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Praxis » Mitziehen - Bewegungsbilder

Bewegungsunschärfe als Stilmittel

Sie entsteht, wenn Sie bewegte Motive mit zu langen Verschlusszeiten ablichten. Wie lange diese sein muss, um Bewegungsunschärfe erscheinen zu lassen, hängt von der Geschwindigkeit des bewegenden Objekts und der gewählten Brennweite ab.

Während eine zu lange Verschlusszeit zu einem verwackelten Bild führen kann, ist sie aber auch ein perfektes Stilmittel, um eine Aufnahme dynamisch wirken zu lassen. Wichtig ist, dass auf dem Bild immer statische und damit scharfe abgelichtete Objekte vorhanden sind, damit nicht der Eindruck entsteht, dass das Bild unwissentlich verwackelt wurde.

Anwendungsbeispiele

  • Für gewollte Bewegungsunschärfe gibt es viele Beispiele:
  • Ein vorbeifahrendes Verkehrsmittel
  • Personen, die über eine Strasse hetzen
  • Flüchtende Tiere
  • Das Mitziehen der Kamera bei schnellen Objekten
  • Rotation des Sternenhimmels
  • Bewegtes Wasser
  • Lichtstreifen vorbeifahrender Autos usw.

Die Länge der Verschlusszeit müssen Sie zuerst in ein paar Versuchen ermittelt. Sie hängt, wie schon erwähnt, von verschiedenen Parameter ab: Geschwindigkeit des Objektes, Mitziehbewegung der Kamera, Brennweite - rsp. gewählte Grösse im Bild. Mit einem Normalobjektiv reicht oft eine Verschlusszeit von 1/15 oder 1/30 Sekunde, bei sehr schnellen Objekten kann es auch mal 1/250 Sekunden sein.

  • Fotokamera mitziehen
  • Fotokamera mitziehen

Digitalkamera mitziehen...

Meist werden schnelle Objekte mit der Mitzieh-Technik abgelichtet: Die Kamera wird auf einen Punkt scharf gestellt (zum Beispiel die Mitte der Strasse), das heranfahrende Objekt anvisiert und mit der Kamera verfolgen Sie das Motiv. Wenn dieses an der geplanten "Stelle" ist, drücken Sie den Auslöser ganz durch. Wenn Ihre Kamera eine Serienbildfunktion aufweist, können Sie damit innerhalb kurzer Zeit (Spiegelreflexkamera) viele Bilder schiessen. Die Chance, dass darunter eine toll gelungene Aufnahme zu finden ist, wird erhöht.

Das Motiv sollte bei dieser Technik relativ scharf abgebildet, der Hintergrund durch das "Mitziehen" jedoch verwischt sein. So entsteht ein dynamisches Bild und das gewählte Objekt hebt sich perfekt vom verwischten Hintergrund ab.

Bei vielen Kameras ist ein Bildstabilisator zur Vermeidung von Verwacklungen eingebaut. Bei der Spiegelreflexkamera Nikon D7000 erkennt zum Beispiel der Bildstabilisator, dass die Kamera mitgezogen wird und korrigiert nur die horizontale "Zitterbewegung".

Blitzlicht und Bewegung

Effektvolle Bilder erzielt man so auch mittels eines Blitzgerätes. Sie stellen dieses ein und wählen, wenn es möglich ist, das Motivprogramm "Aufhellblitz". So wird die Umgebung richtig belichtet und das bewegende Objekt durch den sehr viel kürzer dauernden Blitz eingefroren, während sich die Konturen des Motivs leicht verwischen.

  • Begwegungen mit der Kamera
  • Begwegungen mit der Kamera

Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie zum Beispiel dem GIMP ist es möglich, Bilder im Nachhinein mit Bewegungsunschärfe zu versehen.

Mit ein bisschen Experimentierfreude gelingen Ihnen sicher tolle Aufnahmen.