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Fotos im Schnee - Fotografieren im Schnee

Schnee im Grauschleier

Der Winter ist für Fotografen eine besonders reizvolle Zeit. Kompositionen von schneebedeckten Landschaften und dem tiefen Blau des Himmels sind sehr eindrucksvoll. Doch gerade unter diesen Lichtverhältnissen werden die Belichtungsmesser, welche auf ein mittleres Grau geeicht sind, überfordert. Sie messen eigentlich „zu viel“ Licht, korrigieren die Blende oder Verschlusszeit und das fertige Bild zeichnet sich durch einen Schnee-Grauschleier aus. Man nennt dies auch „Unterbelichtung“.

Winterlandschaft im Gegenlicht
Konica Minolta Dynax 7D, 35 mm (52 mm KB), 1/750 s, f 11, ISO 100, - 1.0
Winterlandschaft und Nebel im Gegenlicht
Konica Minolta Dynax 7D, 17 mm (25 mm KB), 1/750 s, f 6.7, ISO 100

Belichtungskorrekturen

Die meisten Digitalkameras weisen ein Motivprogramm „Strand/Schnee“ auf, mit welchem die Belichtungskorrektur automatisch erfolgt. Wenn das Ergebnis nicht optimal ist oder kein solches Motivprogramm vorhanden ist, korrigieren Sie einfach den Blendenwert um eine, eineinhalb oder zwei Stufen (+ 1, + 1 ½ oder + 2). Achten Sie beim Betrachten des geschossenen Bildes darauf, ob der Schnee noch eine leichte Zeichnung aufweist. Wenn ja, ist das Bild richtig belichtet. Bei ganz weissem Schnee, welcher keine Konturen mehr aufweist, ist das Bild „Überbelichtet“ – es fiel zu viel Licht auf den Aufnahmesensor.

Falls an Ihrer Kamera keine Belichtungskorrektur möglich ist, können Sie auch den ISO-Wert (Empfindlichkeit) verändern. Wenn Sie von ISO 100 auf die nächste Stufe stellen (ISO 50), so entspricht das einer Verdoppelung des Lichteinfalls oder der Korrektur um eine Blendenstufe (+1). Bei Digitalkameras funktioniert das nur bei manueller Einstellung.

  • Fotografieren im Winter - Rauhreif am Waldrand
  • Fotografieren im Winter - eisige Blätter

Batterien / Akkus

In der kälteren Jahreszeit werden Sie feststellen, dass die Batterien oder der Akku Ihrer Kamera viel schneller schlapp machen. Unterkühlte Batterien / Akkus verlieren deutlich an Leistung. Deshalb empfehle ich Ihnen, immer Ersatzbatterien / einen Ersatzakku an der Wärme (Innentasche der Jacke) mitzunehmen. Meist leisten die in der Kälte schlappen Batterien nach einer Aufwärmzeit wieder mehr.

Kondenswasser

Wenn Sie mit einer Kamera von der eisigen Kälte in einen warmen, feuchten Raum treten, werden Sie feststellen, dass sich das Objektiv beschlägt. Lassen Sie die Kamera langsam anklimatisieren. Falls Sie den Apparat im Raum nicht benötigen, schliessen Sie ihn in einem Plastiksack dicht ab, bevor Sie den Klimawechsel (ins Restaurant) vollziehen. Die Elektronik sollte möglichst gut vor Kondenswasser geschützt sein. Oft hilft es, wenn sich die Kamera in der Fototasche über einen längeren Zeitraum an das neue Raumklima „gewöhnen“ kann. Damit verhindern Sie, dass sich Kondenswasser in der Elektronik odern anderen Bauteilen ansammelt.

Winterfotos - verschneiter Zaun
Konica Minolta Dynax D7, 35 mm (52 mm KB), 1/500 s, f 4.5, ISO 100, - 0.5
Winterfotos - Nachmittagsstimmung
Nikon E4300, 8 mm (38 mm KB), 1/540 s, f 7.6, ISO 140

Der Reiz des schlechten Wetters

Obwohl bei tollem Wetter die Schneeberge und der tiefblaue Himmel hinreissend aussehen, nehmen Sie Ihre Kamera auch mal bei Schneegestöber mit. Vielleicht haben Sie gerade dann eine gute Möglichkeit, ein ausserordentliches Bild zu schiessen? Wenn Sie bei Schneegestöber eine lange Verschlusszeit wählen müssen, zeichnen die fallenden Flocken weisse Streifen ins Bild...

» Fotografieren bei schlechtem Wetter