Die Brennweite - Objektivbrennweite
Als Brennweite wird die Strecke bezeichnet, auf der parallele Strahlen (zum Beispiel von einem Baum) hinter der Linse zu einem Punkt gebündelt werden. Je grösser die Brennweite eines Objektivs ist, desto weiter entfernt können Sie von einem Sujet stehen, um es auf das Bild zu bannen. Je kleiner die Brennweite ist, desto näher können Sie an ein Objektiv herangehen.

Brennweitenvergleich
Mit der Brennweite können Sie also den Bildausschnitt von Ihrem Aufnahmestandort aus verändern. Nehmen Sie ein Zoom, wird das entfernte Haus Format füllend abgebildet. Wechseln Sie zu einem Weitwinkelobjektiv mit kleiner Brennweite (35mm), können Sie die ganze Umgebung des Hauses abbilden.
Beachten Sie die unterschiedlichen Bildausschnitte: Das erste Bild mit einem Weitwinkel von 27 mm zeigt das Dorf und die ganze Landschaft. Das letzte Bild zeigt mit 450 mm Brennweite einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem Dorf - den Römerturm von Bergün.
Alle Bildausschnitte sind vom gleichen Standpunkt aus aufgenommen worden:
Mit den Händen "zoomen":
Machen Sie den Versuch mit Hilfe Ihrer Hände. Bilden Sie mit den beiden Daumen und den Zeigefingern rechte Winkel, sodass Sie durch einen „Bilderrahmen“ hindurchschauen können. Nun verändern Sie die Entfernung des „Bilderrahmens“. Beachten Sie, wie sich der Ausschnitt verändert: Wenn Sie den Fingerrahmen nahe ans Gesicht nehmen, können Sie beinnahe das ganze Zimmer überblicken. Wenn Sie jedoch die Arme ganz strecken, wird der Bildausschnitt immer kleiner, bis nur noch die Lampe Format füllend abgebildet wird. Sie haben soeben „gezoomt“ – das Bild „näher“ herangeholt.
Wenn die Brennweite in etwa der Diagonalen des Film- oder Sensorformates entspricht, erhält man den natürlichsten Eindruck einer Szene. Das heisst, dass unser natürliches Sehfeld diesen Ausschnitt „gleich“ sieht. Objektive mit einer Brennweite von etwa 50 mm entsprechen diesem natürlichen Eindruck.
Weitwinkel- und Teleobjektive
Objektive im Bereich von 14 – 35 mm Brennweite werden Weitwinkelobjektive genannt, solche im Bereich von 70 – 500 mm und weiter als Teleobjektive.
Objektive, welche die Brennweite verändern können (zum Beispiel 35 – 70 mm) nennt man Zooms (Kurzform von Zoomobjektiven) oder Vario-Objektive. Kompaktkameras ohne auswechselbare Objektive haben heute praktisch immer ein eingebautes Zoom. Spiegelreflexkameras ermöglichen einen Wechsel der Objektive und erweitern damit die Gestaltungselemente und Einsatzmöglichkeiten enorm. Der Nachteil von veränderbaren Brennweiten (Zooms) ist oft ihr Gewicht und die durch den Bau bedingte geringere Lichtstärke. Festbrennweiten sind den Zoomobjektiven qualitativ immer überlegen, aber wer nimmt schon gerne fünf schwere Objektive mit auf die Pirsch?

- Festbrennweite 85 mm, f 1.4, Nikon

- Zoomobjektiv 28-300 mm, Nikon
Abstand und Perspektive
Wenn Sie ein Sujet Format füllend aufnehmen möchten, hängt der Abstand vom Objekt zum Objektiv von der gewählten Brennweite ab: Mit einem Teleobjektiv können Sie den Abstand vergrössern, mit einem Weitwinkelobjektiv müssen Sie näher an das Motiv herangehen. Damit ändert sich zwangsweise auch die Perspektive.
Wenn Sie aus einer grossen Entfernung die Freiheitsstatue fotografieren oder in der Nähe der monumentalen Figur stehen, so werden die verschiedenen Perspektiven gut sichtbar.
Andere interessante Perspektiven sind die Vogel- und Froschperspektive. Damit wird auch ersichtlich, dass Perspektiven- und Objektivwahl wichtige Gestaltungselemente der Fotografie sind.
Weitere Tipps zum Thema:
- Digitales Zoom: Mehr Werbegag als brauchbares Zubehör.
- Motivprogramme: Sie erleichtern das Fotografieren bei schwierigen Lichtverhältnissen.
- Bewegungsunschärfe: Mit der Unschärfe können Sie kunstvolle Bilder knipsen.










