Am Seeufer mit Wellen Bilder gestalten
Am See- oder Meeresufer gibt es immer tolle Motive zum Fotografieren: Strandgut, Steine, Muscheln, Zeichnungen im Sand usw.
Ich habe mich schon mehrere Stunden mit Fotoapparat, Stativ und früher mit den Ektachrom 25 - Diafilmen am Ufer eines Sees aufgehalten. Der schwach empfindliche 25 ASA-Film (gleich ISO 25) erlaubte auch bei Sonnenschein lange Verschlusszeiten und war für seine prägnanten Farben bei Fotografen sehr beliebt.

- Nikon D7000, 105 mm (entspricht 157 mm Kleinbildformat), 1/30s, f 14, ISO 100
Mit den Digitalkameras und den Speicherkarten können Sie heutzutage viel experimentierfreudiger fotografieren, weil die einzelnen Bilder nicht ins Geld gehen. Für 36 Diapositive zahlte ich mit Entwicklung wohl um die 25 bis 30 CHF (20 bis 24 Euro). Mit den Wellen-Experimenten, um die es in diesem Artikel geht, habe ich über 400 Einzelbilder geschossen - etwas, was früher aus finanzieller Hinsicht nicht möglich gewesen wäre.
Die Welle als Gestaltungselement
Als ich versuchte, eine am Ufer liegende Kette interessant ins Bild zu rücken, kam ich auf die Idee, die Wellen, welche in kurzen Abständen ans Ufer rollten, in die Gestaltung einzubeziehen. Mit einer etwas längeren Verschlusszeit und mittlerer Brennweite können Sie die Bewegung der Welle als Wischeffekt einfangen, welcher einen Teil des Bildausschnittes "weich zeichnet" und so das Hauptmotiv, in diesem Beispiel Kette und Steine, zum Blickfang machen.
Technische Einstellungen
Verschlusszeit: Die Verschlusszeit müssen Sie so kurz wählen, dass ein verwacklungsfreies, scharfes Bild des Hauptmotivs möglich wird. Wenn Sie ein Stativ dabei haben, können Sie diese Erklärung überspringen. Ich hatte leider keins dabei - schaffte es aber mit ein bisschen Ausprobieren trotzdem.
Früher galt die Regel, dass man mit 50 mm Brennweite und einer Verschlusszeit von 1/50 s, mit 200 mm und 1/200 s, mit 15 mm und 1/15 s mit ruhiger Hand noch scharfe Bilder erhielt. Die Bildstabilisatoren modernen Digitalkameras helfen dabei, ohne Stativ auch bei 100 mm Brennweite (Kleinbildformat) und 1/30 s Verschlusszeit noch scharfe Bilder zu erhalten. Damit gewinnt man bis zu etwa zwei, drei oder mehr Blenden- oder Verschlusszeitstufen dazu.



