Fotografieren im Nebel - Motivtipps
- Nikon D7000, 66 mm (99 mm KB), 1/320 s, f 9, ISO 500, + 1.7
Gehören Sie zu den Leuten, die sich bei Nebel im warmen Wohnzimmer verkriechen? Packen Sie doch einmal Ihre Digitalkamera ein und machen Sie einen Spaziergang. Im Nebel gibt es tolle Fotomotive. Weshalb der Nebel ideal ist und welche Technik Sie am besten verwenden, zeige ich Ihnen hier auf.
Der Nebel isoliert Ihre Fotomotive
Ich bin einverstanden: Es ist nicht jedermanns Sache, bei Nebelwetter an die frische Luft zu gehen. Sie schlagen aber damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sind an der frischen Luft und sie finden garantiert ein ansprechendes Fotomotiv im Nebel.
"Ich liebe den Nebel, weil er die Welt so klein macht, dass ich sie verstehen kann". Der Nebel isoliert. Je nach Dichte schrumpft die Sichtweite von mehreren hundert Metern auf wenige Meter. Genau richtig, um einen Baum, einen Zaun vor einem unruhigen Hintergrund zu isolieren.
Sie werden erstaunt sein, wie viele Motive ansprechend werden, wenn der dichte Nebel sie erst "isoliert". Dazu kommt, dass der Anfang der Nebelzeit im Herbst viele farbenfrohe Blätter aufweist. Ein weiterer Grund, die Kamera zu zücken.
- Nikon D7000, 66 mm (99 mm KB), 1/320 s, f 9, ISO 500, + 1.7
Die Lichtverhältnisse während dichten Nebels sind im Normalfall ausreichend, um mit einem Weitwinkel- oder einem Normalobjektiv noch aus der Hand fotografieren zu können. Da helfen die Bildstabilisatoren der heutigen Digitalkameras ein gutes Stück mit.
Wenn Sie auch mit längeren Brennweiten arbeiten oder für das Fokussieren von schwierigen Motiven Hilfe haben wollen, packen Sie das Stativ mit ein.
Wenn Sie eine Spiegelreflexkamera haben, können Sie die Empfindlichkeit gut bis 1600 ISO erhöhen - falls es denn nötig sein sollte. Die Bilder in der Nebel-Galerie sind praktisch alle deutlich darunter geknipst. Falls Sie mit einer Kompaktkamera fotografieren, testen Sie aus, bei welcher Empfindlichkeitseinstellung noch ansprechende Bilder mit zufriedenstellender Qualität erreicht werden können. Nebelbilder vertragen da wegen des sonst schon herrschenden diffusen Lichtes mehr.
Arbeiten mit Roh-Formaten - RAW
- Nikon D7000, 18 mm (27 mm KB), 1/160 s, f 13, ISO 500, + 0.7
Hochpreisige Kameras ermöglichen Ihnen, die Bilddateien im Roh-Format zu speichern. Der Vorteil besteht darin, dass die Bildinformationen ohne irgendwelche Verarbeitung vom Bildsensor an die Speicherkarte übermittelt werden und eine grössere Farbtiefe besitzen. Beim JPG-Format werden Bildinformationen von einer internen Software verarbeitet (z.B. Weissabgleich), komprimiert und dann gespeichert.
Den Nachteil erahnen Sie: JPG-Dateien sind durch die grössere Komprimierung zwar kleiner, die Qualität leidet aber darunter. Wenn Sie ein Bild in einem Roh-Format speichern, können Sie die Original-Bildinformationen mit einem speziellen Programm nach der Aufnahme anpassen.
Bilder komponieren
Experimentieren Sie beim Fotografieren mit dem Bildformat und der Aufnahmeposition. Komponieren Sie von einem Motiv mehrere Bilder mit verschiedenartigem Bildaufbau (Goldener Schnitt). Wechseln Sie die Aufnahmeposition. Gehen Sie in die Knie, zwei Schritte nach links oder rechts. Zuhause am Computer (oder direkt am Bildschrim an der Kamera) vergleichen Sie die Bildwirkung. Ihr Auge wird damit geschult, das Motiv in die richtige "Ecke" zu rücken.



