Verschlusszeit
Die Verschlusszeit beschreibt, wie lange der "Verschluss" der Kamera offen ist und damit Licht auf den Aufnahmesensor oder Film lässt.
Wenn Sie Ihre Augen schliessen und dann ein Auge möglichst kurz öffnen und wieder schliessen, haben Sie die Systematik des Kameraverschlusses nachgespielt.
Die Verschlusszeit regelt aber nicht nur die Menge des einfallenden Lichtes. Sie kann auch schnell Bewegungen scharf abbilden. Man nennt dies "eine Bewegung einfrieren".
Verschlusszeiten werden in ganzen oder Bruchteilen von Sekunden angegeben: 1/60s, 1/125s, 1/500s, 2s usw. Moderne Kameras erlauben Langzeitaufnahmen von einer Minute, manuell sogar unbegrenzt und oft kurze Verschlusszeiten bis zu 1/4000s für Sportfotografie.
Die Verschlusszeit ist im Normalfall immer mit der Blende gekoppelt. Wenn Sie den Blendenwert um eine Stufe erhöhen, wählt die Kamera eine kürzere Verschlusszeit, damit die Belichtung optimal ausfällt. Würde bei einem erhöhten Blendenwert die Verschlusszeit gleich bleiben, fiele mehr Licht auf den Aufnahmesensor und das Bild würde überbelichtet.
Wahl der Verschlusszeit
Kurze Verschlusszeiten werden meist bei schnellen Bewegungen (Sport-, Tierfotografie...), bei sehr hellen Lichtverhältnissen (Strand, Schnee...) und langen Brennweiten gewählt, um das Motiv scharf abbilden zu können.
Lange Verschlusszeiten verwendet man bei schlechten Lichtverhältnissen (Nachtaufnahmen, Museum...) oder bei bewusst gewollter Unschärfe (fliessender Bach...). Für Aufnahmen mit langen Verschlusszeiten (länger als 1/60s) ist eine stabile Unterlage oder ein Stativ zu empfehlen. Sonst könnten die Aufnahmen "verwackeln".

- Bildaufnahme mit einer langen Verschlusszeit
In der Regel sollten Sie eine Verschlusszeit wählen, welche kürzer ist als die gewählte Brennweite. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Aufnahme aus der Hand noch genügend Schärfe aufweist.
Beispiel:
28mm Brennweite - mindestens 1/30s
100mm Brennweite - mindestens 1/125s
300mm Brennweite - mindestens 1/500s
Weitere Tipps zum Thema:
- Schärfentiefe: Wie gross ist der Bildbereich, der scharf abgebildet ist?
- Blende: Der Gegenspieler der Verschlusszeit. Sie regelt den Lichteinfall.
- Belichtung: Die Empfindlichkeit des Bildträgers bestimmt die Qualität.



