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Produktefotos herstellen

Wer schon einmal bei ebay, ricardo oder piazza etwas verkaufen wollte, kam um ein Produktefoto nicht herum. Dass hier die Verkaufschancen erhöht werden, wenn das Bild schon etwas professionell aussieht, kann ebenfalls nachvollzogen werden. Wenn Sie aber einmal in ricardo nachschauen, was es da für Bilder im Netz hat? Unscharfe, unterbelichtete, verwackelte Aufnahmen. Bilder mit einem Hintergrund, der farbiger ist als das Hauptsujet. Mit einem "schmuddelig" wirkenden Bild etwas verkaufen wollen? Kaum!

Einen Gegenstand ins richtige Licht stellen - eigentlich ganz einfach!

Produktefotos selber herstellen

Wer nur ein Foto für den Hausgebrauch oder das Internet braucht, benötigt keine teure Zusatzeinrichtung für ein "Studiofoto", also ein Bild, welches in einem Raum arrangiert und aufgenommen wird. Es gibt zwar tolle Sets mit starken Beleuchtungslampen, meist reicht aber schon ein grosses, weisses Papier (oder Tuch), ein Stativ, ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm und eine stabile Unterlage. Sogar auf ein Stativ kann man bei gewissen Aufnahmen verzichten, es erleichtert aber die Bedienung enorm und kann auch für tolle Nachtaufnahmen verwendet werden.

Was brauche ich für mein "Heim-Studio"?

  • Eine stabile Unterlage, zum Beispiel ein grosser Tisch oder eine grosse Tischplatte. Vor Jahren habe ich auf dem Fussboden gearbeitet. Das ist mir aber inzwischen viel zu unbequem.
  • Grosse, weisse Papierblätter oder ein grosses, weisses Tuch als Unterlage und Hintergrund.
  • Eine Schachtel, mit der man das Papier / das Tuch hinter dem Objekt in die Höhe ziehen kann.
  • Ein Stativ (zum Beispiel Tisch-Stativ) oder eine stabile Unterlage für die Digitalkamera.
  • Einen hellen Raum, vorzugsweise mit Tageslicht und zum Beispiel diffuser Beleuchtung durch Neonlicht.
  • Den Gegenstand, den man fotografieren möchte.

Aufstellen des eigenen "Heim-Studios"

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  • Richten Sie den Tisch so aus, dass das Tageslicht von vorne auf den Tisch fällt. Von dieser Position aus werden Sie später auch die Fotos schiessen.
  • Decken Sie den Tisch mit den Papierbogen oder dem weissen Tuch ab.
  • Stellen Sie an der hinteren Seite des Tisches eine Schachtel oder eine Kiste auf, an welcher Sie das Papier oder Tuch so befestigen können, dass es mit einer sanften Biegung von der Tischplatte nach oben geführt wird. Achten Sie darauf, dass das Tuch keine Falten wirft. Papier ist in dieser Beziehung viel einfacher zu handhaben.
  • Richten Sie den Gegenstand in der Mitte der weissen Fläche so aus, dass man Vorder-, Ober- und die rechte oder linke Seite sieht (gibt dem Gegenstand Raum, kommt aber auch auf das Sujet an!).
  • Stellen Sie das Stativ so auf, dass der Schatten NICHT auf die weisse Papierfläche fällt. Wenn Sie eine diffuse Beleuchtung von oben (zum Beispiel Neonlicht) haben, werden die Schatten, welche durch das Tageslicht entstehen, beinahe verschwinden.
  • Verändern Sie die Anordnung des Gegenstandes immer wieder und schiessen Sie ein paar Dutzend Aufnahmen. Am Computer können Sie später das am besten wirkende Bild auswählen.
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Aufnahmetechnik

Der häufigste Fehler bei Produkteaufnahmen ist die Unterbelichtung. Meist wurde zwar ein heller Hintergrund gewählt, die automatische Belichtungsmessung der Fotokamera ermittelt bei hellen Flächen aber praktisch immer eine zu knappe Belichtung, weil diese auf einen mittleren Grauwert ausgerichtet ist. Je nach Helligkeit des Gegenstandes selbst muss der Belichtungswert um eine halbe bis zwei Stufen (+ 0.5 bis 2.0) korrigiert werden. Ich mache dabei immer eine Belichtungsreihe von 5 Bildern (-0.5, normale Belichtung, + 0.5, + 1.0, + 1.5, + 2.0). Meine Erfahrung zeigt, dass meist der Wert + 1.5 das fast perfekt belichtete Bild ergibt. Mit einer einfachen Bearbeitung mit einem Bildprogramm erzielen Sie damit wohl die besten Ergebnisse. Wenn Sie die Aufnahmen im Roh-Format haben, können Sie am Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm Farben und Belichtungswerte perfekt korrigieren.

Da die Aufnahmedistanz in den meisten Fällen sehr kurz ist, müssen Sie dem Schärfentiefenbereich (Vorderer und hinterer Bildteil scharf) grosse Beachtung schenken. An den Spiegelreflex- und den meisten Kompaktkameras kann man die Blende manuell einstellen. Wenn Sie mit Selbst- oder Drahtauslöser UND Stativ arbeiten können, wählen Sie die Blendenstufe f11 oder f16 (bei Kompaktkameras einfach die höchste Stufe). Durch diese Einstellung wird die Verschlusszeit korrigiert (oder Sie müssen diese bis zur korrekten Belichtung manuell einstellen - Verschlusszeit verlängern). Bei meinen Aufnahmeverhältnissen in der Küche ergibt das meist eine Verschlusszeit von 1/10 bis 1/2 s. Wegen der Verwacklungsgefahr ist hier ein Stativ und ein Draht- oder noch besser ein Funkauslöser (oder alternativ der Selbstauslöser) erforderlich.

Sind gewisse Teile des weissen Papiers durch Schattenbildung etwas dunkel, kann man mit einem weiteren, weiss reflektierenden Gegenstand (oder weissem Papier, siehe Bild oben) das Licht zum Schatten hin "umlenken" und damit Schattenpartien aufhellen. Probieren Sie etwas aus!

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