Fototipps für Anfänger - gute Fotos schiessen
Wenn Sie Fotos in Zeitschriften anschauen, dann hat Ihnen auf den ersten Blick ein Bild gefallen, oder sie haben es als langweilig empfunden. Die Entscheidung, ob ein Betrachter ein Bild mag, fällt in Bruchteilen einer Sekunde.
Abgesehen vom persönlichen Geschmack gibt es ein paar Regeln, die helfen, ein Bild zu schiessen, welches den Betrachtern eben „in die Augen springt“. Hier ein paar Tipps dazu – aber: keine Regel ohne Ausnahme!
Grundregeln für gute Bilder:

Das Auge führen
Eine wichtige Gestaltungstechnik ist das Führen der Augen mit Hilfe von „Linien“. Das kann ein Zaun, eine Strasse, ein Fluss, eine Häuserreihe usw. sein. Die „Führungslinie“ lässt das Auge des Betrachters ins Bild hineingleiten. Je nach Motiv kann das Auge des Betrachters zu einem besonderen Bildpunkt hingezogen werden.

Der Goldene Schnitt und die Drittel-Regel
Das wohl bekannteste und älteste Gestaltungsmittel ist der Goldene Schnitt. Dieser teilt das Bild in drei gleich grosse Teile auf, welche „harmonische“ Proportionen entstehen lassen.
Bei der Drittel-Regel wird das Bild durch waagrechte und senkrechte Linien geteilt. Wichtige Bildelemente werden auf den Schnittpunkten der beiden Linien positioniert. Ein einfaches Beispiel ist die Position eines Horizontes: Im unteren Drittel des Bildes.

Freistellen des Fotomotivs
Meist handelt es sich hier um ein Motiv, welches vor einem neutralen Hintergrund zur Geltung kommen soll: Im Beispiel der unscharfe Hintergrund. Dies bezeichnet man „Freistellen“.
Mit einer möglichst offenen Blende (kleiner Blendenwert, zum Beispiel f 2.5) und Scharfstellen auf das Hauptmotiv kann ein unruhiger Hintergrund in eine ruhige Fläche verwandelt werden. So kommt das Hauptmotiv zur Geltung. Das gleiche Prinzip wird auch bei der Porträitsfotografie angewendet, wo man zusätzlich eine etwas grössere Brennweite (z.B. 100 mm) verwendet. Eine grössere Brennweite reduziert den Schräfentiefenbereich und unterstütz das „Freistellen“ eines Motivs.

Aufnahmeposition
Mit einer falschen Aufnahmeposition kann man ein Bild total vermiesen – mit der richtigen aber ein attraktives Bild komponieren.
Viele Erwachsene nehmen sich nicht die Mühe, Kinderfotos aus Augenhöhe der Kinder aufzunehmen. Resultat: Bilder ohne richtigen Bezug, von oben herab.
Nur schon mit dem Ändern der Aufnahmeposition kann ein unattraktives Bild in ein attraktives verwandelt werden. Es lohnt sich, vor dem Knipsen ein paar Variationen auszuprobieren. Menschen und Tiere fotografiert man in den meisten Situationen aus ihrer Augenhöhe heraus.

Bilder „einrahmen“
Sie haben sicher schon unzählige Bilder gesehen, die durch ein Tor (als Rahmen) aufgenommen wurden. Solche Aufnahmepositionen bringen interessantere, spannendere Bilder. Der Rahmen betont das Bild besonders, es entsteht unter Umständen sogar eine spezielle Tiefenwirkung.

Farbtupfer und Monotonie
Im herbstlichen Grau reicht ein kleiner Farbtupfer in Form eines Herbstblattes, und die Stimmung wird wirkungsvoll wiedergegeben. Andererseits können Motive, welche einfarbig und monoton sind für sich wieder sehr interessant wirken. Für Farbtupfer-Aufnahmen eignet sich düsteres (Regen-)Wetter, Dämmerung, der Herbst oder neblige Tage hervorragend.
Weitere Tipps für bessere Bilder und die Schulung Ihrer Augen finden Sie in den Rubriken Bildaufbau, Fototechnik, Motive oder Fotopraxis.



