Suchcode diese Seite: 114
Praxis » Lichtverhältnisse einschätzen

Lichtverhältnisse richtig einschätzen

Beim Fotografieren spielt das vorhandene Licht eine grosse Rolle. Die Qualität und die Farbe des Lichts ändern sich ständig. Aufnahmen unter diffusem Licht (bewölkter Himmel) bringen eine deutlich andere Stimmung als eine solche am frühen Morgen oder späten Abend bei warmen Streiflicht. Deshalb ist es wichtig, sich über die verschiedenen Lichtbedingungen im Klaren zu sein und sie je nach Sujet richtig einzusetzen.

Direktes Sonnenlicht

Früher fotografierte Otto Normalverbraucher nur bei schönem Wetter und mit der Sonne im Rücken. Das waren die allgemeingültigen Regeln für "gute" Fotos.

Gegenlicht am frühen Morgen

Doch direktes Sonnenlicht bringt oft nicht die gewünschte Stimmung. Vor allem um die Mittagszeit liefert die hoch stehende Sommersonne ein hartes Licht mit tiefen Schatten. Zudem sind Details in den Schattenpartien kaum zu erkennen und der Kontrast sehr stark. Landschaften scheinen dann sehr flach und die Bilder bringen verwaschene Farben mit. Die Zeit von morgens um 10 bis nachmittags um 16 Uhr sollten Sie für Aufnahmen im Freien eher meiden. Dies gilt für Sonnenhochstand. Im Winter, wenn die Sonne niedrig über dem Horizont steht, bringt das tief einfallende Sonnenlicht mehr Zeichnung ins Bild.

Wer trotz hohem Sonnenstand Personenbilder machen möchte, greift mit einem kräftigen Blitzgerät zum Aufhellblitzen. Dadurch werden die Farben der Umgebung kräftig und der Schatten in den Gesichtspartien wird durch den Blitz verhindert.

Die goldene Stunde

spezielle Lichtverhältnisse am Abend

Eine der schönsten Lichtsituationen gibt es in der Zeit des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs. Das warme rot-orange der Sonne taucht die Natur und die Umgebung in ein angenehmes Farbenspiel. Die Schatten werden durch den Tiefstand der Sonne lang und Konturen auch in Schattenbereichen noch sichtbar. Besonders das Frühaufstehen lohnt sich wegen den überwältigenden Farbstimmungen sehr.

Trübes Wetter - diffuses Licht

diffuse Lichtverhältnisse

Fotografieren ist nicht nur ein Schönwetter-Hobby. Gerade Tage mit bewölktem Himmel oder Regen taucht die Umgebung in ein spezielles Licht: Die Farben wirken nicht so kräftig, dafür ausgeglichener - manchmal sogar monoton und blass. Durch das diffuse Licht werden starke Schatten vermieden. Bei Regenwetter beginnen das Gelb der Fussgängerstreifen oder die roten  Herbstblätter richtig zu leuchten. Meist erfordern die schwachen Lichtverhältnisse eine höhere Empfindlichkeit des Bildträgers oder ein Stativ. Der Einsatz eines solchen gibt qualitativ bessere Bilder.

Bilder bei diffusem Licht oder trübem Wetter haben oft einen besonderen Reiz.

Tipps:

  • Wenn möglich die Mittagszeit (Mai bis September) für Fotos meiden.
  • Bei hartem Lichteinfall für Personenfotos Aufhellblitz benutzen.
  • Die "goldene Stunde" gezielt einsetzen und auch mal früh aufstehen!
  • Diffuses Licht bewusst einsetzen. Auch bei diesem Wetter auf Fotojagd gehen!