO100 oder 200. Fotografieren Sie bei schlechtem Wetter, müssen Sie den Wert normalerweise erhöhen. Höhere Werte führen zu schwammigen Farben, was bei Regenwetter wiederum passen könnte. Sonst bleibt nur die Arbeit mit einem Stativ.

Brennweite und Bildwinkel

Auf Ihrer Kamera, bzw. dem Objektiv finden Sie Werte in mm, zum Beispiel 18-105mm. Damit wird die Brennweite bezeichnet. Mit einem 50mm-Objektiv einer Kleinbildkamera erreichen Sie etwa den gleichen Bildwinkel wie mit Ihren Augen. Bei Werten darunter spricht man von Weitwinkel-Objektiven. Mit diesen bringen Sie vom gleichen Standort aus mehr auf Ihr Bild. Grössere Brennweiten begrenzen den Bildwinkel und damit den Bildausschnitt. Ich hole mir Motive näher heran.

» Mehr über Brennweiten erfahren

Da die Sensoren bei Halbformatkameras oder bei vielen Kompaktkameras kleiner sind als das frühere Kleinbildformt, wird der auch der Bildwinkel eines 50mm-Objektivs begrenzt. Man spricht dann vom Crop-Faktor. Bei der Nikon D5300 wird ein 50mm-Objektiv vom Bildwinkel her zu einer 75mm Linse. Für einen normalen Bildwinkel benötigten Sie also ein 35mm-Objektiv und erreichen damit den gewohnten Bildwinkel (35mm x 1.5 Crop-Faktor = 52mm KB).

» Mehr zum Crop-Faktor erfahren

Crop Faktor: Gross das Kleinbildformat, klein das Halbformat

Crop Faktor: Gross das Kleinbildformat, klein das Halbformat

Brennweite und Verwacklungsgefahr

Warum gehört die Brennweite und der Crop-Faktor zum wichtigen Wissen für Anfänger? Weil die Brennweite auf die Verwacklungsgefahr einen grossen Einfluss hat. Für Kleinbildformat (auch Vollformat genannt) gilt die Regel, dass die Verschlusszeit mindestens dem Kehrwert der Brennweite entsprechen muss. Das bedeutet, dass Sie mit einem 200mm-Objektiv mit mindestens 1/200s oder kürzer fotografieren sollten. Sonst könnten durch den engen Bildausschnitt Verwacklungen aufgrund der feinsten Körperbewegungen entstehen. Wenn Sie nun mit einer Halbformatkamera wie der Nikon D5300 und einer 200mm-Brennweite fotografieren, müssen Sie den Crop-Faktor miteinrechnen: 200mm x 1.5 (Crop-Faktor) gibt 300mm. Die Verschlusszeit muss also 1/300s oder besser noch kürzer gewählt werden. Die Bildstabilisatoren ermöglichen Ihnen unter optimalen Umständen eine 2-3 Stufen längere Verschlusszeit aus der Hand. Das würde beim 300mm-Objektiv bedeuten, dass Sie noch mit 1/125s fotografieren könnten. Probieren Sie das aus.

Sonnenuntergang in Tenero TI

Am Ufer des Lago Maggiore in Tenero TI, Sony DSC-RX1003, Zeiss f/1.8-2.8 24-70mm, 24mm KB, 1/800s, f/4, ISO125

Und nun los: Fotografieren und ausprobieren

Nun haben Sie einige wichtige technische Dinge gelernt, die Ihnen helfen, Einfluss auf die Bildgestaltung zu nehmen. Ich habe das hier bewusst einfach gehalten, weil Sie sich bei jedem Begriff auf digitipps.ch selbst noch weiter vertiefen können.

Nun probieren Sie aus. Fotografieren Sie viel. Experimentieren und lernen Sie dabei. Sie werden sehen: Fotografieren macht Spass. Und wenn Sie Herr der Technik sind – noch viel mehr!

» Landschaften fotografieren – Tipps und Tricks

» Fotografieren mit dem Smartphone

» Den fotografischen Blick schulen



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